Kinder und Regenwetter

Kinder finden immer etwas zu tun. Man muss sie nur lassen.

Unsere zwei wurden heute, als ich den Stall ausmisten ging, auch nach draußen geschickt. Junior trat durch die Türe. „Es regnet ja!“, stellte er fest. Es folgte kein Gemecker über das Wetter, sondern nur die Feststellung: „Ich zieh‘ mir ’ne Mütze an!“.

Weg waren sie, auf der Schaukel. Man musste ja ein bisschen Skispringen üben, denn heute nachmittag steht ja das Springen in Innsbruck an. Erwähnte ich schon einmal, dass die Kinder wintersportverrückt sind?

Einige Zeit später kam Junior dann in den Stall. Der Ablauf des Regenwassers vom Dach hatte es ihm angetan. Er wollte unbedingt einen Damm bauen und gucken, wie sich das Wasser verhält. Das Prinzeßchen war ebenfalls angetan von der Idee und schnappte sich eine etwas überdimensionierte Schaufel.

Während ich also die Laufbox fertig mistete, legten die Kindelein Hand an. Egal, dass es in Strömen von oben goß. Hauptsache, der Damm wurde fertig.

Danach haben sie übrigens ihre klatschnassen Sachen brav aufgehängt und ihre Schuhe an die Heizung gestellt. Darüber war ich denn doch ein wenig überrascht, denn in der Regel liegt das Zeug unkoordiniert in der Schmutzschleuse herum und ich muss sie erst einmal herbeirufen. IMG_4747IMG_4749IMG_4750

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Wassergeister?

Als wir um halb zwölf zu Bett gehen, trappelt es auf dem Auslauf. Nicht ungewöhnlich, dass da eine hin und her geht. Ungewöhnlich ist, dass es nicht aufhört.

Noch denke ich mir nichts dabei. Dann beginnt eine, mit dem Huf zu scharren. Ich stehe also auf, ziehe mich an und dackele in die Nacht.

Zwei dunkle Schatten stehen vor der Tränkewanne….

Ich gehe in den Stall, wo es aus des roten Pferdes Box genüsslich schnarcht. Wie immer also.

Ich mache alle Lichter an und leuchte mit dem Handy in die Tränkewanne. Voll bis obenhin. Wie frisch gefüllt. Davor ein in den Boden gescharrtes Loch.

In der Wanne ist etwas. Sieht aus wie eine ertrunkene Maus. Ich überwinde mich und greife bis zum Ellbogen ins kalte Wasser. Stöpsel raus, dann die nächste Überwindung. Der vermeintliche Mauseschwanz entpuppt sich als der Stiel eines Blattes.

Kaum ist das Corpus delicti entfernt, greife ich zur immer danebenliegenden Spülbürste und schrubbe die Wanne, während das Wasser abläuft – und die verflixten Biester fangen an, das eben noch verschmähte Wasser zu trinken.

Saubande!

Es ist eine Viertelstunde nach Mitternacht, als die Wanne frisch gefüllt ist, alle Pferde sich satt gesoffen haben und die Nasen im Heu versenken. Ich geh dann auch mal wieder ins Bett….