Da wiehert der Amtsschimmel…

Als ich noch jung und knusprig war, bildete ich mir ein, dass ein Prämiensparbuch uns später einmal als kleine finanzielle Unterstützung dienen würde. Jahrelang habe ich brav eingezahlt, nur um dann im letzten Jahr von der Sparkasse mitgeteilt zu bekommen, dass der Vertrag jetzt auslaufe. Den Sparkassen wurden die Prämien, angesichts der Null Zinspolitik der Zentralbank, zu teuer. Ehrlich gesagt war ich stinksauer.

Freilich machten die Herrschaften mir das Angebot mir bei einer weiteren Geldanlage behilflich zu sein. Warum wohl…. Nun ja, ich bin dann auch ganz brav zum Sparkassenonkel getrappt. Der erste Vorschlag war eine „verkappte Lebensversicherung“, was für mich, als alte Krake, schon an Leichenschändung grenzte.

Dank meines lieben Schwagers (Jurist und Banker) wurde ich dann besser beraten und dackelte wieder zum Berater, teilte ihm meine Wünsche mit und er bot mir in der Folge auch so Einiges an. Aber mit möglichen Erträgen in frühestens 2 Jahren. Häh? Da kann ich längst die Radieschen von unten begucken, besonders in Coronazeiten.

Und dann kam uns eine glorreiche Idee. Wir lassen uns eine Photovoltaikanlage mit Speicher auf das Dach bauen. Dann haben wir regelmäßig eine kleine Rendite, die über 0 % liegt. Zunächst einmal nutzten wir die 3% niedrigere Mehrwertsteuer aus (3% hätten wir bei der Bank nie bekommen). Dann durften wir noch Skonto etc. ziehen und bekommen noch einen Zuschuss vom Bay. Wirtschaftsministerium. Sooo viel hätten wir bei der Bank nie im Leben bekommen.

Seit Anfang Dezember ist die Anlage jetzt auf dem Dach. Der Antrag ist gestellt.

Und stellt Euch vor, der Elektriker der LEW, der den neuen Zähler einbauen sollte, ohne den die Anlage nicht betrieben werden durfte. ist TATSÄCHLICH schon 4 Monate danach gekommen. Jetzt ist das Teil angeschlosssen und wir freuen uns jeden Tag darüber. Gestern haben wir bei mäßigem Wetter 2 Waschmaschinen laufen lassen und mein Mann hat 2 Gänge in die Haussauna gemacht. Die Sauna ist ein Stromfresser der 1. Ordnung! Wir haben für alles gestern nur 40 cents ausgegeben. Lohnt sich doch, oder?

Nun ja, aber es ist nicht nur eitel Sonnenschein. Regelmäßig bekommen wir vom Marktstammdatenregister (was für ein horrendes Wort) , das ist eine Abteilung der Bundesnetzagentur, Anfragen zu unseren Papieren. Dort seien Ungereimtheiten. Tatsächlich hat mein Mann einmal vergessen, auf einem der unzähligen Zettel, meinen Namen mit anzugeben. Das geht ja gar nicht. Auf den allerersten Seiten stehen beide drauf, es haben auch beide jeden Zettel unterschrieben, aber auf einem bin ich nicht explizit genannt. Da hätte dann statt dessen irgendwo „Familie“ angekreuzt werden müssen. Und nein, dieses Register kann das nicht selbstständig tun, da müssen weitere, gefühlte 1000 Formulare ausgefüllt werden. Unvorstellbar das Ganze. Jetzt bekamen wir die Nachricht, dass sich die Auszahlung des Zuschusses vom Bayerischen Wirtschaftsministerium noch mehrere Monate verzögern kann, wegen Corona……

Ein Schelm, der Böses dabei denkt…..

Ganz ehrlich…

… ich hab ja so überhaupt kein Problem damit, heuer an Silvester nicht meine Pferde sicherheitshalber aufhalftern zu müssen für den Fall dass eins panisch ausbricht. Ich hab auch überhaupt kein Problem damit, dass ich sie nicht beobachten muss, während das Umfeld ballert…. könnte gern so bleiben.

Weihnachtsdekoration à la Quiltfru

Minchen und ich haben ja, wie sie schon geschrieben hat, am Sonnabend einen Adventskranz gebunden. Das Tannengrün dazu haben wir von einem Hof aus der näheren Umgebung. Dort kaufen wir auch immer unseren Weihnachtsbaum. Das Grün ist total frisch und sehr preiswert.

Als Unterlage für den Kranz benutze ich seit gefühlten 1000 Jahren einen Strohkranz. Selbigen backt „min Öllen“ regelmäßig nach dem 6. Januar ab, lässt aber netterweise den Bindedraht dran.

Ich hatte schon immer gern locker gebundene Kränze, möglichst verschiedene Tannengrünarten darin, aber in diesem Jahr wurde es irgendwie ein sensationell großer Kranz, der, weil die Zweiglein so nett hervorstehen, keinerlei weiteren Schmucks bedarf. Hier mal ein Bild.

Minchen hat mir dann noch ein Bild von ihrem Kranz „in Gebrauch“ geschickt. Das möchte ich Euch nicht vorenthalten.

In diesem Jahr haben wir biologische Kerzen. Sehr hübsch und sie machen einen tiefen Wachsgraben, der ganz herrlich leuchtet.

Dann habe ich meine restliche Weihnachtsdeko herausgeholt. Die Glastische bekamen ein neues Deckchen.

Und einen neuen Wandschmuckgab es auch. Dieser Wandbehang, nach einer Vorlage von Bonnie Sullivan, wird nun meine Essdiele bis ins neue Jahr schmücken. Dazu kommen noch die extrem weihnachtlichen Behänge, die Vorlage von dem Einen weiß ich nicht mehr, aber der mit dem Lebkuchenhaus ist nach einer Vorlage von Shabby Fabrics.

Nachdem ich im letzten Jahr meine Türbehänge andauernd, bedingt durch den Wind, abhängen musste, habe ich ihn jetzt kurzerhand an die Windfangtüre gehängt. So kann man sich auch freuen, wenn man das Haus betritt.

Diesen habe ich nach einer Vorlage von Ryan McKenna gefertigt. Ja und dann dürfen da natürlich auch Tischsets nicht fehlen. An ihnen habe ich schon viele Jahre lang Freude.

Weihnachten kann also kommen. Wir sind gewappnet.

Ach ja, und bevor ich es vergesse, „min Öllen“ verstopft alle paar Tage den Zugang zum Igelparadies. Es dauert keinen Tag, da ist er wieder auf, das Laub plattgetreten und das Futter aufgefuttert. Die kleinen Scheißerchen schlafen also noch nicht.

Einen schönen Gruß möchte ich auch noch von Clumsy ausrichten. Der sieht mittlerweile so aus:

Jetzt wünsche ich Euch noch eine schöne Woche und wie man so schön auf denglisch sagt: stay safe

Gestatten: Mein Name ist Buntspechthipster

Na Ihr wißt schon, das sind die Geschlotzten, seitlich die Haare geschoren, dafür umso mehr untem im Gesicht und natürlich oben drauf. Wie heißt es so heutzutage:

Das trägt man jetzt. Warum sollen nicht auch Buntspechte diese so kleidsame Mode (Stilmittel der Ironie) mitmachen.

^541CC34096878E6D103194B97A6FC9532CA51A899DBB18B281^pimgpsh_fullsize_distr

Leider ist die Qualität des Bildes nicht so gut, aber ich fand die auf Sturm gebürsteten Federn des Spechtes so lustig, dass ich es einfach nicht lassen konnte, darüber hier zu bloggen.

Der Zauberlehrling Cameron

oder Gedanken und Worte unseres berühmtesten Vordenkers: Johann Wolfgang v. Goethe

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
bist schon lange Knecht gewesen:
nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
oben sei ein Kopf,
eile nun und gehe
mit dem Wassertopf!

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!

Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willst am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Holz behende
mit dem scharfen Beile spalten.

Seht da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
gleich, o Kobold, liegst du nieder;
krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich, brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
stehn in Eile
schon als Knechte
völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

„In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu seinem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.“

Ärgert Ihr Euch…

auch immer, wenn das Telephon läutet, man hinflitzt und dann ist da nur so verdammter Idiot  (man möge mir den Ausdruck verzeihen) dran, der einem irgendwas aufschwatzen, abluchsen (Geheimzahlen und Co) oder sonst etwas Übles im Sinn hat, dran. Ein, zwei Mal bin ich darauf reingefallen. Man schaut ja schließlich nicht immer auf das Display und nach der Nummer. Nun habe ich mir aber etwas Anderes einfallen lassen. Ich notiere jetzt die Nummern auf Gefrieretiketten und klebe sie an den Hörer. So kann ich immer gleich sehen, ob das eine Fakenummer ist. Und jetzt heben wir einfach nicht mehr ab. Die probieren es noch ein paar Mal, aber dann geben sie auf. Die oberen Nummern z.B. haben schon lange nicht mehr angerufen.DSC07975

Hier nun noch einmal die Nummer, bei denen Ihr den Telephonhörer nicht aufnehmen müsst.

076 555 3333              0700 534 6186

333 18250 7616          0035 1674 5555

02205 90 405             02255 90 204

Irgendwie muss man den Kerlen doch den Garaus machen. Ich würde ja viel lieber mit einer Trillerpfeife  in den Hörer blasen,  aber das dauert einfach zu lange und man ärgert sich trotzdem wenn man diese blöde Stimme nur hört. Nicht aufnehmen ist da viel besser.

„The Revenant“ (Der Rückkehrer), meine ganz persönliche Meinung

Dieser Film mit Leonardo di Caprio wurde an verschiedenen Stellen gepriesen, steht er doch mit etlichen Oskarnominierungen hoch im Kurs. Eben dies veranlasste uns, ihn uns einmal nicht erst im „Puschenkino“ sondern in einem Kino anzusehen.

Der Herr, der unsere Karten entwertete, fragte uns zunächst einmal, ob wir gute Nerven mitgebracht hätten.Lässig antworteten wir mit „Ja“, nicht ahnend, wie sehr unser Nervenkostüm noch strapaziert werden würde.

„The Revenant“ handelt von einem Trapper und seinem indianischen Sohn, der amerikanischen Soldaten helfen soll,  kriegerischen Indianern zu entkommen. Dabei wird er von einer, ihre Kinder verteidigenden Bärin angegriffen und übel zugerichtet. Zunächst nimmt man den mit seinem Tod ringenden Trapper auf einer Trage mit. Als der Weg dann immer unwegsamer wird, lässt man ihn mit seinem Sohn und 2 weiteren Männern zurück. Einer der Zwei hatte vorher schon dauernd gestänkert, dass man sich mit diesem „Ballast“ doch nicht abgeben sollte. Der Anführer der Truppe lässt die zwei  schwören „den Trapper zu pflegen / bzw. bis zu seinem Tode bei ihm zu bleiben“. Es kommt, wie es kommen muss. Der Stänkerer ermordet den Sohn des Trappers vor dessen Augen, überredet den Anderen, eigentlich eine ehrliche Haut, mit einem Trick, den Trapper liegenzulassen und in das Fort zurückzukehren.

Der Trapper, mit schier unmenschlicher Kraft und voller Hass, bringt es fertig sich aus der Grube, in die man ihn gelegt, zu befreien. Die Indianer, von denen sie angegriffen wurden, sind eigentlich auf der Suche nach der Tochter des Häuptlings, die von Weißen verschleppt worden ist. Sie verfolgen auch ihn. Mit knapper Not kann er ihnen entkommen und als er meint, das Ende sei nahe, hilft ihm ein Indianer, der auch allein umherzieht weil er selbst alles verloren hat. Er baut dem fiebernden Trapper  ein Tipi gegen den Schnee, legt ihm Maden auf seine Wunden, damit sie heilen können und als der Trapper endlich aus seinen Fieberträumen erwacht, ist er fort.

Der Trapper macht sich wieder  auf den Weg  und findet den Indianer erhängt. Unweit davon trifft er auf eine Gruppe französischer Trapper. Sie halten auch die Tochter des Häuptlings gefangen. Er wird Zeuge ihrer Vergewaltigung. Es gelingt ihm sie zu befreien und das Pony  seines ermordeten Indianerfreundes zu erbeuten. Nach einem langen und qualvollen Weg  gelingt ihm die Rückkehr ins Fort. Hier kommt es dann zum „Showdown“.

Lange habe ich überlegt, ob mir der Film nun gefallen hat oder nicht. Ob er die vielen Oskarnominierungen und Vorschußlorbeeren nun verdient hat.

In der Art der Verfilmung  erinnert mich der Film an Italo-Western. Die gesamte amerikanische Truppe, einschließlich ihres Vorgesetzten waren entsetzlich schmierlappig (wie in „Spiel mir das Lied vom Tod“). Nicht einmal nach ihrer Rückkehr ins Fort hat sich ihr Anblick geändert. Wie räudige Verbrecher, nicht wie Soldaten. Da frage ich mich, ob das so dargestellt werden muss.

Die Handlung entspricht dem klischeehaften US-Western, mit den Indianern als den skalpierenden Bösen. Wenn man das Buch „Bury me at Wounded Knee / Begrabt mich an der Biegung des Flusses“ gelesen hat, dann weiß man, das dieses Klischee überhaupt nicht stimmt. Im Gegenteil. Auch in den Büchern  „Colorado“ und „Die Bucht„“ von James A. Michener  spricht dieser von vielen sehr friedliebenden Indianerstämmen. Dies findet sich auch bei James F. Coopers „Lederstrumpf“ bestätigt.  Für die Arapaho  zum Beisppiel war es ein Zeichen des größten Mutes, den ärgsten Feind heimlich, aber unter Zeugen, zu berühren. Das Skalpieren sollen die Indianer übrigens erst von den Franzosen übernommen haben.

An Brutalität ist der Film kaum noch zu übertreffen. Sowohl zwischen Menschen, als auch im Umgang mit Tieren. Di Caprio habe ich anfangs überhaupt nicht erkennen können. Die Maske hatte ihn so verändert. Daher weiß ich auch nicht, ob es wirklich seine schauspielerische Leistung war oder nur die extrem gute Maske. Was ich zugeben muss, ist die außerordentliche Kraftanstrengung aller Schauspieler, denn in diesen Naturgegebenheiten zu spielen, war mit Sicherheit sehr kraftraubend.Was auch sehr schön war, waren die Landschaftsaufnahmen. Sie und die Maske hätten einen Oskar verdient.

Es gibt zwei Filme, die ein ähnliches Thema behandeln. Der eine ist „Jeremiah Johnson“ mit Robert Redford und „Der mit dem Wolf tanzt“ mit Kevin Kostner. Beide Filme finde ich um Klassen besser als den „The Revenant„. Ich kann sie mir immer wieder anschauen obwohl sie streckenweise auch sehr brutal  sind.(Bei „Der mit dem Wolf  tanzt gelingt es mir nicht mehr weiterzuschauen nachdem „white Socks“ erschossen ist). Aber doch nicht so. Diese niedrige, verrohte, eklige Darstellung  der Menschen – und zwar aller und das durch den ganzen Film – finde ich widerlich. Kein Wunder, wenn die jungen Menschen so emphathielos werden, wenn sie fortwährend so einen harten Tobak vorgesetzt bekommen. Es entspricht/entsprach ja auch nicht der Realität.

Das Thema  und seine Verarbeitung hat mir nicht zugesagt.  Es spricht ausschließlich die niederen Instinkte im Menschen an. Nein, mir hat der Film nicht wirklich gefallen. Die vielen Oskarnominierungen und Vorschußlorbeeren  kann ich nicht nachempfinden. Mir scheint, hier sollten möglichst viele Zuschauer in die Kinos gelockt werden. Uns ist es ja auch so ergangen.  Ich beurteile den Film als „nicht sehenswert“ (nicht einmal im Puschenkino).