Man ist gleich ein anderer Mensch…

… Wenn die Sonne scheint. Zwar war die Luft immer noch kühl aber wenn man in der Sonne steht, ist es schon richtig kuschelig. 

Das führte dann heute auch zu ersten Saatgutkäufen und ich verspürte das dringende Bedürfnis, meine Hände im Erdreich zu vergraben. 

Da fiel mir das Frühbeet ein. Vormittags kamen die Scheiben drauf und am Nachmittag war es richtig angenehm, darin zu graben und zu hacken. Ein Helferlein hatte ich auch. 

Hach, ist das schön. Eine Ahnung vom Frühjahr liegt in der Luft!!





(Auch wenn der Wetterbericht für morgen wieder Usselwetter ansagt)

Es geht los!

Was für ein Wetterchen war das heute! Die Sonne lachte, da daß es uns nach dem Mittagessen nach draußen zog.

Als erstes ging es ans Frühbeet. Ich bin ja nun Neuling in Sachen Frühbeet, und in der Theorie zu wissen, was es kann ist etwas ganz anderes, als selbst seine Hand hineinzustecken und zu fühlen, wie warm es darin ist!

Nun sind alle Überreste der Pflanzen darin entfernt. Ein freundlicher Maulwurf hatte uns noch einen Haufen allerfeinster Erde darin aufgeworfen, die wir dankend verteilten. Nun kann es dort drin losgehen!

Im Hochbeet herrscht jedoch noch Eiszeit, also vertagte ich seine Bearbeitung fürs Erste.

Die Winterlinge sind auch heuer wieder eine Pracht und es brummt darin wie im letzten Jahr, der Phlox und die Taglilien treiben aus und ich freue mich schon, wenn all die Blüten der Lenzrosen ihre volle Pracht zeigen werden – angesetzt haben sie schier unglaubliche Mengen!

Und nachdem das Wohnzimmerbeet so schön in der Sonne lag, obendrein vom doch recht kühlen Wind geschützt, habe ich kurzerhand die erste Kiepe mit Unkraut gefüllt. Die rechte Ecke des Beetes, in der der Gartenhibiskus steht (wo er vor sich hin mickert, sollte ich besser sagen, ich bin gespannt, ob er heuer durchtreibt, sonst muß ich mich wohl schweren Herzens von ihm trennen), wird immer überwuchtert von diesen widerlichen Gräsen mit unglaublich langen dicken weißen Wurzeln, die ihre Ausläufer ins gesamte Beet strecken. Im Sommer komme ich an diese Ecke kaum hin, weil so viel davor wächst, also ran an den Speck und weg damit!

Anschließend versenkte ich noch ein paar Tulpenzwiebeln in der Erde, die ich im vergangenen Herbst nicht mehr hatte verbuddeln können. Sie sahen noch sehr gut aus und hatten begonnen, zu treiben – also nichts wie rein in die Erde. Ich bin gespannt, ob sie blühen werden. Genauso verfuhr ich mit einem Schwung Anemomen – ja, was sind das eigentlich? Zwiebeln kann man sie ja wohl nicht nennen, diese kleinen harten verschrumpelten Dinger… Knollen? Wie auch immer – sie stecken in der Erde, unter dem Gartenhibiskus.

IMG_0530

Phlox

IMG_0531

Akelei

IMG_0532

Ergebnis I

IMG_0534

Ergebnis II

IMG_0535

Ob die wohl kommen?

 

 

 

 

Nichts mehr gewöhnt

Offensichtlich habe ich meinen Garten in der letzten Zeit ein wenig vernachlässigt. Oder wie erklärt es sich, dass ich nach eineinhalb Stunden platt wie eine Flunder bin?

Im Frühbeetkasten wächst es munter vor sich hin. Zumindest auf der einen Seite, wo ich Rucola gesät hatte. Ich glaube, da ist bald mal ein wenig Ernten fällig. Nur der Feldsalat will nicht so wirklich. An manchen Stellen ist er gar nicht aufgegangen, obwohl es neues Saatgut war. Das finde ich nun weniger schön.

Neben dem Frühbeet stand einer meiner ausrangierten Pferde-Tränkbottiche. Möhren fühlen sich darin offensichtlich recht wohl. Leider stand der Pott zu sehr unter dem Dach des Holzunterstands – die Möhren wären bestimmt größer ausgefallen, hätten sie mehr Wasser bekommen. Nun sind sie geerntet und die restliche Erde landete im Hochbeet.

Daraufhin war das Tomatenbeet dran. Unglaublich, wie viele grüne Tomaten da noch dran hingen! Da für das Wochenende Frost angesagt ist, wurde es nun allerhöchste Zeit, sie zu ernten und zum Nachreifen ins Haus zu bringen. Zwei Schubkarren Tomatengrün habe ich entsorgt, das Beet daraufhin schön durchgehackt und vom Unkraut – vornehmlich Löwenzahn – befreit. Irgendetwas sollte ich mir auch noch mit dem Salbei einfallen lassen. Ein riesiger Busch ist das geworden!

Ein paar Topftomaten hatte ich ja auch gehabt, was ich aber vermutlich nicht wiederholen werde. Und neben diesen Töpfen stand auch ein Pott mit Zitronenmelisse. Überraschung! Hatte ich im Frühsommer noch das Gefühl gehabt, die Melisse habe den Winter so gar nicht überlebt – ist sie nun wieder da. Zwar nicht besonders üppig – aber immerhin. Das freut mich sehr, denn Tee aus frischer Melisse ist etwas furchtbar Leckeres und obendrein hätte Schnäuzelchen neulich zum Kochen mal welche gebraucht…

Dann schritt ich noch am Wohnzimmerbeet zur Tat. Stauden abschneiden. Puh – was da unter den hohen Stauden (Phlox, Sonnenhut, Astern) so an Unkraut zum Vorschein kam – mich gruselt es. Zwei Dahlien habe ich auch schon aus der Erde geholt, obwohl es mir immer sehr schwer fällt, das zu tun, so lange sie noch schön blühen. Es sind zwei niedrige Dahlien, die eine rot, die andere hat mir dieses Jahr keine Blüten gegönnt.

Donnerstag (25.10.), bedeckt, ein wenig Sonne, 13°C

Frühaufsteher unter den Beeten

Einen guten Morgen wünsche ich Ihnen, meine Leserschaft. Nachdem Junior mit der Schwarzwaldoma im Tierpark ist und Prinzesschen munter schlummert habe ich beschlossen, Sie an meinem letzten Projekt teilhaben zu lassen.

Wie Sie anhand des Titels wohl schon erahnen, hat mein heutiger Beitrag nicht direkt mit meinen letzten kulinarischen Errungenschaften (z.B. der Kansas Sweet and Smokey BBQ Sauce, sehr zu empfehelen) zu tun. Unser heutiges Thema dreht sich mehr um die Produktion der benötigten Rohmaterialen, die in einer zweitägigen Bauaktion für ein Frühbeet mündete.

Aber lassen Sie mich am Anfang beginnen, wie das ja literarisch so üblich ist. Am Anfang war nun, glaubt man einschlägigen historischen Aufzeichnungen, das Wort. „Schnäuzelchen, wir brauchen ein Frühbeet.“ – Frühbeet? Ein Beet das nur morgens nutzbar ist?

Nun gut, so schlimm war es um mein Gartenwissen dann doch nicht bestellt. Mir war durchaus klar, dass sich „Früh“ hier auf die Jahreszeit und nicht auf den Tag bezog. Die Diskussion drehte sich daher zunächst eher um grunsätzliche Dinge wie die gewünschte Größe der Konstruktion. Nachdem ich erfolgreich die üblichen etwas vagen Aussagen in einen nur wenig konkreteren Plan umgewandelt habe, sah die Schnittmenge zwischen Anforderungen und vorhandenen Möglichkeiten in etwa so aus:

Begeben wir uns nun etwas weiter zurück in die Vergangenheit, denn Sie ahnen sicher, dass es für mich Informatiker nicht ganz so einfach war. Eine gewisse handwerkliche Begabung möchte ich mir selbst ja gar nicht in Abrede stellen. Problematisch bleibt aber die mangelnde Erfahrung in diesen Dingen. Nur, so sagte ich mir, wenn ich es nicht versuche, wird dieses Problem auch nicht verschwinden. Begonnen hat die Reise ungefähr hier:

Als aufmerksamer Beobachter haben Sie sicher schon den Notizblock auf der hinteren Glasscheibe entdeckt. Mir war nämlich recht schnell klar, dass ich mit dem schrägen Rand ein Problem hatte. Die bekannte Größe war, wie Sie sehen, nicht etwa die Grundfläche des Beetes sondern die Länge der Schräge.

Nur … wie war das jetzt mit der elementaren Geometrie. Es ist schon einige Jahre her, dass ich zuletzt so konkret mit Dreiecken zu tun hatte. Zunächst hatte ich die Befürchtung, mich in den Untiefen der Trigonometrie zu verlieren, bis mir eine einfache Erkenntnis kam: Mir ging es nicht etwa um Winkelberechnungen. Nein, im Gegenteil. Der Schlüssel war der Rechte Winkel, den das Dreieck in der unteren, hinteren Ecke bilden würde. und die Tatsache, dass die Höhe der Konstruktion vorgegeben war.

Plötzlich dämmerte es mir, dass die Lösung erheblich einfacher war. Ein Problem, dass die alten Griechen bereits gut 500 Jahre v. Christus gelöst hatten. Genauer genommen ein bestimmter Grieche, nämlich Πυθαγόρας. Erinnern Sie sich? Im Schulunterricht wird er gerne auch als Pythagoras von Samos diktiert – zumindest, seit Altgriechisch als Fremdsprache in der breiten Bevölkerung ein wenig aus der Mode gekommen ist.

Schon kurz nach seinem Tod galt Pythagoras laut Aufzeichnungen von Aristoteles als ein Begründer der Lehre der Mathematik bei den Griechen. Speziell gemeint war hier die Geometrie, die den Griechen als wichtigster Zweig der Mathematik galt.

Wenig verwunderlich ist in diesem Zusammenhang, dass Pythagoras laut Überlieferungen einige Zeit in Ägypten verbracht hat. Es wird kaum einer bezweifeln, dass dort die Ursprünge dieser Wissenschaft zu suchen sind. Zu beeindruckend sind die Monumente, die uns das alte Ägypten hinterlassen hat, die wohl erste Hochkultur unserer modernen Welt.

Zu Deutsch: „Horizont des Cheops“. So nannten die alten Ägypter die Cheops-Pyramide, eine der berühmtesten Hinterlassenschaften dieser Kultur. Gebaut wurde sie mit einer Präzision, die ich mir heute zwischendurch bei unseren Handwerkern (mir einschließlich) wünschen würde: Bei einer Seitenlänge 230,383 Metern (exakt 440 Ellen) und einer sich daraus ergebenden Grundfläche von 53.076 Quadratmetern weicht die Nivellierung von der Waagrechten über die gesamte Fläche nirgends mehr als 21 Millimeter von der Normalen ab. Ja, Sie haben richtig gelesen. Millimeter. Einundzwanzig. Das sind 0,009 % der Seitenlänge. Topfeben.

Ebenso die Seitenlängen selbst, deren Abweichung vom erstrebten Quadrat 13 Zentimeter nicht überschreitet. 13 Zentimeter entsprechen 0,05 % Abweichung auf die gut 230 Meter Länge. Die Ausrichtung der Pyramide weicht nur 3 Bogenminuten und 6 Bogensekunden – das sind rund 0,05° – von der Nordrichtung ab

Messen Sie mal die Seitenlängen oder die „rechten Winkel“ Ihres Wohnzimmers nach und vergleichen Sie das Ganze mit dem Bauplan.

Im Übrigen konnten diese Maße nicht einfach über die Diagonalen kontrolliert werden. Die Pyramide steht auf der Nord-Ost-Kante der Mokattam-Formation, einem Felssattel, der dem Bauwerk einen stabilen Untergrund lieferte. Umso bewundernswerter mutet die Leistung einer Zivilisation ohne Hilfsmittel wie Laserwasserwagen, -entfernungsmesser und GPS-Satelliten an.

Diese unvergleichliche Präzision war der Höhepunkt der alten ägyptischen Baukunst. Schon in den nachfolgenden Bauten wurde sie nicht mehr erreicht.

[Quelle: Wikipedia. An dieser Stelle ein Dank an die hervorragenden Autoren dieses offenen Projektes]

Gehen wir nun zurück zu Pythagoras: Fünf Jahrhunderte vor Christus dürften die Bauwerke einen enormen Eindruck auf den Griechen gemacht haben. Ob er in den Aufzeichnungen der ägyptischen Mathematik fündig wurde? Wir wissen es nicht. Wenig Konkretes ist hier bekannt. Erwiesen ist, dass die Geometrie ihren Ursprung in Ägypten hat. Die regelmäßigen Überschwemmungen des Nils hatten dort Landvermessungen immer wieder nötig gemacht.

Erwiesen ist, dass bereits die Babylonier den Zusammenhang der Seitenlängen des rechtwinkligen Dreiecks kannten. Entsprechend ist auch anzunehmen, dass dieses Wissen den ägyptischen Architekten kein Geheimnis war.

Wer jedoch den ersten formalen Beweis erbracht hat, darüber scheiden sich die Geister. Wohl auch aus diesem Grunde wird der Satz des Pythagoras wohl auch immer als dieser bekannt bleiben. Es ist noch nicht einmal sicher, ob Pythagoras seinerzeit den Beweis wirklich erbracht hat.

Es bleibt die Erkenntnis, dass ich ohne diesen alten Lehrsatz meine Probleme in der Konstruktion des Hochbeetes gehabt hätte. Wie auch immer die alten Ägypter, Babylonier oder Griechen hier zu einen Ergebnis kamen, mein Lösungsweg war recht banal:

Da waren sie, die gesuchten 128,5 Zentimeter Länge.

Der Rest meiner Bauarbeiten waren dann vergleichsweise unspektakulär. Das Quadrat wurde ein Parallelogramm, die Rückwand musste auf Grund eines Denkfehlers zweimal gebaut werden, davon abgesehen aber steht das Beet, die Glasplatten passen hinein und Minchen hat es breits einmal geschafft, die Pflanzen im Beet den Hitzetod sterben zu lassen. Ein ganz normaler Gartenalltag.

Nicht zu vergleichen mit der Leistung des alten Hemiunu („Diener des (Gottes) von Iunu“) der vermutlich der Baumeister der Cheops-Pyramide war.

T-Shirt-Wetter

Heute war es gleich vormittags richtig schön warm, so daß ich meinen Pullover schnell in die Ecke pfefferte. Als erstes – nach gemütlichem Sonntagsfrühstück – war unser Rolladen am Wohnzimmerfenster dran. Da hatte nämlich vor einer Woche der Zug seinen Geist aufgegeben – sprich, er war beim Hochziehen des Rolladens gerissen. Die Beleuchtung im Wohnzimmer war seitdem ein wenig schummrig. Leider war der alte Rolladenzug außen vernietet, so daß wir den neuen nicht einbauen konnten. Also haben wir jetzt ein wenig improvisiert. Der alte Zug ist wieder durchgefädelt (klappte nur unter Zuhilfenahme einer Sicherheitsnadel und einer Rundstricknadel) und ein dicker Knoten hält ihn davon ab, wieder im Rolladenkasten zu verschwinden. So bleibt unser Rolladen jetzt immerhin offen, bis Schnäuzelchen das passende Reparaturset besorgen kann.

Dann machte ich mich an den Rest des Wohnzimmerbeetes, während Schnäuzelchen und Junior meinen Frühbeetkasten in Angriff nahmen. Dazu schreibt Schnäuzelchen aber selbst noch was, so hoffe ich. Das Wohnzimmerbeet ist jetzt fertig, auch die hellviolette Herbstaster habe ich stark zurückgenommen. Nun füllt sie noch ungefähr ein Drittel der Fläche, die sie vorher inne hatte. Ich habe keinen Zweifel daran, daß sie bis  zum Herbst wieder den gesamten Platz einnimmt…

Gegen Mittag fiel uns dann auf, dass das Brot nicht für Montag morgen reichen würde. Glücklicherweise – so schien es – war noch eine meiner Notfall-Brotbackmischungen im Haus. Es schien aber nur so, denn aus mir unerfindlichem Grund ging das Brot nicht auf. Nun gut. Kurzentschlossen setzte ich noch einen ‚richtigen‘ Teig an, der aber zunächst auch nicht so tat, wie er sollte. Vollmundig versprach das Rezept, das Brot müsse nur eine halbe Stunde gehen. Skeptisch war ich ja schon, aber ich erinnerte mich vage, dass mein Vater eben jenes Rezept auch schon probiert und für gut befunden hat.

Nun – Sie ahnen vielleicht, was passierte. Das Brot ging nicht. Beziehungsweise – es ging schon, aber we.sent.lich langsamer als vorgesehen. Das wiederum macht ja nichts, Hauptsache ist, dass es überhaupt geht. Nun warte ich noch darauf, dass es fertig ist und ins Rohr kann.

Übrigens: Schnäuzelchen kochte heute das erste Mal überhaupt Forellen. Richtig lecker war das!

Sonntag (24.03.), Sonnig, über Mittag bedeckt, 18°C