Leseratte

Da Junior heute gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe ist, durfte er daheim bleiben. Zum Glück waren wir gestern noch in der ortsansässigen Bibliothek, wo er sich vier Bücher mitnahm. Vier „richtige“ Bücher, etliche Bücher für Kindergartenkinder suchten die zwei sich auch noch aus. 

Jedenfalls saß Junior heute Vormittag wahlweise auf der Couch oder mit seiner Teetasse am Tisch – und las. Das Ergebnis bis zum Mittagessen: Alle vier Bücher ausgelesen. Was sage ich, gefressen. 

Was für eine Leseratte, unser Zweitklässler. 

Auf dem Weg nach Weihnachten

Jeden Tag muss unser Schlechtwetterauslauf abgeäppelt werden. Seit er vergrößert wurde ist das noch mehr Arbeit als vorher. Dafür ist in der Laufbox deutlich weniger zu tun, so dass es jetzt reicht, diese nur alle zwei Tage zu misten. Vorher war auch dieses einmal am Tag notwendig. Die Arbeit ist also nicht mehr geworden, sie hat sich nur verändert.

Allerdings auch nur, wenn es trocken ist. Denn ohne Niederschläge welcher Art auch immer kann ich den Pferden das Heu auf dem Auslauf füttern. Es wird schön entlang der Miste und an der Rückseite des Heuunterstandes aufgeschüttelt und kommt noch zusätzlich in die selbstgebaute, inzwischen schon reichlich zusammengenagte Heuraufe. Mit dieser Menge kommen die Pferde gut über den Tag beziehungsweise die Nacht. Da sie nur zum Schlafen in die Laufbox gehen, denn sie sind rechte Frischluftfanatiker, bleibt diese sauber.

(Wenn es regnet, muss das Heu im Trockenen liegen, daher dann nur Raufe und Stall. Dann gibt’s weniger Dreck draußen, dafür mehr drinnen.)

Egal, darauf wollte ich ja gar nicht hinaus. Würde auch nicht zum Titel des heutigen Posts passen.

Da stand ich also heute nachmittag mit Bollengabel und Mistkarre auf dem Auslauf und schaufelte Pferdeäpfel, während ich nebenher noch der Reitbeteiligung des Nachwuchsdressurpferdes Reitunterricht gab.

Auf einmal kommt Junior angedackelt. „Mama, darf ich Dir helfen?“ Selbstverständlich darf der junge Mann, er marschiert ab und kehrt mit Bollengabel und Schubkarre wieder, um ebenfalls fleißig Pferdeäpfel zu schaufeln.

Eine gute Viertelstunde später, der Auslauf sieht schon recht gut aus, bricht es dann aus ihm hervor: „Jetzt bin ich schon ziemlich gut auf dem Weg nach Weihnachten, oder?“

Mir fehlt so ein bißchen das Verständnis, also frage ich vorsichtig nach, wie er das denn nun meinen würde. „Ja, also – die Frau U. (seine Lehrerin, er besucht die zweite Klasse) hat gesagt, dass wir in der Zeit vor Weihnachten besonders brav sein sollen und am Besten jeden Tag unserer Mama helfen sollen.“

 

Leseratte 

„Mama, ich hab gerade in der Zeitung gelesen, dass die EM für Mario Gomez beendet ist!“

„Und, hast Du auch gelesen, warum?“

„Ja, wegen eines Muskelfaserrisses “

Der Bengel fasziniert mich. Kein Buchstabe ist vor ihm sicher. Offensichtlich nicht einmal die für einen Erstklässler doch reichlich klein gedruckte Zeitung…

Nach obiger Erklärung verschwand er wieder, um den Rest des Artikels zu lesen. 

Der Scottish Terrier

……wenn er mit Kindern aufwächst, ist er ein hinreißender Kinderhund, der alles mitmacht, sich stundenlang verkleiden und in Puppenwagen setzen läßt und das alles mit stoischer Ruhe erträgt…

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.aus dem Buch „Charakter Hunde“ von Katharina von der Leyen, BLV Verlagsgesellschaft, München

Fixe Gurken!

„Wenn man das mit der Hand macht, dauert’s länger. Wenn man aber einen Ladewagen nimmt geht’s fix wie ’ne Gurke!“

Wir grinsen uns eins. Schnäuzelchen fragt: „Nicht fix wie ’ne Orange?“

„Nee, ne Gurke ist schneller reif als ’ne Orange!“

Abends im Dunklen

Wir unterhalten uns abends noch ein wenig. Das Gespräch dreht sich um die Sonne und ihre Planeten und wir kommen auf die bewohnbare Zone zu sprechen. 

Auf meinem rechten Arm scheint das Prinzeßchen schon zu schlummern. 

Wir gehen die Planeten durch. Merkur, zu nah dran, zu heiß. Venus, beginnende bewohnbare Zone, aber komische Atmosphäre. Die Erde, na klar. Der Mars, auch gerade noch in der bewohnbaren Zone, aber kein Wasser und keine gescheite Atmosphäre. 

Junior meint: „Da braucht man dann Raumanzüge!“

Noch bevor ich antworten kann, kräht das mitnichten schon schlafende Prinzeßchen: „Und Superhelden!“

Die fade Mama meint, Superhelden gäbe es nicht. 

Das Prinzeßchen ist da anderer Ansicht: „Doch, aber ganz weit weg!“

Vielleicht sollten die Marssonden einfach mal nach denen suchen und nicht nach Wasser…

Was bin ich doch für ein Hirsch!

Da hat Junior doch morgen Geburtstag. Und als ich gerade beginnen will, einen Kuchen zu backen, stelle ich fest, dass ich keine Eier mehr im Haus habe. Die Nachbarin mit der Eierkiste, bei der man einfach so Eier holen kann und das Geld in den Briefkasten werfen, hat gerade neue Hennen aufgestallt und diese legen noch nicht. Und außerdem bin ich schon im Schlafanzug und habe auch keine Lust, zum anderen Nachbarn zu tigern und dort welche zu holen.

Für eine Kindergartenfreundin Juniors hatte ich aber mal einen eifreien Kuchen gebacken, der gar nicht schlecht war. Also wird das nun einfach wiederholt.

Tja, und dann geht das Chaos weiter. Ich habe nicht mehr genügend Mehl Type 550. Ungefähr die Hälfte nur. Dann habe ich eben mit 1050 aufgefüllt. Schadet nicht.

Im Rezept stehen 150 ml Öl. Ein Blick in den Schrank zeigt mir: kein Öl mehr da!

Was für ein Glück, dass ich draußen im Stall zwei schwerfuttrige Pferde stehen habe, die als Energieträger Öl bekommen. Also doch rein in den Bademantel, ab  in den Stall und das Öl geholt. Da hätte ich auch Eier holen können *lach*

Danach geht aber nichts mehr schief. Der Kuchen gelingt und entgegen seiner sonstigen Gewohnheit kommt er sogar problemlos aus der Form. Im warmen Zustand schmeckt er sehr lecker. Schauen wir mal, wie er morgen abgekühlt rauskommt.

Jedenfalls ist der Geburtstagstisch nun vorbereitet. Sieben Geschenke, sieben Lebensjahre. Das ist allerdings Zufall. Wir heißen ja nicht Durs.ley.