Lebewohl, Churchill

Auch dies gehört leider dazu. Als wir unseren Hof kauften, blieb einer seiner Bewohner bei uns. Ein roter Kater mit ausgeprägtem Selbstbewußtsein. Eigentlich war ihm ziemlich egal, wer ihm seine Dosen öffnete oder seine Streicheleinheiten verabreichte. Während seine Schwester Amanda lieber mit ihrer alten Herrin in die Stadtwohnung zog – sie war mit keinerlei Einschmeichelungsversuchen unsererseits dazu zu bekommen, unser Haus zu betreten – arrangierte sich der rote Kater wunderbar. Seine Futterstelle hatte sich nicht verändert, der Holzofen im Wohnzimmer war noch da, um sich zu wärmen und eine Couch, um darauf zu thronen, gab es ebenfalls. Warum also umziehen?

Eigentlich hieß der Kater ja Georgeo. Weil er den Vorbesitzern des Hauses in Italien zugelaufen war, als kleines Kätzchen, daher wissen wir ziemlich genau, wie alt er geworden ist. Bei der ersten Vorstellung verstanden wir aber „Churchill“. Zwar wunderten wir uns über einen solchen Namen, aber nachgefragt haben wir dennoch nicht. Es blieb bei Churchill. Oder einfach nur Kater.

Mäkelig war er, der Herr. Was ihm heute schmeckte, tat dies morgen garantiert nicht mehr. Wir waren ständig angehalten, neue Futtersorten zu kaufen, Abwechslung war sein Lieblingswort. Und wehe, es ging nicht schnell genug mit dem Menü. Dann hatte man ganz schnell mal eine Katzentatze am Hosenbein sitzen. Er wußte sich durchzusetzen.

Mäuse brachte er als Schmankerl regelmäßig nach Hause. Einmal lag sogar eine veritable Ratte vor unserer Terrassentüre. Unnötig zu erklären, wer ihm wohl den dicken Abszeß verursacht hatte, der wenige Tage später seine Backe zierte.

Nachts im Haus war auch so eine Sache. Besser setzte man ihn am Abend nach draußen – es sei denn, man wollte zuverlässig um spätestens halb sechs lautstark geweckt werden. Sein Miauen konnte einen aus dem Tiefschlaf holen.

Sechzehn Jahre ist wohl kein schlechtes Alter für eine Katze. Noch vor zwei Wochen war er eindeutig der Herr im Haus, Theo hatte nichts zu melden. Dann ging alles recht schnell. Auf die Couch klappte nicht mehr, die Hinterbeine wurden sehr wackelig. Dann fraß er nicht mehr, saß apathisch im Regen und realisierte nicht einmal, daß man sich ihm näherte. Es war Zeit.

Glücklicherweise ist Junior schon alt genug, um zu verstehen, warum der alte Kater nun unter der Forsythie liegt. Dort, wo die Sonne hin scheint. Das Prinzeßchen tut sich da schon sehr viel schwerer…

Churchills Lieblingsplatz - zwischen Clematis und Pfingstrose

Churchills Lieblingsplatz – zwischen Clematis und Pfingstrose

Auch eine bequeme (?) Möglichkeit...

Auch eine bequeme (?) Möglichkeit…

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Wer es bis hier runter geschafft hat: Bei Kalle gibt es noch mehr Katzen.