Ein geschichtsträchtiger Ausflug 

Nachdem uns Petrus am gestrigen Tag wirklich mit einem traumhaften Wetterchen beschenkte, war es heute wieder reichlich windig. Morgens waren es bereits fünf Windstärken, die im Laufe des Tages auf knappe sechs Windstärken auffrischten. Also kein Wetter fürs Faulenzen und Buddeln am Strand, aber man hat hier ja immer Alternativen.

Nach einem gemütlichen Frühstück schnürten wir also die Wanderschuhe, parkten das Auto auf dem Parkplatz hinter dem Fähranleger und wanderten los. Die Geo.cachingapp wies uns den Weg – zwei „Schätze“ konnten erfolgreich gehoben werden – und so marschierten wir forschen Schrittes auf Nordbys Norden zu, überquerten den Deich und fanden uns auf dem Wanderweg durch Gronningen.

Gronningen ist nur sehr dünn besiedelt. Wenige Bauernhöfe sind hier zu finden, ein Teil  wird landwirtschaftlich genutzt oder dient als Weideland. Ansonsten findet man viel unberührte Natur mit Wald und Wiesen.

Fast an der nördlichsten Spitze des Wanderweges befindet sich Flak Nord, die größte Bunkeranlage der Insel, die im zweiten Weltkrieg angelegt wurde, um die Einfahrt nach Esbjerg bei einer Invasion durch die Engländer zu schützen.

Die Bunkeranlage ist wirklich sehr beeindruckend. Teile davon wurden wieder freigelegt – denn die Dünen hatten sich das Gebiet zurückerobert – sodass man nun einige Bunker gefahrlos betreten kann. Auch Führungen werden in diesem Gebiet angeboten, die sicherlich sehr informativ sind. Es gibt sogar eine Webseite dazu, die mir selbst mit meinem rudimentären Dänisch einen kleinen Einblick geben kann.

Nachdem wir die Anlage eine geraume Weile durchschnüffelt hatten und die rollenspielenden Herren diskutiert hatten, was denn wohl an welcher Stelle gelegen haben musste (denn wir waren völlig uninformiert auf diese Stellung gestoßen, die oben erwähnte Webseite fand ich erst, als ich diesen Artikel schrieb), ging es weiter in Richtung der drei großen Windräder, die ein Viertel des Strombedarfes der gesamten Insel decken. Zwischendrin könnten wir uns sogar mit wilden Brombeeren stärken, die teilweise schon sehr süß waren, aber zwischendrin war auch der eine oder andere Muultrekker dabei. Brrrrrr.

Gute zwei Stunden benötigten wir, bis wir wieder am Auto angelangten. Knappe sechs Kilometer sind wir insgesamt marschiert – die Bunkeranlage eingeschlossen. Das ist schon eine ganz ordentliche Strecke für die Kindelein, die sie nahezu ohne Murren hinter sich brachten.

Übrigens: wenn man mal in einem geschützten Bereich stand, merkte man, wie warm es eigentlich ist. Da waren dann Pullover und Windbreakerjacke eindeutig zu viel des Guten. Dort, wo es pustete, waren wir damit aber gut beraten!

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