Dressurreiter auf Abwegen

„Wenn ich schon nicht nach Hannover aufs Trakehner Bundesturnier kann, reite ich wenigstens bei unserem vereinseigenen Springturnier mit!“, so ungefähr lautete die etwas frustrierte Entscheidung.

Am Sonntag stand also wieder mal ein A*-Stilspringen auf dem Plan. Der Tag fing schon toll an, denn Lubianken verweigerte den Einstieg in den Hänger. Nach ein paar Versuchen wurde uns das zu blöd – Buddy geholt, reingestellt. Zack, war Lubi auch drin. Diesesmal aber mußte Buddy wieder raus.

Dann merkte ich nach dem Losfahren, dass ich den Helm vergessen hatte. Also umdrehen, ohne Helm geht ja gar nicht. Zum Glück waren wir noch nicht weit weg, aber lästig war es allemal.

Der Rest ließ sich erst mal prima an. Das Wetter spielte mit, aber am Vortag hatte es ziemlich geregnet. Dementsprechend sahen die Abreiteplätze aus. Und das mit unbeschlagenem Pferd, Lubi eierte wie nur was. Folglich konnte ich sie kaum abspringen, weil wir nicht genug Schwung bekamen. Zumindest war abspringen über A*-Höhe (95cm) nicht drin, wir haben dann nach vier Hüpferli abgebrochen und uns darauf verlassen, dass die schon springt.

Dann hatte ich meine Handschuhe nicht dabei – die waren immer in der Hutschachtel. Nur dass ich die auf einem Springturnier ja nicht dabei hatte. Zum Glück lieh mir eine Bekannte die ihren. Sie hatte vorher eine 7,7 geritten und meinte nur „Die bringen Glück!

Drei Reiter vor mir fiel eine Reiterin ihrem Pferd direkt vor die Hufe. Der Schimmel mühte sich zwar ab, sie nicht zu treffen, aber die junge Frau blieb liegen. Alles schrie nach den Sanitätern und die Prüfung wurde natürlich unterbrochen.

Eine knappe Dreiviertelstunde ging das dann, inclusive Krankenwagen auf dem Reitplatz und Hubschrauber auf dem Parkplatz. Wahrscheinlich fand das nur mein Junior klasse. Ich überlegte ernsthaft, ob ich das Pferd aufräumen sollte, ob und wie mich dieser Unfall beeinflußt. Aber dann entschied ich, dass wir das ja eignentlich können und die Sicherheit kehrte wieder.

Dann gings irgendwann in den Parcours. Sieben Hindernisse, acht Sprünge. Lubi bekam wieder ihren Tunnelblick und legte los, das Ganze machte richtig Spaß. Das Resultat war dann eine 7,3 ohne Abzüge – und ein siebter Platz. Einfach genial, Lubis erstes Schleifchen und mein erstes Springschleifchen seit fast zwanzig Jahren.

Meine Bekannte durfte sich dann „Die Handschuhe hätte ich gerne öfter mal!“ anhören…

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