Sommerliche Nachlese Teil IV

Draußen ist so richtiges Schietwetter und da fiel mir ein, dass ich noch einen kleinen sommerlichen Nachtrag zu machen habe.

Habe ich mich im Sommer noch beschwert, dass auf unserem Schmetterlingsflieder keine Schmetterlinge zu sehen waren, so hatte sich das, Gott sei Dank, doch noch geändert. Allerdings waren außer Pfauenaugen und mal einem Zitronenschmetterling oder einem Kohlweißling keine weiteren Arten zu sehen. Der Admiral, der sonst immer da ist, fehlte vollkommen. Hier ein paar Bilder:

Die Blüte unseres Aconitum ist dieses Jahr vollkommen ausgefallen. Er war auch schwarz von lauter Blattläusen. Wir verspühen kein Gift, denn normalerweise kommen, bei so reichlich Nahrung, Scharen von Marienkäfern. In diesem Jahr waren keine da. Bienchen, Wespen, Schlupfwespen und Hummeln waren bei uns reichlich zu Gast. Wahrscheinlich müssen die Kohlmeisen ihren Speiseplan auch dahingegen ändern schwarze Blattläuse zu fressen, die Larven der Minierraupe futtern sie ja neuerdings.

Wenn man das alles so sieht, dann fragt man sich wirklich, wie viele Beweise es noch braucht, dass Glyphosat und andere Insektizide unsere Natur kaputt machen. Ich hoffe jedenfalls immer noch, dass das alles, jedenfalls in meinem Garten, nur eine Folge des späten Frostes war.

 

 

 

 

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Herbstkind Sew-Along 2017

Herbstkind2017

Als ich in meinem Newsfeed den Aufruf von Klararabella zum Herbstkind SewAlong 2017 las, dachte ich mir: „Schön, nix für mich. Kein Kind braucht ’ne Jacke“.

Tja – und als ich gestern abend so kurz vor dem Einschlafen war, kam mir der Gedanke: Oh doch. Junior. Junior braucht eine Jacke.

Aber keine Herbstjacke. Davon hat er zwei, darunter sogar eine Selbstgenähte. Sie passt ihm immer noch, vermutlich aber nur noch heuer.

Aber – eine Winterjacke, die fehlt, denn aus der Letzten ist er raus. Ich hoffe ja, dass ich auch mit einer Winterjacke beim Herbstkind-SewAlong mitmachen darf 😉

Junior und ich haben dann gleich heute vormittag nach Stoff gestöbert. Softshell für außen sollte es werden, weiter sind die Gedanken noch nicht gediehen. Zunächst suchte er sich eine dieser „Magic“-Softshells aus, aber eine Nachfrage ergab, dass dieser Stoff nicht ökotex-zertifiziert ist. Und gerade bei Softshell ist es mir, nachdem mir dieser Artikel über den Weg lief, wichtig. Ja, der Artikel ist schon älter und vermutlich hat sich auf diesem Sektor schon einiges getan. Oder besser gesagt, hoffentlich. Jedenfalls kommt mir nur Softshell mit Ökotex-100 ins Haus….

Jedenfalls fanden wir einen Softshell mit Ökotex-100, der auch vor Juniors Augen bestand. Bevor er jedoch bestellt wird, tauchen noch ein paar Fragen auf…

Schnitt? Keine Ahnung… Eine Kapuze muss ran… Reißverschluß vorne, aber mit Schutz innen, so dass der Wind nicht durchziehen kann… Bündchen an den Ärmeln, gerne auch innenliegende… Eingrifftaschen. Hm. Eierlegende Wollmilchsau? Wo finde ich das?

Füttern – Womit? Warm soll die Jacke werden, aber natürlich nicht tierisch dick.

Mit oder ohne Thinsulate?

Diese Fragen haben noch keine Antwort gefunden. Vielleicht bekomme ich ja bei den anderen Damen vom Herbstkind-SewAlong Inspirationen…

Die Welt der Windjammer

Jetzt stehe ich hier an Bord der Passat, einer Viermastbark. Obwohl sie nicht mehr segelt, erzählt jede Planke, jedes Tau und jede Rahe von all den Abenteuern, die dieses Schiff auf den Weltmeeren erlebt haben muss.

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Das Notruder auf dem Achterdeck.

Sie ist nicht einfach nur ein Segelschiff wie viele andere. Sie war einer der legendären Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren diese Schiffe noch immer in der Lage, der sich immer weiter verbreitenden Dampfschiffahrt Paroli zu bieten. Die besten Besatzungen, die man sich vorstellen konnte, segelten diese robusten Schiffe. Sie waren so gut, dass es annähernd als Linienbetrieb galt.

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Die Passat in Travemünde.

Dieser Windjammer hat seine großen Reisen allerdings längst hinter sich. Die Passat hat ihre Aufgabe als Museumsschiff in Travemünde gefunden. Dort zeugt sie noch heute von dieser beeindruckenden Zeit.

Ihren Charme spielt sie dabei erst auf, wenn man sich einmal an Deck befindet. Erst dort wird einem klar, wie groß das Schiff dann doch ist. 115 Meter lang, 14 breit, gebaut 1911 in den Werften von Blohm und Voss. Das Gros des Schiffs ist dabei noch orignal restauriert, also kein Nachbau. Bis 1957 umrundete sie 57 Mal das Kap Hoorn.

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Ebenfalls ein Traditionsname: Blohm & Voss.

Lange höre ich dem ehrenamtlichen Kollegen zu, der mir viel über das Schiff und seine Geschichte erzählte. Einiges wusste ich bereits. Beispielsweise, dass die P-Liner schnell waren. Wirklich schnell. Schon die Passat lief bei gutem Wind circa 18 Knoten (ca. 33 km/h). Die Preussen, ein Fünfmast-Vollschiff und ebenfalls ein Flying P-Liner erreichte sogar 20 bis 21 Knoten (39 km/h). Auch, dass sie nach dem neusten Stand der Technik gebaut wurden. Robust genug, um auch die Stürme von Kap Hoorn abzureiten. Und das in Rekordzeit.

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Ein Modell des Flying P-Liners Preussen, ein Fünfmast-Vollschiff und noch bis ins 21. Jahrhundert(!) der größte Segler, der je gebaut wurde.

Richtig kribbelt es im Bauch aber erst, als ich unter Deck ankomme. In der vorderen Hälfte des Schiffes ist der Frachtraum erhalten geblieben. Erst dort begreife ich, was 8 Meter Schiffsrumpfhöhe wirklich bedeuten. Noch unvorstellbarerer wird mir in diesem Augenblick die Tatsache, dass dieses Schiff in Rekordzeit über die Weltmeere segeln konnte. Segeln. Ohne Hilfsantriebe. Nur mit Windkraft.

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Der Frachtraum der Passat.

Lange stehe ich vor den verschiedenen Reiseberichten, teilweise in Form eines kurzen Filmes, teilweise in Form von großen Wandtafeln mit alten Fotos. Auch heute, einen Tag später verschwinden die Bilder nicht aus meinen Gedanken. Ebenso wie viele kleine Details. Beispielsweise der 34 Tonnen schwere Anker (inklusive Kette). Oder die in liebevollen Details nachgestellten Szenen.

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Die Kombüse

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Der Funkraum

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Das Lichten des Ankers war Handarbeit…

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Das Getriebe, über das der Anker gehoben wurde – eines der vielen Originalbauteile!

Ein Teil von mir findet es unglaublich schade, dass diese Schiffe weitestgehend von den Meeren verschwunden sind. Nachvollziebar und völlig schlüssig, aber nichts desto trotz schade.

Nur noch vier Flying P-Liner sind erhalten, nur noch einer davon fährt tatsächlich zur See. Die Padua segelt noch heute als Segelschulschiff unter russischer Flagge. Sie war eine Reparationszahlung und führt heute den Namen Kruzenshtern.

Was mir bleibt ist die Faszination eines in der heutigen Welt beinahe unglaublichen Schiffes, einer Meisterleistung der deutschen Ingenieurskunst. Dieses Gefühl wird mich – und noch viel mehr den kleinen Jungen in mir – noch lange begleiten.

Vielen Dank an die Stadt Lübeck, die diesen Teil der deutschen Geschichte erhalten hat.

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Affenhitze und ein Plantschbecken

Am Mittwoch war bei uns Affenhitze angesagt. Die Sonne brannte derart vom Himmel runter, dass man es sogar unter der Markise auf der Terrasse nicht mehr aushalten konnte. Nicht nur ich tat mir leid, sondern auch die Vögel, insbesondere die jungen Spatzen, die überall unter unseren Dachziegeln groß geworden sind. Vor ein paar Tagen hatte mein Mann eine Schale mit ausgebuddelten Primeln, die ich versetzen wollte, im Wasserbad auf den Rasen gelegt und darin hatten sich unsere Jungspatzen gesuhlt.

Bevor ich mich also in mein Esszimmer zum Quilten zurückzog, habe ich noch flugs einen Blumenuntersetzer mit Wasser gefüllt und so hingestellt, dass ich das Teil beobachten konnte. Es dauerte auch nicht lange, da waren die ersten Spatzenkinder am Plantschbecken. Nun hoffe ich, dass ihr an den Bildern genauso viel Spass habt, wie ich es „in Natur“ hatte.

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Hilfe, wir werden überfallen..

Seit ein paar Tagen, wir hatten unsere Kirschenernte bereits mit den bei uns brütenden Amseln geteilt, fiel ein Schwarm Jungstare (mindestens 100 Stück) bei unserem Nachbarn in seinem Sauerkirschbaum ein. Nach kurzer Zeit war  von teilen keine Rede mehr. Die Kirschen waren weg. Nun braucht Frau Nachbarin sich nicht mehr darüber zu beschweren, dass sie Kirschmarmelade für den Göttergatten „wo er doch der Einzige ist, der so etwas isst“, kochen muss.

Als dann der Baum abgeerntet war, fiel derselbe Schwarm in die Blutpflaume neben unserer Einfahrt (sie gehört auf das Grundstück eines anderen Nachbarn) ein. Dort pickten sie die Pflaumen ab und landeten mit ihrer Beute bei uns auf dem Rasen. Erst eins,

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dann drei

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dann vier

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und dann ganz viele.

 

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Wohlgemerkt, das war nur ein kleiner Teil des gesamten Schwarms. Die anderen Stare saßen noch in der Blutpflaume und in allen anderen Bäumen und Büschen rund um unseren Garten. So einen riesigen Schwarm Stare habe ich in all den Jahren (über 30), die wir jetzt schon hier wohnen, noch nie gesehen. Und es ist noch nicht Frühherbst. Oder doch???? Bekommen wir jetzt,  nach Sommer im Juni und Monsun im Juli, Herbststürme im August? Ein Schelm, der Böses dabei denkt!