Hafenspaziergang im Timpe Tee

Wir beginnen unseren Spaziergang in der Nähe des Fährhafens. Bei den Robben, die faul auf ihrer Sandbank liegen. Leider können Sie an den Fotos nicht erkennen, dass einer ganz fröhlich herumhüpfte. Was man bei einer Robbe eben so hüpfen nennt. P1110362

Wir verholen uns weiter in Richtung Süden. Nur ein paar Meter, denn da liegt an der Pier ein hochinteressantes Schiff – die Rebekka af Fano. 1921 wurde sie auf der Lieblingsinsel erbaut und ist der einzige Ewer ganz Dänemarks, der heute noch fährt. Während die Kinder und ich uns daran machen, vom Kai aus die Rebekka ganz genau zu besichtigen, tritt auch schon der Hauptdarsteller des heutigen Artikels auf den Plan. Er ist gelbweiß gestreift und wird von mir sehr geliebt. P1110377

Während Sie sich nun also die Rückenansicht des Shirts mit dem wunderbar zur See passenden Namen „Timpe Tee“ ansehen, erkläre ich schnell mal den Kindern verschiedene Dinge zur Besegelung der Rebekka. P1110390

Wir marschieren nun weiter am Kai entlang Richtung Jachthafen. Finden Sie nicht auch, dass der graue Ankerplott hervorragend zu den Streifen und vor allem zu unserem heutigen Ausflug passt? Da ich keinen Plotter habe, habe ich mir das gute Stück auf der roten Verkaufsplattform mit Herz anfertigen lassen. P1110404.JPG

Auf dem Weg zum Yachthafen steht eine alte Kanone, die wir natürlich auch besichtigen mussten. Die Hose, die ich da trage, ist übrigens auch selbstgenäht und firmiert bei mir als die „Bequemhose“. Jeansstoff mit Elasthan, oben kein Knopf, sondern ein Bündchen mit Gummizug. Bequem wie eine Jogginghose ohne deren Optik, denn so was kann ich gar nicht brauchen. Es ist, natürlich, eine LieblingsbuxeP1110436P1110437

So, während wir uns hier nun noch den Yachthafen ganz genau ansehen – auf Wunsch eines einzelnen jungen Herren – bekommen Sie noch die Infos, auf die Sie vermutlich warten. Schnitt („Timpe Tee“) und Stoff („Streifenliebe“) gibt es beim Stoffbüro. Das Timpe Tee ist fix genäht, allerdings war mein erstes etwas zu groß, obwohl in meiner normalen Größe genäht. Dieses hier ist in 36 und passt perfekt. Es ist mein zweites, aber vermutlich nicht mein letztes Timpe Tee!

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Und ab zum Creadienstag, zu Handmadeontuesday und Dienstagsdinge.

Sommerurlaub 2017 – Teil IV

An der Südspitze unserer Lieblingsinsel gibt es Watt. Und dort findet man auch am ehesten Bernstein, habe ich mir sagen lassen. Vor allem, wenn es gestürmt hat. Aus südlichen Richtungen. P1110145

Hm. Stürmisches Wetter hatten wir ja, allerdings aus Nordwest. Egal, das Wetter lud an dem Tag nicht gerade zum Windschutzaufbauen auf, also auf ins Watt zum Auslüften. Vielleicht läuft einem ja ein Bernstein über den Weg (ein einziger tat es!). Die Kinder waren auch erstmals daran interessiert, zu suchen, also nahmen wir die typische gebeugte Haltung ein, vor allem über den Flecken mit angespültem Zeugs. Wir ließen uns ungefähr eine Stunde durchpusten – und es pustete gut, wie man an meiner Kapuze sieht, so was ziehe ich nicht einfach so auf 😉 P1110160

Der Burgbaumeister übte derweil Wattwettlaufen und Wattwetthüpfen mit unseren Kindern…P1110217P1110186P1110190
Auch irgendwie schön, das Watt!P1110168P1110178

Und hier haben Sie noch den Beweis, dass nicht nur der Burgbaumeister, sondern auch Schnäuzelchen mit von der Partie war. Naja, zumindest seine Füße. Aber normalerweise ist er dann auch dabei, wenn er seine Füße mitschickt…P1110262

Herbstkind-SewAlong #3

Inzwischen bin ich mit meinen Planungen fürs SewAlong schon weiter gediehen. Der Stoff ist bestellt und auch schon da. Junior hat sich für einen türkisen Softshell entschieden. Es ist nicht der ursprünglich gewünschte, aber auch diese hat die „verändert sich bei Regen“ Eigenschaft, allerdings mit Ökotexzertifizierung.

Als Schnittmuster haben wir die Jona von Lolletroll ausgewählt. Junior hat sich nun doch für deren Version der abnehmbaren Kapuze erwärmen können. Aber wir werden wohl die eine oder andere Sache unseren Wünschen anpassen.

Abgefüttert wird mit einem gelben Baumwollfleece, dazwischen kommt eine Schicht Thinsulate. Reflektierende Paspeln sind Pflicht und ein halbwegs passendes Garn habe ich auch, auch wenn ich vermute, dass die Overlock bei diesem Projekt weniger zu tun haben wird als die Nähmaschine.

so, nun werde ich mal schauen, wie die Planung bei den anderen so aussieht!

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Ein fauler Turniertag

Wie? Faul und Turnier – wie geht das zusammen?

Na, ganz einfach: indem man reiten läßt!

Denn heute war die Reitbeteiligung des Springpferdes dran. Ich musste mich nur in ein fertig gepacktes Auto setzen, alles vorher hatte sie schon erledigt.

Auf dem Turnier konnte ich jede Menge zusehen und ratschen, denn das Mädel (eigentlich firmiert sie schon unter junge Frau, aber irgendwie sind meine Reiterinnen alle „die Mädels“) erledigte auch hier alles selbstständig.

Nur beim Abreiten hatte ich ein Auge drauf und es gab ab und an ein paar Tipps von mir, aber viel war nicht notwendig.

Und das Ergebnis war erst große Klasse: Mit 7,1 sicherten sich die beiden einen zweiten Platz in ihrer zweiten gemeinsamen Dressurreiter-A. Und ließen einige hinter sich, deren Pferde dem Modell des „Dressurpferdes“ viel mehr entsprachen als unser Schlaks von Springpferd.

Ich bin richtig stolz auf die Beiden!

Ich hab‘ ein Hemd genäht!

Frau Mutter kam auf mich zu, sandte mir einen Link per Skype. „Könntest Du Dir den Stoff für das Prinzeßchen vorstellen?“ Oh ja, und wie ich konnte!

Glücklicherweise gab es in der Sommerottobre 2017 endlich mal einen Schnitt für ein Kinderhemd. Auch für Mädchenblusen, aber das Prinzeßchen wünscht sich schon lang ein „richtiges Hemd“. Weil Junior Hemden liebt. Das vermutlich, weil auch Schnäuzelchen, der Herr Papa, gerne Hemden trägt. (Juniors neues Hemd zeige ich Ihnen dann auch noch!).

Obwohl ich ja doch immer reichlich Respekt vor den Anleitungen aus der Ottobre habe, weil sie so kurz und knapp gehalten sind, ging es diesmal recht fix. Anscheinend habe ich inzwischen genug Näherfahrung, um recht schnell zu verstehen, was mir die Anweisung sagen will. Zwei Mal durchlesen reicht in der Regel. Auch die Kragenlösung ist nicht schwierig umzusetzen.

Das Prinzeßchen ist jedenfalls sehr begeistert von ihrem Hemd und trägt es gerne. Es ist bequem, macht alle wilden Bewegungen mit und der Stoff glitzert richtig schön! So ein ganz echter Regenbogenfisch-mit-Glitzerschuppen-Stoff eben!

Und weil wir alle so angetan davon sind, werde ich es heute beim Creadienstag, bei Handmadeontuesday und bei Dienstagsdinge zeigen.

Schnitt: Raglanhemd „Safari“, Ottobre 3/17, Größe 116
Stoff von Stoff-Flausen

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Sommerurlaub 2017 – Teil III

Was macht man auf der Lieblingsferieninsel bei schönem Wetter?

Sandkuchen backen:

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Hinter dem Windschutz liegen und lesen, schlafen, lesen… Auch wenn der Himmel blau und die Außentemperatur bei 26 Grad an diesem Tag lagen – der Wind ist einfach immer da und kühl. Man tut gut daran, ihn auszusperren und am Besten geht das mit einem Windschutz Marke Anno dunnemals. Solche sieht man kaum noch am Strand – und wenn, kann man sicher sein, dass sie zu Leuten gehören, die ebenfalls schon in der dritten Generation auf die Insel kommen…
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Das traumhafte Wetter und das Rauschen der Nordsee genießen:

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Burgen bauen: P1100791

Eis oder Kaffee genießen. Merke: Der Herr Verkäufer ist reichlich irritiert, wenn man mit seinem eigenen Coffee-to-go-Becher kommt…P1100793

Der Burgbaumeister hat sich langsam aufgewärmt:P1100796

Drachensteigen geht bei dem Wetter mit Kinderdrachen nicht so gut. Dafür hat es dann doch zu wenig Wind…P1100818

Dann legt man doch lieber als Burgbaulehrling los:P1100823

Man beachte die sehr viel routiniertere Bauhaltung des Meisters im Vergleich zum Lehrling:P1100829

Die Sache mit dem Burgenbauen war heuer ansteckend – Lehrling Nummer zwei legte auch noch los:P1100852

Schwimmen gehen. Auch wenn das Eintauchen ins kalte Nass Überwindung kostet – wenn man mal drin ist, ist es sooooo schön!P1110006

Und einfach den Zauber der Insel genießen…P1100865

Sommerliche Nachlese Teil II oder die unendliche Geschichte

Im April 2016 sah es bei uns so aus:

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Mein Mann, auch nicht mehr der Jüngste, hat gebuckelt wie blöd um die maroden Platten von unserer Terrasse runterzubekommen. Feuchtigkeit war überall in die Fugen eingedrungen und hatte die Platten platzen lassen. Dadurch fand das Wasser aber auch seinen Weg zum Haus und in die Wände. Also musste etwas geschehen.  Der Kostenvoranschlag für diese Arbeit plus des Wegbringens des Schrotts war so immens hoch, dass wir beschlossen es selbst zu machen. Für die restliche Sanierung und das Neuverlegen der Platten beauftragten wir eine Firma.  Ich schrieb ja schon davon.  Also wurden die Wände sachgerecht isoliert und die Betonplatte ebenfalls. Das Jahr 2016 neigte sich dem Ende zu und es tat sich weiter nichts. So eine Betonterrasse hat ja auch seinen Reiz.

Das Jahr 2017 begann. Es wurde warm, es wurde heiß, es tat sich nichts. Verständlich, denn es war ja auch glutheiß und die Sonne knallte nur so herunter. Für Estricharbeiten gänzlich ungeeignet.  Und dann endlich, juchuuu, sollte das vorbei sein. Zumindest wurde jetzt einmal vermessen. Und das ebenfalls bei Gluthitze.

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Und dann, am 11 Juli geschah das Wunder!  Und es wurde richtig spannend. Zuerst kam der Meister, dann seine Helfer. Sie legten schnell eine dicke Plane auf unseren Rasen.

DSC08775aDann kam auch schon der Zementmischwagen. Oje, wie will der denn den Zement auf die Plane bringen? Der wird doch nicht meine Rosen platt machen?

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Die Sache klärte sich rasch auf. Übrigens: So etwas hatte ich noch nie gesehen.

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Der hatte hinten dran ein Tentakel, das konnte er ausfahren und steuern.

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Es reichte tatsächlich bis zur Plane. Und dann ließ er den Zement einfach rauslaufen. Meine Rosen hat er nicht einmal berührt! Schon bald war an ansehnlicher Haufen auf der Plane und die Männer schafften ihn auf die Terrasse, um ihn dort zu verteilen.

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Die haben wirklich gewühlt. Super saubere Arbeit übrigens. Man kann nicht meckern. Es war aber auch ein idealer Tag. Bedeckt. So wie es für solche Arbeiten notwendig ist.

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Seither sitzen wir, bzw. saßen wir immer noch auf dem grauen Boden.   Zwischenzeitlich sind wir unter unseren Kirschbaum gezogen, denn der Boden musste ja erst durchtrocknen.  Das war allerdings nicht so erfreulich, da uns die Amseln, Spatzen und Stare pausenlos aufs Hirn gesch………… haben. Mit dem Durchtrocknen hatte es allerdings  auch so seine Schwierigkeiten, denn die Terrasse wurde ja reichlich von oben gewässert. So und nun warten wir. Es ist Schietwetter derzeit. Da wird sicher niemand zum Plätteln kommen. Nächste Woche soll es wieder mal besser werden. Wenn es denn wahr wird. Obwohl die Warterei lästig ist, ist es uns doch sehr recht, dass unsere Firma sich die Tage, an denen weitergearbeitet werden kann sorgfältig aussucht, denn sie wollen es ja sachgerecht und ordentlich machen. Sie können nichts dafür wenn Petrus nicht verlässlich ist. Wie heißt es so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt, in jeder Beziehung.

 

Sommerurlaub 2017 – Teil II

Ich muss Ihnen einfach noch ein paar Bilder von der Passat zeigen, ich hoffe, ich langweile Sie damit nicht. Aber mir ging es wie Schnäuzelchen – dieser Großsegler hat mich so unglaublich beeindruckt… Schon als Kind war ich von Segelschiffen fasziniert, stand damals schon vor der Passat und sogar auch schon auf der Gorch Fock (II), als sie einmal in Kiel lag und Open Ship hatte. Toll, einfach nur toll. Hach.

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Blick in die Wanten, über die die Seeleute in den Mast aufentern. Wußten Sie zum Beispiel, dass die waagrechten Leisten normalerweise ebenfalls aus Webleinen, also ganz früher mal Hanf und später synthetische Materialien waren? Nur nicht bei den P-Linern. Damit die Seeleute gefahrloser aufentern konnten, wurden hier Holzleisten eingebaut!

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„Zwischen diese beiden Rahen passt doch im Leben kein Segel“, dachten wir uns sehr irritiert und fragten uns, ob irgendetwas am Rigg verändert wurde, als die Passat zum Museumsschiff wurde. Und wenn ja, warum. Aber nein, es ist ganz anders: Die obere der beiden Rahen im Bild wird mittels Flaschenzug – vom Deck aus! – nach oben befördert! Und wenn das Schiff in zu starken Wind gerät, kann man die Rah mitsamt gesetztem Segel – pardauz – nach unten sausen lassen, dann hängt das Segel zwar ungerefft und bauchig rum, bekommt aber keinen Winddruck mehr hinein und schon wird die ganze Sache etwas ungefährlicher. Pro Mast hat die Passat zwei solcher „Rutschrahen“. Eine großartige Sache, wenn man sich vorstellt, dass da ansonsten Männer rauf mussten, um die Segel zu reffen…

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Schnäuzelchen erwähnte es in seinem Artikel – 8 Meter Laderaumhöhe. Da sehe ich ganz schön winzig aus, da unten. Es war ein unglaublich beeindruckendes Gefühl, so tief im Bauch des Schiffes zu stehen!

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Hier hinten am Heck des Schiffes ist übrigens nur das Notruder. Ursprünglich war es unter Deck – aber als die Passat zum Segelschulschiff umgebaut wurde, benötigte man Platz unter Deck für die Unterbringung der Kadetten. Also wurde das Ruder kurzerhand aufs Deck verlegt.

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Hier das eigentliche Ruder der Passat in der Mitte des Schiffes, davor der Kompass und dahinter das Kartenhaus.

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Und endlich habe ich wieder eine richtig tolle Kappe für „gut“!

Sommerurlaub 2017 – Teil I

Welcher Gott auch immer für die Straßen zuständig sein mag – er meinte es heuer nicht so gut mit uns. Kamen wir bis zum späten Vormittag noch prächtig durch, war ab dann Schluss. Eigentlich hatten wir geplant, bis mittag in Lübeck zu sein, besser gesagt, am Passathafen in Travemünde. Das ging so richtig in die Hose, denn wir fuhren in einen Stau hinein, der 25 Kilometer lang war.

Die erste Möglichkeit, die sich uns bot, fuhren wir ab. Ich nahm die Karte und franste, gleichzeitig erklärte uns auch die elektronische Johanna den Weg. Ich hatte auch ganz tolle Wege gefunden, recht parallel zur Autobahn und alles gut. Wenn nur – ja, wenn es da nicht den Truppenübungsplatz Bergen-Belsen gäbe. Denn über den führten die wunderbaren ausgesuchten Straßen – und waren natürlich für Ottonormalautofahrer gesperrt. Also hangelten wir uns irgendwie drumherum und dran vorbei, fanden schließlich die passende Strecke – nur um dann auf dem Weg zum Priwall eine falsche Abzweigung zu nehmen. Eigentlich hatten wir direkt auf den Priwall fahren wollen – so mussten wir mit der Fähre hinüber und standen dann schlussendlich um 16:30 vor der Passat. Um 17:00 endete die Besuchszeit. Tscha.

Da wir sowieso in Lübeck in einer Jugendherberge übernachten wollten, beschlossen wir nun also, den Besuch des Schiffes auf Sonntag vormittag zu verschieben. Also wieder zurück über die Trave und auf der anderen Seite zurück zum Parkplatz marschiert. Dabei konnten wir dann noch die Verabschiedung eines Kreuzfahrtschiffes, der MS Europa, vom Ostpreußenkai aus miterleben. Mit allem Drumunddran, sogar einem Shantychor, der Seemannslieder schmetterte. Das war sehr spannend.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück erst einmal in die Lübecker Altstadt. Sonntag früh um neun war diese natürlich nahezu menschenleer und friedlich. Wir wanderten unsere Runde, erfreuten uns an den alten Gebäuden – und der neckischen Geschichte vom Teufel, der bei der Erbauung der Kirche mithalf, weil er dachte, sie solle ein Weinhaus werden – und dann ging es auf zur Passat, über die Schnäuzelchen ja schon an anderer Stelle berichtete.

Achtung – Bilderflut! Schnäuzelchen hat so schöne Aufnahmen gemacht, ich konnte mich nicht entscheiden. Theoretisch sollten Sie sie durch Anklicken auch vergrößern können.