Alles für die Katz #8

Guten Morgen, hier bin ich wieder, der Theo.

Ich hoffe ja, Sie werden aus meinen Erzählungen schlau… ich bin ein wenig müde derzeit… Meine Dosenöffnerin meint, mein Lebenswandel sei lausig – nachts sei ich unterwegs und den ganzen Tag verschliefe ich im Haus.

Was daran lausig sein soll, fragen Sie? Ich verstehe das auch nicht so wirklich – nachts ist es doch richtig spannend draußen. Überall interessante Geräusche – und dann erst die Mäuslein! Zwei Stück habe ich meinen Dosenöffnern schon vor die Türe gelegt, aber die sind wirklich komisch drauf, die räumen die dann immer weg. Das soll eine Katze mal verstehen.

Jedenfalls finde ich es wirklich toll, daß ich jetzt auch an die frische Luft darf und nicht mehr sehnsüchtig dem alten Churchill hinterhergucken muß, während der draußen spazieren geht. Da sehe ich doch glatt darüber hinweg, daß ich vorher einen Besuch in so einem seltsam riechenden Raum abstatten mußte, dort eingeschlafen bin und irgendwie erst am Abend wieder so wirklich wach war. Und das mit blauem Hinterteil. Da kann man dann wirklich nur noch die Augenbrauen hochziehen, so man das denn könnte.

Neulich begegnete ich übrigens auf unserem Grundstück einer jungen Dame, die so ein seltsames Fellknäuel an einem Bändel führte. Das Fellknäuel roch ähnlich wie die beiden, die ich schon kenne. Die von Quiltfru (die hier ja jetzt auch mitschreibt, falls Sie es schon bemerkt haben). Die haben keinen Respekt vor mir – aber der hier, ha! Den hab ich ja so was von verjagt! Der hat sich nicht mehr zu uns getraut!

So, ich muß jetzt Nachtschlaf nachholen – Sie lesen mich wieder, wenn es bei Kalle wieder einmal heißt „Alles für die Katz„.

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Friesisch Schwarz

War am heutigen Nachmittag unser Begleiter im Zweispänner. Er ließ unser schwarzes Roß ein wenig mehr ziehen als letztens der Percheron, dafür war sogar ein Stückchen Trab drin, was unsere Trakehnerin flotten Schrittes meisterte.

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Ob er ihr wohl unterwegs ein paar Anekdoten über seine Erlebnisse als Turnier(kutsch)pferd erzählt hat? Mich fasziniert schon, wie gut sich unsere Herdenchefin da immer mit wildfremden Rössern versteht, die so eng neben ihr marschieren…

Was haben ein Trakehner und ein Percheron gemeinsam?

Auf den ersten Blick: wenig.

Ein Trakehner ist elegant, edel, feingliedrig und steht auf relativ kleinen Hufen.

Ein Percheron ist auf seine Art zwar auch elegant, hat aber einen riesigen Schädel und genau so große Hufe, die ich nicht auf meinen Füßen wieder finden möchte.

Der Trakehner ist ein aus Ostpreußen stammendes Reitpferd, der Percheron ein französischer Kaltblüter.

Lange lange haben wir schon vor, unsere Schwarze an die Kutsche zu gewöhnen. Schnäuzelchens Leidenschaft ist eben das Kutsche fahren, nicht das Reiten.

Irgendwie klappte es nie. Entweder hatten wir keine Zeit oder unser Kutschenfahrer nicht. Und als wir schlussendlich einen Termin gefunden hatten, nahm sich das schwarze Pferd einen gelben Schein. Es war nichts Schlimmes, aber es dauerte drei Wochen.

Heute jedoch haben wir es endlich geschafft. Die Schwarze wurde verladen und auf ging es zu Hansjörg.

Dort erwartete uns als freundlicher Gefährte eben jener strahlend weiße Kaltblüter. Ein erfahrenes Fahrpferd ist das Beste, was man haben kann, um ein unerfahrenes Pferd an die Kutsche zu gewöhnen.

Als wir anschirrten, war mir schon ein kleines bisschen seltsam zumute. Wie würde sich unsere Stute verhalten? Hatte ich ihren Charakter richtig eingeschätzt?

Ich hatte. Sie nahm es gelassen und blickte sich mehr in der Gegend um, als dass das kutschieren sie interessierte.

Natürlich ist sie nach einer knappen Stunde Ausfahrt noch kein sicheres Kutschpferd. Dazu werden wir noch einige Male üben müssen. Das Ziel ist der Einspänner.

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Schweinderl

Was finden Pferde besonders toll, wenn es regnet und eine schöne Koppel mit Lehmkuhle zur Verfügung steht?

Richtig! Ausgiebig hinein in den Schlamm! Im Falle der roten Dame glücklicherweise nur einseitig – man ist ja eine Lady.

Der Rest war sich allerdings einig, daß so eine doppelseitige Lehmschicht das einzig Wahre ist…

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Donnerstag

Das neue Tomatenbeet an der Garage bekam heute etliche Sack Erde spendiert. Und dann kamen ein paar Meter Petersiliensaatband hinein. Im anderen Tomatenbeet hatte sich das bewährt, Petersilie vor Tomate. Nur leider musste ich dort jetzt einige Jahre Pause halten. Nächstes Jahr werde ich in diesem Beet auch wieder Petersilie ziehen können.

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Für die Pferde hieß es heute:Anweiden. Auf der kleinen Koppel am Stall ist genug gewachsen und heute Abend soll es regnen, so daß dann hoffentlich auch wieder schönes Gras nachkommen wird. Auf die Waldkoppel kann ich die Vierbeiner mangels Batterie im Weidezaungerät gerade nicht bringen.

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Das Wetter ist durchwachsen. Schien heute früh noch wunderbar die Sonne, hat es sich bis mittags komplett zugezogen. Angenehm mild ist es dennoch. Die Vögel zwitschern wie die Wilden!

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Als das Prinzeßchen Mittagschlaf hielt, verschwanden Junior und ich wieder im Garten. Der linke Komposthaufen mußte umgesetzt werden. Ganz unten fand sich ein wenig reifer Kompost, der im Quadrat Nummer eins landete.

Dann wurde gesät. Zwei Quadrate Rotkohl – üppig ausgesät, weil der Samen schon recht alt war. Ein Quadrat Dill. Eines Radieschen. Zwei mit Möhren. Der Plan hatte zwar nur eines davon vorgesehen, aber da im Frühbeet genug Salat heranwächst, disponierte ich um. Statt des dritten Quadrates Rotkohl gab es eines mit den leckeren runden Zucchini, die ich vor zwei Jahren schon mal säte. In einem Quadrat sollen Buschbohnen wachsen und das noch Verbleibende blieb leer. Kohlrabipflanzen besorge ich mir.

Ganz schön viel auf einem Quadratmeter, denke ich mir so. Mr. Bartholomew behauptet, es funktioniert. Mal sehen…

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Das zweite Quadrat bekam ebenfalls Kompost und einen kleinen Sack gekaufte Erde. Hier war der Boden ganz schön fest und wurde fleißig gehackt. Die Einteilung der Unterquadrate hatte ich hier im letzten Jahr noch nicht vorgenommen, das holte ich nach. Statt blauer Preßbändel gab es violette.

Dummerweise hatte ich kein Saatgut für Spinat. Folglich blieb das Aussäen hier erst mal aus.

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In die zweite Hälfte des Hochbeetes sollten alle Erdreste, die sich noch aus dem vergangenen Jahr in Töpfen befanden, um das Niveau anzuheben. Dumm nur, daß sich ausgerechnet hier eine einzelne Erdbeerpflanze ausgesamt hatte. Die will ich nun auch nicht zuschütten. Also muß ich ein wenig tricksen. Mal sehen, was mir da einfällt…

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Schön, daß man endlich wieder so Garteln kann!!

Dressurreiter auf Abwegen

Eigentlich findet man mich ja eher mit meinen Pferden im Dressurviereck, zumindest auf Turnieren. Zuhause habe ich schon immer gerne mal ein Hüpferchen mit meinen Rössern gemacht. Abwechslung schadet weder Roß und Reiter und so Kleinkram springen die meisten Pferde, auch die weniger talentierten, gerne.

Seit dem vergangenen Jahr sah man mich auch das eine oder andere Mal auf einem Springplatz, da das eine meiner Pferde partout keinen Gefallen am Dressurreiten finden wollte. Und heute setzte ich der ganzen Sache dann noch die Krone auf.

Die Krone der Reiterei – so nennt man die Vielseitigkeit. Vielseitigkeit – früher sagte man Military – bedeutet, mit seinem Pferd alles zu können: Dressur, Springen und das Geländereiten über Hindernisse. Dazu braucht es bei Pferd und Reiter vor allem Mut und Vertrauen (Reiterliches Können setze ich nun einfach mal voraus).

Heute also mein Einstand in die „Busch“reiterei. Ein Lehrgang im schönen Weißenhorn. Lubianken war anfangs sehr nervös – der Reiter nicht minder – aber von Übung zu Übung klappte es besser und wir hatten beide einen riesengroßen Spaß daran!

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Auf dem Bio-Hühnerhof

Heute vormittag um neun hieß uns der Biobauernhof unserer Nachbarn willkommen. Wie das eben so ist: Da hat man kleine Kinder, nebendran ist ein Bauernhof und dennoch schafft man es irgendwie nie, mit den Kindern hinüber zu gehen und ihnen zu zeigen, wie die Hühner leben. Das sollte sich nun ändern, hatte doch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in einer nahegelegenen kleinen Stadt zu einem Vormittag geladen, der sich an Familien mit Kindern zwischen einem und drei Jahren richtete. So wollten wir nun also auch endlich mal den Hühnern auf den Grund gehen.

Empfangen wurden wir in einem liebevoll hergerichteten, durch einen Bollerofen gewärmten Garagenraum, der sozusagen als „Klassenzimmer“ diente. Auf einem Kreis von Strohballen mit Jutesäcken obendrauf wurde uns ein wenig über den Hof uns seine Eigner berichtet, außerdem durfte sich jeder vorstellen und auch erklären, warum man an der ganzen Sache teilnehmen wollte.

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Dann ging es los ins Hühnerhaus. Als erstes mußten wir natürlich unsere Neugierde befriedigen, wie die Hühner lebten. Wir erfuhren, daß auf einem Bio-Hühnerhof maximal sechs Hühner pro Quadratmeter leben dürfen. Außerdem dürfen die Hühner bei gutem Wetter nach draußen. Heute war es kalt und zugig, so daß die Hühner in ihrer Außenvoliere liefen. Besonders gefielen uns die beiden Hähne, die auf dem Baumstamm saßen und die so wunderbar antworteten, als alle Kinder zusammen „Kikerikiii“ riefen. Und das war reproduzierbar! Die Kinder hatten riesigen Spaß daran.

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Und was fressen die Hühner nun so?
Um dies anschaulich zu erklären, hatte die Nachbarin einen Holztisch vorbereitet, in perfekter Kleinkinderhöhe. Darauf wurden nun die verschiedenen Körner ausgebreitet, Getreide, Mais und Futterbohnen. Die Kinder durften sie anfassen, untersuchen und schließlich konnte jeder ein paar Handvoll davon in ein Körbchen füllen. Jetzt wurde es spannend – der Inhalt der Körbe wanderte in eine kleine Schrotmaschine und wurde zu Hühnerfutter verarbeitet. Und wieder gab es einen Kreis aus Paletten, auf die sich Kinder und Eltern setzen konnten. Allerdings mußte zunächst das Innere des Kreises noch mit Stroh eingestreut werden, was den Kindern sichtlich Spaß machte. Dann brachte die Bäuerin zwei Hühner und wir durften unser Getreideschrot verfüttern. Die Hühner fanden das Ganze doch ziemlich unheimlich, aber sie ließen sich sogar streicheln.

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Anschließend wurde der „Eierlift“ in Betrieb gesetzt und kleine Händchen sortierten die Eier in einen großen Karton. Inzwischen war uns allen nicht mehr ganz warm, so daß wir gerne wieder zurück ins „Klassenzimmer“ gingen. Dort wurden die gesammelten Eier – unter Zugabe von Zwiebelschalen für eine schöne gelbe Farbe, schließlich ist ja schon fast Ostern  – auf einem uralten, holzgefeuerten Herd gekocht. Warum habe ich diesen eigentlich nicht fotografiert??? Vorhandene Fragen konnten in der Zeit, bis die Eier fertig waren, beantwortet werden uns schlußendlich durften die Kinder ihre Eier verspeisen. Junior vertilgte drei Stück!!!

Der kleine Ausflug an sich war sehr schön – noch schöner aber waren die faszinierten Gesichter der Kinder!