Leberkäs‘

Wir sitzen bei der abendlichen Brotzeit. Die Kinder, allen voran das Prinzeßchen, sind hundemüde.

Ich schmiere dem Prinzeßchen eine halbe Scheibe Brot mit Butter. Darauf möchte sie Leberkäse, also bekommt sie eine halbe Scheibe. Die Scheibe ist ungefähr einen Zentimeter dick, bedeckt dafür die halbe Brotscheibe nicht ganz, aber fast.

Das Prinzeßchen meutert, sie wolle eine ganze Scheibe auf das Brot, was Schnäuzelchen ihr verwehrt. Und nun geht es los, das Theater. Sozusagen Komplettprogramm.

Das Heulen beginnt, immer wieder unterbrochen von „Ich will aber eine ganze Scheibe“, steigert sich zum Crescendo. Wir lassen uns nicht beirren. Das Prinzeßchen zeigt uns, wo der Leberkäse das Brot nicht bedeckt, immer noch heulend. Wir machen noch einmal unseren Standpunkt klar, das Abendessen geht weiter, in sich steigernder Heulbojenbegleitung.

Schließlich wird es Schnäuzelchen zu bunt, er nimmt das Prinzeßchen mitsamt ihres Stuhles, trägt beide in die Küche, erklärt dem heulenden Mädchen, es könne wieder zu uns kommen, wenn sie sich beruhigt hätte und schließt die Schiebetür.

Erstaunlich, aber wahr – das Geheul kennt noch eine Steigerung. Zwischendrin bricht ein wütend gekreischtes „AAAAAAAAHHHHH“ aus dem Kind hervor. Schnäuzelchen und ich gucken uns mit hochgezogenen Augenbrauen und aufgerissenen Augen an, fangen an zu grinsen, Junior beginnt zu lachen.

Scheinbar hat das Kreischen aber beruhigt, denn kurz darauf ist Ruhe in der Küche. Also wird das Prinzeßchen wieder an den Tisch geholt. Des Dramas zweiter Akt beginnt.

„Aber da guckt Brot unter dem Leberkäs‘ raus!“, Schnäuzelchen verschiebt den Leberkäs an die fragliche Stelle. Da nun natürlich an der anderen Seite noch VIEL mehr Brot rausguckt, beginnt die Sirene von Neuem.

„Ich will aber eine ganze Scheibe!!!!!!“

Ich schnappe mir ihr Brot, greife zum Messer und schneide die 1cm dicke Scheibe durch, so dass es nun zwei dünnere Scheiben sind. Als ich beginne,  heult das Kind „Mama, mach das nicht!!! Laß das!!!!!“.

Ich lege beide Scheiben aufs Brot, sie holt gerade wieder Luft, um ihr Gebrüll zu steigern. „Da, guck, jetzt guckt kein Brot mehr raus.“

Funkstille. Als hätte jemand einen Knopf gedrückt.

 

 

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Widerstand ist zwecklos!

Wie bei den Borg erging es mir mit diesem Stoff, als er herauskam. Den musste ich einfach haben und glücklicherweise konnte man ihn vorbestellen, denn beim ersten Erscheinen war er ruckzuck weg und diesem Kaufwahn schließe ich mich nie an. Dann habe ich eben Pech gehabt.

Hier aber hatte ich Glück und konnte den wunderschönen Biene-Maja-Stoff nebst Kombistoff ergattern. Aus dem Hauptstoff sowie den blauen Kombiblümchen entstand hier ein Drehkleid nach dem Schnitt Littlezoe von lasaridesign.

Bereits auf der Ankleidepuppe fand ich das Kleid einfach nur süß, obwohl ich mir überlegte, ob die Kombination der Stoffe umgekehrt nicht besser gewesen wäre. Das Prinzeßchen liebt ihr neues Kleid sehr, um nicht zu sagen, sie ist hin und weg davon. Auch, weil es so großartig dreht.

Auch die Reaktionen im Kindergarten und beim Einkaufen am heutigen Tag waren eindeutig – alle Leute waren total begeistert!

Ich habe noch einen anderen Stoff, den ich vielleicht mit diesem Kleid vernähen will. Allerdings überlege ich, ob ich da eine Nummer größer nähen soll. Da es sich aber um Doppelgrößen handelt, ist das vielleicht nicht optimal. Eventuell aber auch nur die Rockteile ein wenig verlängern?

Nun, wie dem auch sei, hier kommen Bilder für Euch, die ich dann auch bei HOT und beim Creadienstag verlinken werde:

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Im Gemüsegarten

Wenn auch der Ziergarten zur Zeit alles verdient, aber nicht die Bezeichnung „Ziergarten“ – im Gemüsegarten gedeiht es prächtig. Nur der neu ausgesäte Spinat will komischerweise nicht aus der Erde kommen, aber dann säe ich eben noch einmal.

Ansonsten entwickeln sich die Pflänzchen prima. Der Broccoli ist ja schon geerntet, der Blumenkohl macht großartige Köpfe – das ist für mich etwas ganz Neues, der gelang mir irgendwie sonst nie. Die Erbsen haben toll angesetzt, Fenchel und Kohlrabi sehen auch gut aus. Die eine Sorte Steckzwiebeln macht irgendwie komisches Zeug, sie bildet keine richtigen Zwiebeln sondern sieht aus wie vier Lauchzwiebeln, die da wachsen sollen, wo eigentlich eine einzelne Zwiebel erwartet wird. Seltsam.

Die zweite Fuhre Zitronenmelisse trocknet auch auf dem Garagendach. Lecker.

Der Zauberlehrling Cameron

oder Gedanken und Worte unseres berühmtesten Vordenkers: Johann Wolfgang v. Goethe

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
bist schon lange Knecht gewesen:
nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
oben sei ein Kopf,
eile nun und gehe
mit dem Wassertopf!

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!

Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willst am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Holz behende
mit dem scharfen Beile spalten.

Seht da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
gleich, o Kobold, liegst du nieder;
krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich, brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
stehn in Eile
schon als Knechte
völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

„In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu seinem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.“

Vogelretterin

Da kommt meine Tochter doch gerade mit diesem Federtier auf der Hand an. Er hatte wohl beim fliegen lernen eine Bruchlandung im Pferde Wassereimer hingelegt. Beherzt griff sie zu und brachte ihn mir. Nun sitzt er dort auf dem Brett und ist ein bisschen nass. Gut, dass es heute warm ist.