Das Rätsel wäre gelöst

Die Frage nach der Bodenbeschaffenheit in meinem Garten nämlich. Lehm oder Ton, Ton oder Lehm? Dass nichts anderes infrage käme, war klar.

Da haben die Kinderlein heute draußen hingebungsvoll losgematscht. Kugeln geformt, Blumentöpfe geformt, was man eben so aus feuchter Erde machen kann. Die Hände waren dann eh schon super dreckig, warum also nicht mit dem Nützlichen verbinden?

Die Kinder durften also auf meine Anweisung hin Würste rollen. Da zerbröselte nichts. Also: Tonboden. 

Mittwoch, bewölkt, 9Grad

Ein erster Gartenrundgang

Denn es hat gerade einmal aufgehört, zu regnen. Die Natur braucht das Wasser, gar keine Frage, aber ich kann mich derzeit nicht so richtig damit anfreunden. Alles, was draußen noch nicht eingesät ist, wird dank des hohen Lehm- und Tongehaltes matschig und klebt an den Schuhsohlen. Was bin ich dankbar für unsere neuen Schotterwege, ohne die ginge derzeit wirklich nichts.

Aber es mußte sein, denn draußen haben sich die ersten Frühlingsvorboten gezeigt. Was besonders lustig ist: Dank der vielen Erdbewegungen blühen im Garten die Winterlinge nun auch an Stellen, wo sie vorher nicht waren. Wie hier zum Beispiel, an der Westseite des Hauses.

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Aber das gefällt mir gut. Bis auf den einen, der es gewagt hat, seinen gelben Kopf im Wohnzimmerbeet aus der Erde zu strecken, wo ich da doch im Rosa-pink-lila-blau-weiß Farbschema gepflanzt hatte. Was fällt dem Bengel ein, hier solche Unordnung zu treiben?

Ansonsten sieht das Wohnzimmerbeet unschön aus. Schnäuzelchen hat beim Ansäen des Rasens auch etliche Grassamen hinein verteilt und natürlich wächst das Unkraut. Die nächste Woche ist hier mehr Regen angesagt, aber ich hoffe, dass es danach ein wenig abtrocknet, damit ich das Beet frühzeitig vom Unkraut befreien kann. Bevor es sich wieder so fest setzt. p1080795

Das Einzige im Wohnzimmerbeet, das treibt, ist die Lenzrose. Wir können also mit ein bißchen Glück bald sagen, ob ich tatsächlich die Weiße eingepflanzt habe oder doch die Rote. p1080794

Die Töpfe auf der Terrasse sehen viel versprechend aus. Die rote Pfingstrose, die ich von der Schwiegermama bekam, zeigt schon einen Trieb. Die Rosen, die mangels anderer Möglichkeiten ebenfalls in Töpfen zu überwintern hatten, haben ebenfalls angesetzt. Das finde ich großartig, denn bei dem eisig kalten Januar war ich mir nicht sicher gewesen, ob die Pflanzen in den Töpfen ohne jeglichen Winterschutz überleben würden. p1080788p1080789

Unter dem Apfelbaum ist der Winterlingskreis schon recht ordentlich, wenn auch noch nicht vollständig. Als ich fotografierte, brummte mir auch schon das erste Bienchen um die Nase. p1080790

Unter der Weigelie blühen schon die Schneeglöckchen, im Wohnzimmerbeet noch nicht, wobei ich mir jetzt gerade gar nicht mehr sicher bin, ob ich da Schneeglöckchen gepflanzt hatte. Ich glaube schon, könnte ja jetzt einfach im Blog rückwärts lesen, aber ich lasse mich einfach überraschen. p1080792

Dienstag, Regen, 10°C

Liv und Lieblingsbuxe

Gegen Ende des letzten Jahres brachte das Nähstoffreich eine Eigenproduktion heraus, die mich unheimlich ansprach: Stay Wild!

Ich mag ihre Senf- und Bordeauxtöne und es sind Farben, die gut zu mir passen. Dazu kam dann noch das indianische Muster, es war schlicht um mich geschehen.

Aber – was sollte ich mir daraus nähen? Ich überlegte, studierte Designbeispiele. Viele gefielen mir – für die Designnäherinnen. Aber für mich? Nein, das überzeugte mich dann doch nicht. Irgendwie hatte ich schon mit dem Stoff abgeschlossen, als Anfang Januar die Grippewelle kam und mich überrollte. Es heißt ja schon was, wenn ich mal eine komplette Woche flach liege, denn normalerweise bin ich robust und obendrein ein Stehaufmännchen.

Und da kam er, der Gedanke: Ein weiterer Schlafanzug wäre schon schön. Dann habe ich ihrer vier, das reicht dann erst mal wieder für die Winterzeit.

Diesmal wollte ich aber einen etwas anderen Schnitt für das Oberteil verwenden. Die letzten beiden waren etwas weitere Shirts, bequem, keine Frage. Aber dieses Mal wollte ich etwas, das der Figur ein wenig mehr schmeichelte. Auch wenn es außer mir und meiner Familie niemand zu Gesicht bekommt. Nach ein wenig Gesuche entschied ich mich für Liv von pattydoo, in der Variante mit dem langen Arm und dem normalen Halsausschnitt. Die Hose wurde wieder einmal eine Lieblingsbuxe von Fred von Soho, die ist einfach unheimlich bequem.

Das Ergebnis überzeugt mich total, die Farben finde ich großartig und ich fühle mich sehr wohl mit meinem neuen Schlafanzug. Das nächste Mal würde ich die Liv vermutlich eine Nummer größer nähen, denn sie könnte um die Achseln etwas großzügiger sein, was allerdings nach ein paar Tagen dank der Dehnbarkeit des Jerseys nicht mehr auffällt. p1080725-bearbeitet

Und jetzt – ab damit zum MeMadeMittwoch!

Käse-Hütte

Heute waren wir wieder einmal in Eschach bei Kempten zum Skifahren. Es war toll und die Kindelein sind das erste Mal zusammen Ankerlift gefahren – und kein einziges Mal rausgefallen!

Dabei haben sie sehr wenig Erfahrung mit Ankerliften, denn im Grödner Skigebiet gibt es nur noch Teller- und Sessellifte. 

Auf dem Weg zum Skibuckel war den Kindelein bereits das letzte Mal folgendes Schild aufgefallen, das bei Ihnen Lachanfälle auslöste:

Heute entdeckte ich „24h geöffnet“ und bog spontan ab. Die Neugier plagte mich doch zu sehr. 

Und richtig, wie ich vermutet hatte: Ein Häuschen an einem Bauernhof. Darin ein Kühlschrank mit Milchprodukten, was so drin ist, wenn er voll ist, weiß ich nicht, denn es war nicht mehr so viel drin. 

Ich entnahm ein Stück „Bauernkäse“ und ein Stück Butter. Sogar mit einem Buttermodel geformt, es ist ein Blümchen drauf. Neben dem Kühlschrank ein Büchlein und eine Kasse, ich legte mein Geld hinein, schrieb einen Servus und heim ging’s. 

So was finde ich spitze und unterstütze es gern!!!

Handarbeitsbüddel

Ich habe noch nie einen Artikel gut vierzehn Tage vordatiert. Dann wiederum habe ich auch noch nie bei einem Taschen-Sew-Along mitgemacht. Sozusagen also zwei neue Dinge auf einmal. Fehlt nur noch die Schokolade.

Irgendwann im November besuchte uns die Familie meiner besten Freundin und diese nutzte die Gelegenheit, ihren Strickbeutel – eine von diesen schlichten weißen Stofftaschen aus dem Einkaufsmarkt ohne jeglichen Aufdruck – bei uns zu vergessen. Irgendwer hatte sie nämlich auf einen Korb gelegt, irgendwer hatte was draufgelegt und da das Ding so wunderbar unscheinbar ist, war es auch schon den Blicken entschwunden.

In der nächsten Woche kam dann auch der unvermeidliche Anruf, ob sie denn ihren Strickbüddel bei uns vergessen hatte. Da hatte ich ihn noch nicht gefunden, das dauerte auch noch ein paar Tage. Ich versprach, ihn zu schicken – und vergaß es. Irgendwann vor Weihnachten brachte die beste Freundin sich und den Büddel wieder per Telefon in Erinnerung, aber da hatte ich dank Frau Mutter schon eine Idee gehabt, also sprach ich von „ich schick das Ding“, hatte aber durchaus vor, dies noch zu verschieben.

Denn Frau Mutter hatte eine Anleitung im Netz entdeckt, wie man einen Handarbeitsbeutel nähen könne. Eine Videoanleitung aus den USA, sie hatte sich sofort mit Material eingedeckt und losgelegt.

So ganz schlecht fand ich den nicht, ich hatte schon einen (anderer Machart), den ich mal gekauft hatte, was lag also näher, den 08/15 – Stoffbeutel meiner Freundin durch so ein Ding zu ersetzen? Quasi als Weihnachtsgeschenk? p1080428

Frau Mutter war so lieb, mir die Reste ihres Materials zur Verfügung zu stellen – nur dummerweise gab’s dann vor Weihnachten ein paar gesundheitliche Verzögerungen, sodass der Büddel nicht einmal angefangen wurde. Genäht wurde er dann im Januar, aber ich mußte bis heute, in den Februar, warten, bis ich ihn bei greenfietsens Taschen-Sew-Along 2017 vorstellen darf. Schwierig, die Warterei. Aber wahrscheinlich nur fair bei derjenigen, die ich meiner Freundin zumutete.

Die Videoanleitung hat ihre Tücken. Mir fehlen Detailblicke auf die Nähte und irgendwie wirkt das Ganze etwas konfus. Die Vorstellerin hat sicher alles gut vorbereitet, aber dennoch kommt es für mich etwas durcheinander rüber, wie sie da ihre vorbereiteten Stoffstücke hinter dem Tisch hervorzaubert. Aber man versteht, was sie erklären will, spätestens nach dem zweiten Mal Ansehen.

Hilfreich ist ein Lineal, das weiß, was Inch sind. Ich hatte keines, rechnete mir alles um und schnitt dann mit aufgerundetem Maß zu. Wenn man darauf achtet, dass die Schnittteile, die aneinander sollen, die passende Größe haben, geht das auch. Allerdings bildete ich mir ein, ich wolle außen um die Tasche noch ein rundherum gehendes Stoffteil haben, das Taschen für Häkelnadeln, Scheren und ähnliches Zeug haben sollte. So, wie es meiner hat. Das Stück ist im Original nicht vorgesehen, ich nahm am Umfang des Büddels Maß und schnitt mir daraufhin ein Stück Stoff zu, das ich doppelt legte und mit der offenen Kante am unteren Rand rechts auf rechts annähte, um es dann nach oben umzuklappen. Hier gab es dann schon ein paar Falten. Ich versuchte, aufzutrennen, aber das verwendete Material für Stand und Stabilität schien nicht dafür geeignet, da hätte ich mehr kaputt gemacht. Mag aber auch sein, es lag an mir und meinem zu der Zeit mal wieder reichlich erkältetem Kopfe.

Also gab es nur drei schmale Taschen für Häkelnadeln und vier größere Taschen für allen möglichen Krimskrams. p1080430

Die Henkel nähte ich deutlich länger, als in der Anleitung angegeben, denn ich hatte die  von Frau Mutters‘ Büddel als zu kurz empfunden. Auch die Kordel zum Zuziehen zog ich anders ein – nicht nur eine, die man dann mittels Schleife zubinden muss, sondern zwei gegengleich eingezogene, an den Enden verknotete. Jetzt kann man das obere Ende wie bei einem Turnbeutel öffnen. p1080427

Im Videotutorial wird auch erklärt, wie man das Cover so annäht, dass man damit auch die vorherigen Nähte kaschieren kann, damit von diesen beim Waschen nichts ausfransen kann. Das habe ich gemacht, allerdings nicht daran gedacht, dass ich schlauerweise das Cover hätte gegen Ausfransen versäubern sollen – jetzt franst halt das aus, wenn meine Freundin es wäscht. Allerdings – wann wäscht man schon einen Handarbeitsbeutel. Doch eher selten. p1080425

p1080426Insgesamt bin ich zufrieden mit meinem ersten Werk in diese Richtung, auch wenn es noch ein paar Macken hat. Aber Taschen zu nähen war ja nun bisher so gar nicht meines. Und aller Anfang ist bekanntlich schwer.

Und nun auf zu greenfietsen zum Februar-Thema des Taschen-Sew-Alongs 2017!

Alle Vögel sind schon da?

Nein, leider nicht alle. Seit letzter Woche haben wir ein richtiges Vogelfutterhaus, aber die Vögel trauen sich noch nicht richtig ran. Ein paar Meisen und zwei Amseln waren schon ganz mutig und haben probiert. Der Kleiber allerdings hüpfte noch im Schatten des dahinter stehenden Busches herum, er war sich noch nicht ganz sicher. 

Indoorgeländetraining

So kommt man auch im knackig kalten, weißen bayerischen Winter dazu, Geländesprünge zu trainieren. Man nehme in diesem Fall eine 70m lange und 35m breite Reithalle und stelle ein paar feste Hindernisse daran auf. Dann braucht es nur noch einen Trainer und ein paar verrückte Reiter, die gerne über feste Hindernisse reiten (und natürlich ein paar ebenso verrückte Pferde, denen das Spaß macht, denn ohne würde es nicht gehen).

Das Buschpferd war am ersten Tag noch nicht wieder im vielseitigen Modus angekommen – die Reiterin auch nicht. Wir ritten viel zu ruhig an die Sprünge, etwas mehr Grundschwung wäre schon schön gewesen. Gesprungen ist sie aber immer!

Von Samstag auf Sonntag durfte das Ross dann am Trainingsort übernachten, was ihr auch keine Probleme bereitete, obwohl sie zum Einen keine Boxenhaltung kennt und zum Anderen auch erst ein Mal vor zwei Jahren von zu Hause weg war, über Nacht. Aber sie hatte einen Monsterhaufen Heu in ihrer Box, der am nächsten Morgen weg war und fraß problemlos ihr Kraftfutter – und da das Buschpferd zur eher heiklen Sorte gehört, ist auch das ein sehr gutes Zeichen. Die Dame neigt nämlich zur kompletten Futterverweigerung, wenn sie sich unwohl fühlt…

Über Nacht gelegen hat sie wohl auch, denn Mähne und Schweif waren voller Sägespäne. Also durfte ich am Sonntag erst mal ordentlich putzen, bevor es in die Halle ging. Am zweiten Tag hatten wir dann auch wieder unser Tempo gefunden, teilweise hatte das Roß dann schon zu viel „Biß“ und ich mußte vor den Sprüngen wieder etwas bremsen.

Richtig Spaß gemacht hat es, wir sind vollkommen ohne Probleme oder Unsicherheiten Sprünge angeritten, bei denen ich mir im letzten Jahr noch einen sprichwörtlichen Fleck ins Hemd gemacht hätte. Ich guckte sie nur an, dachte „da springen wir in der Springstunde höher“ und drüber ging es.

Nun ja, ich gebe zu, am Samstag ritt anfangs schon noch eine gewisse Nervosität mit, war das letzte Mal Reiten über Geländehindernisse doch im Oktober gewesen und ich war mir nun alles andere als sicher, ob wir das hinbekommen würden. Aber je mehr Sprünge wir anritten, desto wohler fühlte ich mich!!