Ein Gartentag

Als wir heute früh zum Fenstern hinausblickten, hätten wir uns am Liebsten wieder im Bett umgedreht und weiter geschlafen: Nebel, Nebel, Nebel. Dieser hielt jedoch nicht sehr lange an, glücklicherweise kam die Sonne zum Vorschein, als der Wochenendeinkauf erledigt und die Muffins fertig gebacken waren. Also – nichts wie in den Garten. Erst war es noch richtig frisch – nur null Grad. Da haben wir Junior sogar noch in den Schneeanzug gesteckt. Der erwies sich aber ziemlich schnell als nicht mehr notwendig, denn die Sonne hatte eine knappe Stunde später schon richtig Kraft und Umziehen war angesagt.

Schnäuzelchen zersägte alte Paletten, dicke Äste und Balken in ofengerechte Stücke  – vier Stunden lang, nur unterbrochen durch das Mittagessen. Sogar zum Kaffee verspätete er sich, weil er fertig werden wollte. Dafür liegt im Unterstand jetzt auch kein Holz mehr herum – vielleicht können die Pferde ja dieses Jahr den Unterstand im Sommer nutzen, weil endlich einmal nichts mehr darin herumliegt.

Im letzten Herbst habe ich es nicht geschafft, den kompletten Komposthaufen durchzusieben. Da der zweite Haufen aber nun wegen Überfüllung geschlossen werden mußte, nahm ich den Rest  in Angriff. Zwei große Pflanzpötte voll schönen reifen Komposts warten nun darauf, verwendet zu werden. Aber zunächst muß das Unkraut aus der Erde, was dann meine nächste Aufgabe war. Das Eckbeet an der Einfahrt sieht jetzt schon recht manierlich aus und ein großer Malereimer voll Unkraut fand seinen Weg auf den Misthaufen.

Begeistert hat mich Schwiegermamas Pfingstrose, die mir diese vor zwei Jahren mitbrachte und einpflanzte. Sie blüht rot, aber bei mir hat sie noch nicht geblüht. Mögen Pfingstrosen das Umpflanzen an sich schon nicht so sehr, hat diese den Umzug im August erst recht übel genommen und ich fürchtete schon, dass sie das nicht überleben würde. Aber – ihre rötlichen Triebe spitzen aus der Erde, jetzt schon. Im Gegensatz zu meinen beiden im Wohnzimmerbeet, die lassen noch auf sich warten…

Ach ja – beinahe hätte ich es vergessen: Die Himbeeren habe ich auch geschnitten. Allerdings gruselt mich wieder vor dem Unkraut, was unvermeidlicherweise in Rhabarber und Himbeeren wachsen wird. Ich gehe sogar so weit, die Pflanzen abzudecken und mit der chemischen Keule dranzugehen, um das Ganze einzudämmen. Sonst, so vermute ich, wird mich das Unkraut wieder besiegen – und ich habe keine Lust, wieder keine Himbeerernte zu haben und meinen Rhabarber nicht mehr zu finden.

Sie lachen vielleicht – aber es ist wirklich extrem an dieser Stelle *seufz*

Der Nachmittag stand natürlich im Zeichen der Vierbeiner – Reiten, Stall ausmisten, einen gerissenen Elektrozaun reparieren – einer der Vierbeiner hatte sich zu nah am Zaun gewälzt und war mit den Beinen drin hängen geblieben. Zum Glück ist nichts weiter passiert als demolierte Zaungriffe und Isolatoren.  Eine Freundin mit dem besonderen Talent zum Schneiden einer Pferdemähne kam zu Besuch, nahm sich Lubiankens viel zu langer Mähne an – sie trägt jetzt wieder eine modische Kurzhaarfrisur und sieht gleich ganz anders aus. Danach gabs noch einen ordentlichen Klönschnack bei Kaffee und Muffins.

Zitronenmuffins

 

Von Schnäuzelchen soll ich Ihnen ausrichten, dass er beim Zubereiten des heutigen Abendessens – Samstag kocht in der Regel er – ernsthaft über ein paar Küchenzeilen nachdachte, sich aber dann doch nicht dazu aufraffen konnte. Der Sägemarathon sorgte dafür, dass die Sehnsucht nach der gemütlichen Couch überwog. Es hat hervorragend geschmeckt, entlockte Junior ein seliges „Nuni!“ (Nudeln – er liebt sie einfach  und inspirierte ihn zu einem ersten  „Fseich“. Falls Ihnen die Bedeutung nicht gleich klar sein sollte: Er meinte das Fleisch 😉

Samstag (05.03.), morgens neblig, ab dem späten Vormittag traumhafter Sonnenschein, 11°C