Siebter Sinn?

Gelegentlich frage ich mich schon, ob man als Mutter ein speziell ausgebildetes, zusätzliches Sinnesorgan besitzt. Eines, das ganz laut wird, wenn die Kinder irgendwo Unfug anstellen.

Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich heute nachmittag das dringende Bedürfnis verspürte, im Haus nach den Kindern zu sehen, die ungefähr zwanzig Minuten zuvor darin verschwunden waren, weil ihnen draußen zu kalt war (Verständlich, es schneeregnete ungemütlich). Eigentlich hatte ich ja noch ein Pferd bewegen wollen, so blieb es beim Heu füttern und dann – der Zwang nach drinnen.

Zunächst die Kontrolle der Gartenbekleidung. Gummistiefel fein säuberlich neben dem Brenner der Heizung. Soweit, so gut. Juniors Jacke aufgehängt – die Ärmel aber nach innen gezogen. Prinzeßchens Jacke ebenfalls halb verkehrt herum und herumliegend, desgleichen ihre Matschhose.

Ich ging nach oben, im Erdgeschoß rufend: „Junior, Prinzeßchen!“ Von oben schallte Juniors Stimme „oh, oh!“. In jenem speziellen Tonfall, in dem man „oh, oh“ eben sagt, ich glaube, Sie kennen den. Ich dachte mir zunächst nichts dabei. „Geht bitte in den Keller und dreht eure Jacken richtig herum!“. Gemecker von oben. „Wir sind aber schon im Schlafanzug und wollen ins Bett.“ Alles klar, nachmittags um fünf. „Ist mir egal, runter mit euch!“

Dann gehe ich in die Küche und bin leidlich irritiert, dass kein einziger der Minimuffins fehlt, die ich für morgen für die Faschingsfete des Kindergartens gebacken habe. Ich  gehe nach oben, währenddessen muß Junior in den Keller gedampft sein, denn es ist nur noch das Prinzeßchen oben.

Und ein verwüstetes Badezimmer.

Ein Cocktail, gar wunderbar duftend, aus den Anziehsachen zweier Kinder nebst Handtüchern und drei benutzten Badezusatzfläschchen. Nein, sie hatten nicht gebadet, sondern nur das Zeug in der Wanne herum verschmiert. Auch im Waschbecken. Dort lag auch Juniors Zahnpasta. Als ich den Schrank öffne, um sie wegzuräumen, findet sich hier auch totales Chaos – geöffnete Zahnpastatuben, Schaum im Schrank. In dem Regal, in dem immer die Badezusätze stehen, ebenfalls Badezusatz (ausgelaufen) und Schaum. Unter einem ausgelaufenen Fläschchen immerhin ein paar Stück Klopapier…

Ich wundere mich schon, daß ich ruhig geblieben bin. Ich schickte Junior einen Eimer und Schwammtuch holen, bewaffnete das Prinzeßchen mit dem eh schon vorhandenen Schwammtuch und hieß beide putzen. Klo, Badewanne, Dusche, Waschbecken. Spiegelschrank und Regal übernahm ich, ebenso danach das Wischen des Bodens.

Ich bin mir nun aber nicht sicher, 0b die disziplinarische Maßnahme den passenden Erfolg zeitigen wird – die Kindelein hatten nach anfänglichem Gemosere Spaß am Putzen und tauschten durch. „Ich putze jetzt nach, was Junior nicht geschafft hat!“ und „Ich putze nach, wo das Prinzeßchen nicht so gründlich gearbeitet hat!“ AAAAARGH!!!

 

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8 Kommentare zu “Siebter Sinn?

  1. Ja, es gibt diese Momente im Leben, da weiß eine Mutter einfach, dass da was im Busch ist. Respekt dass du so ruhig geblieben bist. Ich hätte die Damen des Hauses wohl am Mast hochgezogen oder in einem Weidenkörbchen auf der Weser ausgesetzt 😉
    Gruß Frau Käferin

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