Von Deppen im Schnee…

… gleich drei von der Sorte konnte ich heute erleben. Nein, die Kindelein waren unschuldig, die haben nur mal wieder mit den Inlinern Biathlon gespielt… Obwohl ja eigentlich angesagt ist, dass sie nur Inliner fahren sollen, wenn die Straße trocken ist, was durch den tauenden Schnee heute nicht der Fall war. Nun ja.

Die Deppen gingen heute auf vier Beinen. Ich hatte nämlich die glorreiche Idee gehabt, dass ich mit zwei Reitschülern heute ausreiten könnte. Die sitzen beide schon ziemlich stabil im Sattel und beherrschen auch den leichten Sitz. Und die Pferde sind ja brav… Die nicht ganz so brave hatte ja ich unter dem Allerwertesten.

Nun ja – wir ritten so gemütlich durch den Schnee, alles war bestens. Bis zur Biogasanlage. Hier trat Depp Nummer eins in Aktion, was aber zu erwarten gewesen war. Diese Biogasanlage findet mein verhindertes Springpferd jedes, aber auch jedes Mal gefährlich. Im Schritt vorbei geht nicht, da landet man unweigerlich zehn Meter im Feld. Da ich das gerne vermeide – wer will schon auf Kriegsfuß mit den Landwirten stehen – geht es da normal im Trab vorbei. Mir ist zwar nicht klar, warum die Biogasanlage im Trab ungefährlicher sein soll als im Schritt – aber man muss Pferde ja nicht immer verstehen.

Wir also in ruhigem Trab auf das Corpus Delicti zu. Das Springpferd sieht – einen Minibagger. Der baggert nicht nur neben der Anlage, sondern klappert auch schön fleißig mit der Baggerschaufel. Da wir von hinten kommen, sieht er uns nicht.

Bumms, der Zosse steht – und nichts wie rein mit dem Rückwärtsgang. Die beiden eigenlich braven Vierbeiner finden das eine coole Idee und sind gleich voll mit dabei. Glücklicherweise lässt sich meine Dame schnell überzeugen, dass vorwärts doch die bessere Idee ist und es geht an der Biogasanlage im Trab vorbei.

Jaaaa – und dann hatte wohl das älteste Pferd im Bunde mit ihren 21 Jahren die närrische Idee, dass jetzt das Galoppieren angesagt sein und zog davon. Der junge Mann oben drauf brauchte eine Weile, bis er sie wieder angehalten hatte, aber das sah alles noch ganz lässig aus.

Wer gar nicht mehr lässig war, war das Springpferd, die eigentlich fand, man könnte jetzt mal ein prächtiges Wettrennen starten. Da ich sie nicht ließ, bekam sie ziemlich schlechte Laune und bei der dritten im Bunde war das nicht sehr viel besser. Aber alle drei beruhigten sich wieder und weiter ging es in gemütlichem Schritt.

Wie heißt es doch so schön? Je öller, je döller? Auf das rote Pferd traf das heute ganz besonders zu. Die Aktion mit dem Weggaloppieren brachte sie nämlich noch sage und schreibe zwei Mal. Während ihr junger Reiter sie immer wieder nach ein paar hundert Metern  problemlos zum Halt brachte und sie dann geduldig auf uns Nachfolgende wartete (so nach dem Motto „War da was?“)  hatten wir ein wenig zu kämpfen. Wettrennen, Sie verstehen? Geht ja gar nicht, dass da eine einfach davon galoppiert…

Heil daheim angekommen sind wir wieder. Und ganz ehrlich – dass die alte Dame noch so viel Spaß am Laufen hat, freut mich unglaublich!