Ein Tag im September…

Bei Frau Kreativberg gibt es eine Aktion, die ich ganz witzig finde. Da mache ich heute mal mit. Auch wenn es ganz schön aufwendig war, sich alles zu notieren – ich weiß nicht, ob ich das noch einmal machen will. Hier also der ganz normale Wahnsinn eines ziemlich normalen Tages im Hause Cotoneaster – nein Danke!

Um 6:20 klingelt Schnäuzelchens Wecker, den ich wie immer nicht höre. Ein Viertelstündchen liegen wir noch dösend, dann wird aufgestanden und schnell angezogen.

Weil ich gestern vergaß, Brot zu kaufen, muß ich noch schnell zum Bäcker, dabei merke ich die Viertelstunde, denn es hat deutlich mehr Verkehr als gewohnt (Ich hole immer wieder mal morgens frisches Brot, nicht, weil ich das immer vergesse, sondern einfach so).

Schnell das Brot ins Haus gebracht und dann ab in den Stall. Beim Heu füttern bin ich heute richtig schnell; für Heu, Wasser und das Ansetzen der Rübenschnitzel brauche ich heute nur acht Minuten.

Zurück im Haus – Umweg: Pflücken eines Apfels für Schnäuzelchens Brotzeit – sind die Kinder wach und spielen in ihrem Zimmer. Es ist zehn nach sieben. Schnell waschen und umziehen, dann sind die Kindelein dran.

Das Prinzeßchen wird gleich angezogen, Junior darf im Schlafanzug frühstücken. Wir marschieren runter, Schnäuzelchen richtet beiden Kindern das erste Brot, während ich den Kakao zubereite. Dann schmiere ich Brote für Schnäuzelchen und ein Kindergartenbrot für Junior.

Um halb acht sitze ich auch endlich am Tisch und kann frühstücken. Zehn vor acht dürfen die Kinder aufstehen und spielen – endlich kann ich meine Zeitung lesen, während Schnäuzelchen das Haus in Richtung Arbeit verläßt.

Nachdem ich mit der Zeitung fertig bin, räume ich den Tisch ab, dann gehen wir zähneputzen. Junior muß sich noch anziehen.

Ich fahre Junior in den Kindergarten, wir sind mal wieder zu spät dran und die Kinder sind schon im Morgenkreis, als wir kommen.

Wieder zu Hause ziehe ich schnell meine Stallklamotten an und stecke das Prinzeßchen in die Matschsachen und Gummistiefel. Ab geht’s nach draußen,  denn um neun kommt der Hufschmied. Zum Glück erinnert mich mein Handy daran, daß ich den Sauerteigansatz vorher noch durchrühren muß, den hätte ich vergessen.

Beim Schmied muß ich die Beine der Pferde anheben und hochhalten, damit der Hufschmied – der unsere Pferde übrigens seit Mitte der achtziger Jahre beschlägt – Pediküre machen kann.

Erst das rote Pferd: Vier Hufeisen abnehmen, ausschneiden (dabei werden die Hufe gekürzt, da sie ja unter den Hufeisen keinen Abrieb erfahren und sozusagen ‚ungehemmt‘ wachsen – einen Zentimeter im Monat). Da jetzt der Winter kommt, wo keine Turniere mehr sind, kommen nur noch vorne Eisen drauf, hinten bleibt sie barhuf. Dauer: ca. eine Dreiviertelstunde.

Dann das Nachwuchspferd. Sie darf nun nach ihrer krankheitsbedingten Zwangspause wieder geritten werden und bekommt daher vorne wieder Eisen. Die braucht sie leider, weil ihre Hufe so gut wie kein Gewölbe aufweisen und sie daher bei jedem Tritt auf Steinchen hinkt. Hinten geht sie aber ohne „Schuhe“.
Dauer hier ungefähr eine halbe Stunde.

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Die Schwarze wurde nur ausgeschnitten, sie hat nie Hufeisen, braucht sie nicht. Knallharte, feste Hufe, wie man sie sich wünscht. Zehn Minuten.

Zuletzt das Springpferd, sie trug vorne Eisen wegen der Turniere, nun über den Winter geht auch sie barhuf. Sie braucht die Eisen sowieso nur, damit man für die Prüfungen zum besseren Halt Stollen eindrehen kann. Eine Viertelstunde ungefähr. Um kurz nach Elf sind wir fertig, noch bezahlen, einen neuen Termin in acht Wochen festlegen und die Stallgasse fegen.

Währenddessen hatte Frau Mutter schon ein wenig gemistet und das Prinzeßchen überwacht. Nun wurde noch schnell der Stall fertig ausgemistet, eingestreut, nochmal gefegt ^^.

Dann das Westernpferd und die Rote auf die Waldkoppel. Eigentlich hätte der Traber auch noch mit gesollt, aber er ließ sich nicht einfangen. Bitte, dann halt nicht, dann gibt es halt Heu statt Gras.

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Zwölf Uhr. Ab ins Haus, unter die Dusche und Haare waschen. Wenn der Hufschmied da war , stinkt man besonders.

Eine Maschine Wäsche angeworfen.

Zwanzig nach zwölf. Zum Föhnen der Haare reicht die Zeit nicht mehr. Ich wickele ein Handtuch darum, setze das Prinzeßchen ins Auto und fahre los. Ganz schnell noch einkaufen und dann Junior vom Kindergarten abholen.

Bis zum Supermarkt sind es keine fünf Minuten, bis ich ankomme, schläft das Prinzeßchen. Zum Glück ist es nicht mehr heiß, ich lasse sie schlafen und gehe einkaufen. Ohne das Handtuch. Da ich nur wenige Dinge brauche, bin ich in fünf Minuten wieder am Auto.

Als wir aus dem Kindergarten kommen, schüttet es. Das Prinzeßchen schläft immer noch. Zu Hause föne ich die Haare, dann gibt es Mittagessen. Es ist ein Uhr.

Um halb zwei sind wir fertig. Ich räume den Tisch ab und verstaue die Einkäufe, die Kindelein gehen spielen.

Dann will ich die Küche aufräumen, aber Junior möchte ein bestimmtes Buch haben, das wir gemeinsam suchen. Prinzeßchen wird erst wütend , weil sie keinen zweiten Keks bekommt, dann spielt sie mit ihrem Polizeiauto. Ich räume weiter.

Da die Kinder recht friedlich sind, wage ich mich sogar an die Küchenfronten. Und schaffe sogar alle, erstaunlich. Es ist zwei Uhr.

Wir lesen Janoschs „Komm wir finden einen Schatz“. Dann ist es halb drei.

Das Abendessen will vorbereitet werden. Zunächst die Vanillesoße, das geht ratzfatz. Anschließend hole ich die Küchenmaschine aus dem Schrank und bereite den Hefeteig zu. Die Kindelein sind aufgetaucht und schieben den Küchenstuhl neben mich. Lautstark streiten sie, wer auf welcher Seite des Stuhls stehen darf und das Prinzeßchen hat ständig die Finger im Biomüll, egal, wo ich den hinstelle. Dummerweise brauche ich ihn in meiner Nähe, wegen der tropfenden Eierschalen. Nur so kann ich mir erklären, wie mir ein gravierender Fehler unterlaufen konnte. Es ist drei Uhr.

Beide Kinder und mich umgezogen und ab nach draußen. Zum Umziehen der Kindelein brauche ich insgesamt zwanzig Minuten.

Die Kindelein verschwinden im Garten, ich im Stall, um das Springpferd von seiner Lehmpackung zu befreien. Pünktlich erscheinen die beiden Reitschülerinnen, aber sie brauchen recht lange, bis sie fertig geputzt und gesattelt haben, so daß wir mit einer Viertelstunde Verspätung auf dem Platz sind. Sie verfolgt mich heute, die Viertelstunde!

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Von zwanzig nach vier bis zwanzig nach fünf unterrichte ich, dann hole ich die Rote und das Westernpferd von der Koppel. Die beiden Reitmädels sind gründlich beim Versorgen ihrer Pferde nach der Reitstunde, es dauert. Daher komme ich erst kurz vor achtzehn Uhr wieder ins Haus.

Ich wundere mich über die Konsistenz des Teigs beim Formen der Dampfnudeln, denke mir aber erst nichts dabei. Ich setze sie auf und gehe schnell nach draußen und räume den Kofferraum meines Wagens leer, damit Schnäuzelchen die Winterreifen hineinräumen kann, denn morgen muß der Hutschefiedel in die Werkstatt. Schnell ieder ins Haus und den Tisch fürs Abendessen gedeckt.Die Dampfnudeln wollen und wollen nicht aufgehen, ich bin irritiert und überlege, woran es wohl liegen kann. Dann fällt es mir siedend heiß ein: In einen Hefeteig muß Hefe hinein – die steht noch brav auf dem Tisch. Dumm, das. Wir essen also gekochten, nicht aufgegangenen Dampfnudelkloß, Junior meint, es schmeckt gut. Ich hoffe, daß der Teig uns nicht schwer im Magen liegt.

Dann räume ich den Eßzimmertisch ab, während Schnäuzelchen die Mülltonnen bestückt, die heute abend raus müssen.

Um neunzehn Uhr erwartet mich eine weitere Reitschülerin, ich verschwinde also wieder nach draußen, sehr zu Juniors Empörung. Die Reitstunde ist nur eine halbe, ich überziehe ein wenig, dann versorge ich die Pferde für die Nacht. Heu, Wasser, Kraftfutter, noch ein wenig einstreuen.

Um viertel nach acht bin ich wieder im Haus. Die Kindelein sind zwar schon im Bett und haben ihre GuteNachtGeschichte bekommen, aber sie sind noch wach. Mama kriecht zu den beiden ins Bett, wir singen noch ein wenig und kurze Zeit später schnarchen wir zu dritt in Juniors Bett. Ich wache aber nach wenigen Minuten wieder auf, trage das Prinzeßchen in ihr eigenes Bett und wünsche gute Nacht.

Viertel vor neun. Noch schnell den Sauerteig gefüttert (wie kann etwas, was so widerlich riecht, so leckeres Brot verursachen??), die Küche aufgeräumt – Feierabend!

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2 Kommentare zu “Ein Tag im September…

  1. Liebe llewella,
    danke für dein Einblick in einen deiner Tagesabläufe. Ja, da hattest du so einiges aufzuschreiben. Dass nicht jedes Pferd Hufeisen braucht habe ich heute zum ersten Mal gehört 🙂
    Wie kann es sein, dass dein Sauerteig „widerlich“ riecht? Bist du es nur noch nicht gewöhnt oder …? Meiner riecht immer nur mild säuerlich, vermutlich auch deshalb, weil ich eine Mischung aus Dinkel und Roggenmehl zugebe. Wie klappt denn dein Brotbacken, habe nie mehr was davon gehört 🙂
    Ganz liebe Grüße von
    Barbara

    • Ich glaube, das „widerlich“ ist einfach ein Nasenproblem. Meine Nase ist extrem empfindlich und ich rieche noch Dinge, wo andere Menschen gar nichts mehr wahrnehmen, daher habe ist das wohl so empfunden.

      Gruß
      Llewella

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