Sommerurlaub 2017 – V

Auch das ist unsere Lieblingsinsel: Frau Fasan stattete uns mit insgesamt vier schon recht großen Küken einen Besuch ab. Frau Mama marschierte sogar vollkommen unbeeindruckt vom Prinzeßchen über unsere Terrasse, ganz so nah trauten sich die Kleinen doch nicht heran.

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Hafenspaziergang im Timpe Tee

Wir beginnen unseren Spaziergang in der Nähe des Fährhafens. Bei den Robben, die faul auf ihrer Sandbank liegen. Leider können Sie an den Fotos nicht erkennen, dass einer ganz fröhlich herumhüpfte. Was man bei einer Robbe eben so hüpfen nennt. P1110362

Wir verholen uns weiter in Richtung Süden. Nur ein paar Meter, denn da liegt an der Pier ein hochinteressantes Schiff – die Rebekka af Fano. 1921 wurde sie auf der Lieblingsinsel erbaut und ist der einzige Ewer ganz Dänemarks, der heute noch fährt. Während die Kinder und ich uns daran machen, vom Kai aus die Rebekka ganz genau zu besichtigen, tritt auch schon der Hauptdarsteller des heutigen Artikels auf den Plan. Er ist gelbweiß gestreift und wird von mir sehr geliebt. P1110377

Während Sie sich nun also die Rückenansicht des Shirts mit dem wunderbar zur See passenden Namen „Timpe Tee“ ansehen, erkläre ich schnell mal den Kindern verschiedene Dinge zur Besegelung der Rebekka. P1110390

Wir marschieren nun weiter am Kai entlang Richtung Jachthafen. Finden Sie nicht auch, dass der graue Ankerplott hervorragend zu den Streifen und vor allem zu unserem heutigen Ausflug passt? Da ich keinen Plotter habe, habe ich mir das gute Stück auf der roten Verkaufsplattform mit Herz anfertigen lassen. P1110404.JPG

Auf dem Weg zum Yachthafen steht eine alte Kanone, die wir natürlich auch besichtigen mussten. Die Hose, die ich da trage, ist übrigens auch selbstgenäht und firmiert bei mir als die „Bequemhose“. Jeansstoff mit Elasthan, oben kein Knopf, sondern ein Bündchen mit Gummizug. Bequem wie eine Jogginghose ohne deren Optik, denn so was kann ich gar nicht brauchen. Es ist, natürlich, eine LieblingsbuxeP1110436P1110437

So, während wir uns hier nun noch den Yachthafen ganz genau ansehen – auf Wunsch eines einzelnen jungen Herren – bekommen Sie noch die Infos, auf die Sie vermutlich warten. Schnitt („Timpe Tee“) und Stoff („Streifenliebe“) gibt es beim Stoffbüro. Das Timpe Tee ist fix genäht, allerdings war mein erstes etwas zu groß, obwohl in meiner normalen Größe genäht. Dieses hier ist in 36 und passt perfekt. Es ist mein zweites, aber vermutlich nicht mein letztes Timpe Tee!

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Und ab zum Creadienstag, zu Handmadeontuesday und Dienstagsdinge.

Sommerurlaub 2017 – Teil IV

An der Südspitze unserer Lieblingsinsel gibt es Watt. Und dort findet man auch am ehesten Bernstein, habe ich mir sagen lassen. Vor allem, wenn es gestürmt hat. Aus südlichen Richtungen. P1110145

Hm. Stürmisches Wetter hatten wir ja, allerdings aus Nordwest. Egal, das Wetter lud an dem Tag nicht gerade zum Windschutzaufbauen auf, also auf ins Watt zum Auslüften. Vielleicht läuft einem ja ein Bernstein über den Weg (ein einziger tat es!). Die Kinder waren auch erstmals daran interessiert, zu suchen, also nahmen wir die typische gebeugte Haltung ein, vor allem über den Flecken mit angespültem Zeugs. Wir ließen uns ungefähr eine Stunde durchpusten – und es pustete gut, wie man an meiner Kapuze sieht, so was ziehe ich nicht einfach so auf 😉 P1110160

Der Burgbaumeister übte derweil Wattwettlaufen und Wattwetthüpfen mit unseren Kindern…P1110217P1110186P1110190
Auch irgendwie schön, das Watt!P1110168P1110178

Und hier haben Sie noch den Beweis, dass nicht nur der Burgbaumeister, sondern auch Schnäuzelchen mit von der Partie war. Naja, zumindest seine Füße. Aber normalerweise ist er dann auch dabei, wenn er seine Füße mitschickt…P1110262

Sommerurlaub 2017 – Teil III

Was macht man auf der Lieblingsferieninsel bei schönem Wetter?

Sandkuchen backen:

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Hinter dem Windschutz liegen und lesen, schlafen, lesen… Auch wenn der Himmel blau und die Außentemperatur bei 26 Grad an diesem Tag lagen – der Wind ist einfach immer da und kühl. Man tut gut daran, ihn auszusperren und am Besten geht das mit einem Windschutz Marke Anno dunnemals. Solche sieht man kaum noch am Strand – und wenn, kann man sicher sein, dass sie zu Leuten gehören, die ebenfalls schon in der dritten Generation auf die Insel kommen…
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Das traumhafte Wetter und das Rauschen der Nordsee genießen:

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Burgen bauen: P1100791

Eis oder Kaffee genießen. Merke: Der Herr Verkäufer ist reichlich irritiert, wenn man mit seinem eigenen Coffee-to-go-Becher kommt…P1100793

Der Burgbaumeister hat sich langsam aufgewärmt:P1100796

Drachensteigen geht bei dem Wetter mit Kinderdrachen nicht so gut. Dafür hat es dann doch zu wenig Wind…P1100818

Dann legt man doch lieber als Burgbaulehrling los:P1100823

Man beachte die sehr viel routiniertere Bauhaltung des Meisters im Vergleich zum Lehrling:P1100829

Die Sache mit dem Burgenbauen war heuer ansteckend – Lehrling Nummer zwei legte auch noch los:P1100852

Schwimmen gehen. Auch wenn das Eintauchen ins kalte Nass Überwindung kostet – wenn man mal drin ist, ist es sooooo schön!P1110006

Und einfach den Zauber der Insel genießen…P1100865

Sommerurlaub 2017 – Teil II

Ich muss Ihnen einfach noch ein paar Bilder von der Passat zeigen, ich hoffe, ich langweile Sie damit nicht. Aber mir ging es wie Schnäuzelchen – dieser Großsegler hat mich so unglaublich beeindruckt… Schon als Kind war ich von Segelschiffen fasziniert, stand damals schon vor der Passat und sogar auch schon auf der Gorch Fock (II), als sie einmal in Kiel lag und Open Ship hatte. Toll, einfach nur toll. Hach.

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Blick in die Wanten, über die die Seeleute in den Mast aufentern. Wußten Sie zum Beispiel, dass die waagrechten Leisten normalerweise ebenfalls aus Webleinen, also ganz früher mal Hanf und später synthetische Materialien waren? Nur nicht bei den P-Linern. Damit die Seeleute gefahrloser aufentern konnten, wurden hier Holzleisten eingebaut!

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„Zwischen diese beiden Rahen passt doch im Leben kein Segel“, dachten wir uns sehr irritiert und fragten uns, ob irgendetwas am Rigg verändert wurde, als die Passat zum Museumsschiff wurde. Und wenn ja, warum. Aber nein, es ist ganz anders: Die obere der beiden Rahen im Bild wird mittels Flaschenzug – vom Deck aus! – nach oben befördert! Und wenn das Schiff in zu starken Wind gerät, kann man die Rah mitsamt gesetztem Segel – pardauz – nach unten sausen lassen, dann hängt das Segel zwar ungerefft und bauchig rum, bekommt aber keinen Winddruck mehr hinein und schon wird die ganze Sache etwas ungefährlicher. Pro Mast hat die Passat zwei solcher „Rutschrahen“. Eine großartige Sache, wenn man sich vorstellt, dass da ansonsten Männer rauf mussten, um die Segel zu reffen…

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Schnäuzelchen erwähnte es in seinem Artikel – 8 Meter Laderaumhöhe. Da sehe ich ganz schön winzig aus, da unten. Es war ein unglaublich beeindruckendes Gefühl, so tief im Bauch des Schiffes zu stehen!

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Hier hinten am Heck des Schiffes ist übrigens nur das Notruder. Ursprünglich war es unter Deck – aber als die Passat zum Segelschulschiff umgebaut wurde, benötigte man Platz unter Deck für die Unterbringung der Kadetten. Also wurde das Ruder kurzerhand aufs Deck verlegt.

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Hier das eigentliche Ruder der Passat in der Mitte des Schiffes, davor der Kompass und dahinter das Kartenhaus.

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Und endlich habe ich wieder eine richtig tolle Kappe für „gut“!

Sommerurlaub 2017 – Teil I

Welcher Gott auch immer für die Straßen zuständig sein mag – er meinte es heuer nicht so gut mit uns. Kamen wir bis zum späten Vormittag noch prächtig durch, war ab dann Schluss. Eigentlich hatten wir geplant, bis mittag in Lübeck zu sein, besser gesagt, am Passathafen in Travemünde. Das ging so richtig in die Hose, denn wir fuhren in einen Stau hinein, der 25 Kilometer lang war.

Die erste Möglichkeit, die sich uns bot, fuhren wir ab. Ich nahm die Karte und franste, gleichzeitig erklärte uns auch die elektronische Johanna den Weg. Ich hatte auch ganz tolle Wege gefunden, recht parallel zur Autobahn und alles gut. Wenn nur – ja, wenn es da nicht den Truppenübungsplatz Bergen-Belsen gäbe. Denn über den führten die wunderbaren ausgesuchten Straßen – und waren natürlich für Ottonormalautofahrer gesperrt. Also hangelten wir uns irgendwie drumherum und dran vorbei, fanden schließlich die passende Strecke – nur um dann auf dem Weg zum Priwall eine falsche Abzweigung zu nehmen. Eigentlich hatten wir direkt auf den Priwall fahren wollen – so mussten wir mit der Fähre hinüber und standen dann schlussendlich um 16:30 vor der Passat. Um 17:00 endete die Besuchszeit. Tscha.

Da wir sowieso in Lübeck in einer Jugendherberge übernachten wollten, beschlossen wir nun also, den Besuch des Schiffes auf Sonntag vormittag zu verschieben. Also wieder zurück über die Trave und auf der anderen Seite zurück zum Parkplatz marschiert. Dabei konnten wir dann noch die Verabschiedung eines Kreuzfahrtschiffes, der MS Europa, vom Ostpreußenkai aus miterleben. Mit allem Drumunddran, sogar einem Shantychor, der Seemannslieder schmetterte. Das war sehr spannend.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück erst einmal in die Lübecker Altstadt. Sonntag früh um neun war diese natürlich nahezu menschenleer und friedlich. Wir wanderten unsere Runde, erfreuten uns an den alten Gebäuden – und der neckischen Geschichte vom Teufel, der bei der Erbauung der Kirche mithalf, weil er dachte, sie solle ein Weinhaus werden – und dann ging es auf zur Passat, über die Schnäuzelchen ja schon an anderer Stelle berichtete.

Achtung – Bilderflut! Schnäuzelchen hat so schöne Aufnahmen gemacht, ich konnte mich nicht entscheiden. Theoretisch sollten Sie sie durch Anklicken auch vergrößern können.

Die Welt der Windjammer

Jetzt stehe ich hier an Bord der Passat, einer Viermastbark. Obwohl sie nicht mehr segelt, erzählt jede Planke, jedes Tau und jede Rahe von all den Abenteuern, die dieses Schiff auf den Weltmeeren erlebt haben muss.

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Das Notruder auf dem Achterdeck.

Sie ist nicht einfach nur ein Segelschiff wie viele andere. Sie war einer der legendären Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren diese Schiffe noch immer in der Lage, der sich immer weiter verbreitenden Dampfschiffahrt Paroli zu bieten. Die besten Besatzungen, die man sich vorstellen konnte, segelten diese robusten Schiffe. Sie waren so gut, dass es annähernd als Linienbetrieb galt.

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Die Passat in Travemünde.

Dieser Windjammer hat seine großen Reisen allerdings längst hinter sich. Die Passat hat ihre Aufgabe als Museumsschiff in Travemünde gefunden. Dort zeugt sie noch heute von dieser beeindruckenden Zeit.

Ihren Charme spielt sie dabei erst auf, wenn man sich einmal an Deck befindet. Erst dort wird einem klar, wie groß das Schiff dann doch ist. 115 Meter lang, 14 breit, gebaut 1911 in den Werften von Blohm und Voss. Das Gros des Schiffs ist dabei noch orignal restauriert, also kein Nachbau. Bis 1957 umrundete sie 57 Mal das Kap Hoorn.

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Ebenfalls ein Traditionsname: Blohm & Voss.

Lange höre ich dem ehrenamtlichen Kollegen zu, der mir viel über das Schiff und seine Geschichte erzählte. Einiges wusste ich bereits. Beispielsweise, dass die P-Liner schnell waren. Wirklich schnell. Schon die Passat lief bei gutem Wind circa 18 Knoten (ca. 33 km/h). Die Preussen, ein Fünfmast-Vollschiff und ebenfalls ein Flying P-Liner erreichte sogar 20 bis 21 Knoten (39 km/h). Auch, dass sie nach dem neusten Stand der Technik gebaut wurden. Robust genug, um auch die Stürme von Kap Hoorn abzureiten. Und das in Rekordzeit.

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Ein Modell des Flying P-Liners Preussen, ein Fünfmast-Vollschiff und noch bis ins 21. Jahrhundert(!) der größte Segler, der je gebaut wurde.

Richtig kribbelt es im Bauch aber erst, als ich unter Deck ankomme. In der vorderen Hälfte des Schiffes ist der Frachtraum erhalten geblieben. Erst dort begreife ich, was 8 Meter Schiffsrumpfhöhe wirklich bedeuten. Noch unvorstellbarerer wird mir in diesem Augenblick die Tatsache, dass dieses Schiff in Rekordzeit über die Weltmeere segeln konnte. Segeln. Ohne Hilfsantriebe. Nur mit Windkraft.

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Der Frachtraum der Passat.

Lange stehe ich vor den verschiedenen Reiseberichten, teilweise in Form eines kurzen Filmes, teilweise in Form von großen Wandtafeln mit alten Fotos. Auch heute, einen Tag später verschwinden die Bilder nicht aus meinen Gedanken. Ebenso wie viele kleine Details. Beispielsweise der 34 Tonnen schwere Anker (inklusive Kette). Oder die in liebevollen Details nachgestellten Szenen.

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Die Kombüse

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Der Funkraum

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Das Lichten des Ankers war Handarbeit…

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Das Getriebe, über das der Anker gehoben wurde – eines der vielen Originalbauteile!

Ein Teil von mir findet es unglaublich schade, dass diese Schiffe weitestgehend von den Meeren verschwunden sind. Nachvollziebar und völlig schlüssig, aber nichts desto trotz schade.

Nur noch vier Flying P-Liner sind erhalten, nur noch einer davon fährt tatsächlich zur See. Die Padua segelt noch heute als Segelschulschiff unter russischer Flagge. Sie war eine Reparationszahlung und führt heute den Namen Kruzenshtern.

Was mir bleibt ist die Faszination eines in der heutigen Welt beinahe unglaublichen Schiffes, einer Meisterleistung der deutschen Ingenieurskunst. Dieses Gefühl wird mich – und noch viel mehr den kleinen Jungen in mir – noch lange begleiten.

Vielen Dank an die Stadt Lübeck, die diesen Teil der deutschen Geschichte erhalten hat.

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