Holunder, Birnen, Kartoffeln

Eine seltsame Kombination, finden Sie nicht auch?

Wenn sie denn alle gemeinsam auftreten würden, wäre das sicherlich der Fall. Aber schön der Reihe nach:

Gestern plünderten Junior und ich den ersten Holunderbusch des Spätsommers. Dafür mußten wir gar nicht weit marschieren, denn oben am Bolzplatz der Nachbarn wächst ein Busch, der zu allem Luxus auch noch hervorragend zu erreichen ist. Dieses Jahr ist es reichlich seltsam mit den Holunderbeeren: Am Busch hängen vertrocknete, reife und unreife Beeren zur gleichen Zeit. In dieser Ausprägung habe ich das noch nicht gesehen.

Birnen gibt es immer noch. Jeden Tag fallen ein paar vom Baum und wenn sich genug angesammelt haben, werden auch diese verarbeitet. 1200 Gramm Birnenwürfel landeten heute in Kompottgläsern.

Und zum Abendessen gab es die ersten Kartoffeln aus dem Garten. Von der nußgroßen Kartoffel bis hin zu einem Mords-Trumm habe ich aus dem Bottich alle Größen herausgeholt. Insgesamt waren es knappe 1200 Gramm.

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Birnen- und Tomatenschwemme

Der Birnbaum trägt dieses Jahr wirklich reichlich. Dummerweise ist der Rest der Familie nicht unbedingt begeistert von diesem Obst. Und das, obwohl es eine Williams-Birne ist (unnötig zu erwähnen, daß Schnäuzelchen gegen die flüssige Form der Williamsbirne nicht einzuwenden hat…)

Also mußte eine Möglichkeit her, in der die Birne nicht nur haltbar, sondern auch dem Rest der Familie schmackhaft gemacht wird. Gefunden habe ich ein richtig leckeres Rezept für Kompott, das sogar Schnäuzelchens Segen erhielt.

Das Praktische daran ist obendrein, daß dabei auch Quittengelee verarbeitet wird. So viel, wie ich davon jedes Jahr mache, können wir gar nicht essen!

Also: 200g Quittengelee in einen Topf, dazu 300ml Wasser und den Saft einer halben Zitrone sowie deren Schale geben. Eine Vanilleschote samt ausgekratztem Mark hinzu. Aufkochen, dann die Birnen hinzu. Ich schneide sie in mundgerechte Stücke, man kann sie aber sicher auch als Viertel oder Spalten belassen. Zehn Minuten kochen – oder eben bis sie weich sind, die Birnen – und abfüllen.

Das ergab diese zwei Gläser Kompott. Es waren ungefähr 600g vorbereitet gewogene Birnen.

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Tomaten gibt es heuer auch reichlich, wobei die Sorten sich sehr unterschiedlich verhalten. Sportivo wächst super, die längliche Tomate, deren Namen ich vergaß, neigt sehr zu braunfäuligen oder verschrumpelten Früchten, der gefällt es bei mir wohl nicht so sehr.

Zwei Kilo Tomaten stehen gerade bei mir auf dem Herd und werden zu Suppengrundlage für den Winter verarbeitet. Lecker!

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Apfelsaft

Eine ziemlich mühselige Methode, Äpfel zu verarbeiten, wenn Sie mich fragen: Mittels Dampfentsafter. Aus 2kg Äpfeln bekommt man im Verlauf von zwei Stunden einen Liter Apfelsaft.

Das Ganze hat aber einen Vorteil: Es läuft ziemlich gut nebenher, man muss nur immer wieder mal nachsehen, ob der Entsafter auch nicht trocken kocht. Ab und an muss man einen Schwung des erzeugten  Saftes wieder oben reinkippen. Ein Tipp meiner Oma an ihre Schwiegertochter, meine Mutter. Ich verstehe zwar nicht, warum das funktioniert – aber man bekommt tatsächlich mehr Saft aus den Äpfeln als ohne das Überkippen, ich habs probiert.

Geschmacklich scheiden sich am Saft die Geister: Schnäuzelchen empfand ihn als zu intensiv („den muß man ja eins zu zehn verdünnen“), ein Bekannter wiederum fand ihn zu dünn. Nun ja, wir sind sowieso große Schorlenfreunde, insofern wäre zu dünn für uns kein Problem.

Vier Liter Saft habe ich nun also gewonnen. Eingeflaschte. Im Kühlschrank steht noch ein Dreiviertelliter zum sofortigen Verzehr. Passenderweise ist der gekaufte Saft – der letzte Tetrapack – heute abend gekippt *schüttel* und ich konnte ihn weggießen .

Nun gut, jetzt ist jedenfalls ein großer Teil des Fallobstes versorgt. Nicht, dass nicht jeden Tag wieder was runterfiele. Und so viel können die Pferde ja gar nicht fressen, da bekommen sie ja Kolik….