Woche 2

Unsere Einheiten haben sich leicht verändert. Die Schrittour zum Aufwärmen machen wir jetzt mit Handarbeit. Das ist nicht so fad. Anhalten, wieder im Schritt angehen. Hinten raus stehende Hinterbeine mit der Gerte touchieren, damit sie ausgleicht. Vorhandwendung. Und dann auf der Zirkellinie den einen oder anderen Tritt übertreten. Die Fragezeichen dabei werden weniger.

In der Longenarbeit sitzen die Übergänge zwischen Schritt und Trab linksherum jetzt schon richtig gut. Rechts herum fällt ihn noch so allerlei launiges Zeug ein. Losbocken, losflitzen, so was. Anhalten und umdrehen hat sie bislang noch nicht probiert. Ich hoffe, es bleibt dabei.

Es waren wieder vier Tage mit Longenarbeit und in der Mitte ein reiner Handarbeitstag.

Dann kam auch noch der „Zahnarzt“. Kontrollieren, ob alle Zähne so sind, wie sie sein sollen. Keine Milchzahnüberreste, die noch auf den Bleibenden sitzen und Probleme verursachen (sogenannte Zahnkappen). Ein paar Kanten waren da, die hat er korrigiert. Sie hat keine Wolfszähne (das sind die verkümmerten ersten Backenzähne, manche Pferde haben die, sie sind so groß wie der Radiergummi auf einem Bleistiftende und können sehr stören, wenn ein Trensengebiss ins Maul kommt. Sie sitzen auch nur oberflächlich und haben keine nennenswerten Wurzeln, sodass man sie leicht entfernen kann). Zur Behandlung wurde sie sediert.

„Rausch“ ausschlafen…

Das waren noch Zeiten…

als ich quietschfidel mit Min Öllen auf unserer Terrasse „public viewing“ machen konnten. Es war sommerlich warm und unser Räuchermännchen Prof. Drosten hat die Schnaken ferngehalten. 100%! So konnten wir die Fußball EM genießen.

Damit ist es nun schon seit Wochen vorbei. Der Rasen quatscht unter den Füßen, innerhalb von 2 Tagen waren 2 5 Liter Eimer voller Wasser, an Gartenarbeit ist auch nicht mehr zu denken, da bräuchte man Pufferle, also was bleibt einem anderes übrig als im Haus zu wurschteln. Da das auf Dauer aber auch öd ist, habe ich fleißig gequiltet. Also habe ich für meine Lieblingsnichte, die gerade umgezogen ist, eine Badvorleger genäht. Das ist relativ einfach und macht sehr viel Spass. Außerdem läuft es sich darauf auch ganz herrlich.

Woche 1

Die erste Woche „richtiger“ Arbeit für das rote Pony ist vorbei. Montag und Dienstag nahm ich sie an die Longe. War Montag noch ein Fall von „Nein, nicht einfach stehen bleiben“ und „Ja, ich meine das ernst, dass du um mich rum gehen sollst“, marschierte sie am Dienstag schon prima um mich herum, auch die Kommandos zum Schritt und Trab kamen erstaunlicherweise schon bei ihr an.

Mittwoch stand Handarbeit im Schritt auf dem Plan. Mit Kappzaum und zwei Zügeln übten wir Schritt-Halt-Schritt-Übergänge, Zirkellinien und Volten. Die ersten Versuche, das Innere Hinterbein leicht übertreten zu lassen, sorgten für Fragezeichen über ihrem Kopf.

Donnerstag und Freitag ging‘s wieder an die Longe. Die zehn Minuten Schritt zum Aufwärmen am Anfang klappten nun schon zuverlässig und die restliche Arbeit im Schritt und Trab war so souverän, dass ich es wagte, erstmals auf die rechte Hand zu wechseln. Eigentlich wollte ich nur im Schritt, das ging auch eine Weile gut, dann trabte sie an. Wäre ja nun prinzipiell nicht das Problem, aber da das ihre steife Seite ist, bekam sie Zug auf den Kappzaum, wurde etwas unwirsch – und zischte im Galopp ab durch die Mitte, sodass ich die Longe loslassen musste. Nach dem Einfangen ging es aber im Schritt brav wieder rechts herum und mehr taten wir dann auch nicht.

Freitag war sie auf der linken Hand dann tiefenentspannt und zockelte gemütlich um mich rum. Keine Spur von Bewegungsablauf. Eher Marke Westernpferdejog. Na, mir soll’s Recht sein. Auch auf der rechten Hand ging es heute besser, sie trabte und galoppierte zwar auch wieder an, blieb aber diesmal auf der Zirkellinie um mich herum. Der Zug am Kappzaum rief auch heute wieder Unwillen hervor. Aber so schnell, wie sie zu lernen scheint, wird sie auch bald verstehen, wie das mit dem Zug weniger wird…

Was die Dauer der Einheiten angeht: es waren maximal 20 Minuten.

https://owncloud.nehmer.net/index.php/s/75jgB9sArKcKJMb

Es soll mal wieder regnen

Nämlich ab heute Nacht. Mal sehen, wie viel runterkommt.

Jedenfalls haben wir heute noch einiges draußen geschafft. Trotz Unmengen an Schnaken und Bremsen.

Schnäuzelchen hat die Sense unter dem Zaun geschwungen und danach haben wir noch die Unterste Litze ausgetauscht, die schon an zahlreichen Stellen geflickt war, weil Schnäuzelchen mit der Sense ab und an etwas zu schwungvoll ist…

Den kompletten Zaun haben wir nicht erneuern können, uns ging das Material für den Zaun und die Muskelkraft für‘s Sensen aus.

Vorher

Dann ging’s noch ans Wohnzimmerbeet. Kampf der Winde – mal wieder. Nach einer Stunde hatte ich zwar eigentlich keine Lust mehr, zog es aber weiterhin durch. Jetzt ist das Beet komplett entwunden, die Stauden hochgebunden und das Verblühte ausgeschnitten.

Nachher

Und weil der Regen meinen Blüten draußen bestimmt nicht so gut tun wird, hab ich sie mir eben ins Haus geholt.