Brotwahn

Seit Herrn Vaters „Ich hab zu viel Sauerteig“ ist hier wieder die Backsucht ausgebrochen. Vor zwei Tagen buk ich das gleiche Brot nocheinmal, das ich letztens in der Form gebacken hatte. Diesmal in doppelter Menge und wie im Rezept angegeben ließ ich es im GärKörbchen gehen…

Blöde Idee, wenn ich das so sagen darf. Der Teig ist zu feucht dafür… Kaum gestürzt mutierte es zum Fladenbrot… allerdings einem sehr leckeren, dessen Buchseite nun der Vermerk „nur in der Form backen“ ziert.

Aufgegessen wird es morgen dennoch sein. Und auf der Heizung stehen schon die Vorteige für‘s nächste Brot…

„Zu viel Sauerteig“

Habe er angesetzt, sprach Herr Vater. Ob ich welchen davon wolle. Na klar! Backe ich doch genau so gern Brot wie er.

Also brachte Frau Mutter, als sie heute zum Reiten kam, einen Schwung davon mit. Natürlich habe ich das gleich ausgenutzt und einen Teil davon für ein feines Weizenmischbrot verwendet. Nun ja, in der Theorie. Da kein Weizenmehl mehr im Haus war, wurde es eben ein Dinkelmischbrot.

Schnäuzelchen und ich mußten abends, noch ofenwarm, gleich probieren. Ein Stück frischgebackenes Brot, im Optimalfall der Knust, mit Butter und etwas Salz – gibt es etwas Besseres?

Oh, wie schmeckt das fein!

Das letzte selbstgebackene Brot ist bestimmt schon wieder ein Jahr her. Jetzt musste es mal wieder sein.

Also „schnell“ den Sauerteig zubereitet. Das allein dauert ja schon mal fünf Tage. Dann wiederum musste eben jener Sauerteig erst einmal eine gute Woche in den Kühlschrank, weil zum Einen genug Brot im Haus war, zum Anderen ich keine Zeit zum Backen hatte.

Aber heute! Hier ist der Teig schön auf der Heizung gegangen und darf nun aufs Blech:

Und dann kommt der Punkt, an dem ich mich bisher immer ärgerte. Denn kaum war der Teigling auf dem Blech, verlor er auch schon seine Form. Das resultierende Brot schmeckte dann zwar, war aber viel zu niedrig.

Ha, dachte ich mir so, diesmal aber nicht mit mir! Und verwendete den Tortenring, um das Auseinanderlaufen zu verhindern.

Tja – irgendetwas hatte ich wohl dieses Mal anders gemacht (wenn man mal von so völlig unwichtigen Kleinigkeiten wie einem völlig neuen Rezept aus einem anderen Backbuch absieht *ironieaus*) – denn das Brot explodierte beinahe im Ofen. Da es mangels Platz nicht zur Seite konnte, ging es eben nach oben. Dabei riß natürlich die Kruste oben auf.

Aber: ich glaube, ich muss das Rezept wiederholen. Es ist das beste Brot, das ich bisher gebacken habe. Natürlich mussten wir gleich probieren, sobald es halbwegs abgekühlt war. Hmmmm. Es geht nichts über noch warmes Brot mit Butter und ein klein wenig Salz!!

Endlich wieder selbstgebackenes Brot!

Schon das Dritte nach der Neuherstellung des Sauerteigs nach der Anleitung im Ambossblog. Endlich ein Kühlschrank, in dem mir der Sauerteig nicht nach kurzer Zeit kippt. Endlich gescheite Heizungen im Haus, auf denen das Brot gigantisch geht. Endlich ein guter Ofen, der sogar Dampf selbst erzeugen kann. Ein Traum. 

Gestern gab’s ein Buttermilchbrot. Allerdings mit Joghurt statt Buttermilch, denn deren laktosefreie Variante hat unser Supermarkt nicht. Und die brauchen wir – dummerweise. 

Schmeckt hervorragend und ich kann es mir auch getoastet bestens vorstellen. 

Der runde Laib blieb bei uns, den langen bekam der Kindergarten des Prinzeßchens für’s heutige „gesunde Frühstück „.