Da mach‘mer nen Haken dran…

Zweieinhalb Wochen hat es nun gedauert, aber Zwergi ist seit gestern in unsere kleine Herde integriert. Morgens zur Heufütterung trennen wir noch in kleinere Gruppen auf, aber wenn der erste Hunger gestillt ist, dürfen sie zusammen sein.

Interessant war die Annäherung der jungen Dame an die Ranghohen. Dargestellt hier am Beispiel mit der Herdenchefin, die am Heu stand. Zwergi näherte sich von hinten und wurde sofort mittels eines bösen Blicks verwarnt. Sie blieb kurz stehen und streckte dann der Schwarzen die metaphorische Zunge heraus, indem sie weiter gehen wollte.

Diesmal wurde der böse Blick mit angelegten Ohren komplettiert. Die freche Göre zeigte sich schwer beeindruckt – die metaphorische Zunge, Sie wissen schon *ironieaus*

Daraufhin ging die Chefin drohend zwei Schritte rückwärts auf den pubertären Lümmel zu. Das wurde dieser dann wohl doch zu heiß – sie drehte ab und suchte sich einen anderen Kollegen zum „Ärgern“

Interessant auch die Tatsache, dass Zwergi und ihre Mutter nun meist beieinander grasen. Obwohl die Rote ja anfangs sehr verärgert über den Neuankömmling war. Aber irgendwie haben sie sich doch wieder zusammengefunden…

Im trockenen Stall

… läßt es sich gut Hafer fressen. Nur ihre Mutter in der Nachbarbox hält noch so gar nichts von der neuen Nachbarin. Keifend und mit gefletschten Zähnen giftet sie über die Trennwand (Auf dem Film weiter unten hatte sie sich dann schon wieder einigermaßen beruhigt)

Flitzte Zwergi beim ersten Mal noch bis ans Ende der Box – in der sie ansonsten sehr gelassen steht – hat sie dann schnell gezeigt, dass sie genau wußte: Die erreicht mich eh nicht. Und blieb seelenruhig gerade außerhalb der Reichweite ihrer Mutter stehen. Definitiv ein mutiges Ross.

Es ist jetzt auch gut, dass sie mit im Stall sein kann, denn gerade eben öffnet der Himmel wieder seine Schleusen und die Wettervorhersage ist nicht dazu angetan, dass ich heute Nacht ein Pferd auf der Koppel im Unterstand haben möchte.…

Für die, bei denen das Filmchen nicht geht:

https://owncloud.nehmer.net/index.php/s/FcgJxmDHkXCzGqH

Umzug

… oder die nächste Zusammenführung.

Unglaubliche Fünf (!) Minuten dauerte es, bis Zwergi bei der Schwarzen im Hänger stand. Wir guckten uns alle überrascht an, hatten wir doch so gar nicht damit gerechnet… da war unsere Idee mit der Herdenchefin wohl goldrichtig gewesen.

Kaum waren wir zu Hause angekommen, bekam der Plan Schwierigkeiten. Zwergi und die Schwarze standen auf der kleinen Koppel am Stall, noch getrennt vom Rest.

Die restlichen Damen waren natürlich sehr neugierig. Die Schwarze stellte sich zwischen Zwergi und ihre Herde… aber mitnichten, um Zwergi zu beschützen…
… sondern viel eher, um dafür zu sorgen, dass dieser unmögliche Neuzugang gefälligst von ihrer Herde wegblieb…
Dann wurde wieder einmal über eine Koppel galoppiert…

Schließlich erbarmten wir uns. Die Schecke sollte die nächste sein, die zu Zwergi kam und die Chefin durfte zu ihrer Herde.

Reichlich sinnfrei, die Gescheckte galoppierte nur hektisch am Tor auf und ab und wollte wieder zu den anderen… während Zwergi schon in aller Ruhe die Wiese erkundete und den Unterstand untersuchte…

Normalerweise hätte ich ja nun Zwergis Mutter dazugestellt, aber die soll am Mittwoch noch ein Mädel durchs Reitabzeichen tragen (so das Wetter tauglich ist für die alte Dame, bei Hitze tritt Plan B in Kraft). Also kam die Traberin dazu – und das funktionierte ganz wunderbar!

Den Unterstand haben wir dann noch schön mit Einstreu und Futter versehen. Alles bestens für die Nacht!

Zusammenführung I

Zwergi ist jetzt drei Jahre alt. Ihre Aufzuchtfreundin verläßt sie, um für die Stutbucheintragung ausgebildet zu werden. Also ist auch für Zwergi die Zeit auf der Koppel vorbei.

Heute haben wir sie daher mit unserer Herdenchefin vergesellschaftet. Die Friesenfreundin verließ die gemeinsame Koppel, unsere Schwarze wurde zunächst auf die Koppel neben Zwergi gestellt. Schon war die Aufregung etwas kleiner, denn Zwergis Aufmerksamkeit richtete sich auf die „Neue“.

Während Zwergi immer wieder über die Koppel galoppierte und nach ihrer Friesenfreundin rief…
… war die Schwarze der Ansicht, dass man diese Koppel erst mal ausgiebig per Wälzen erkunden müsse…
Nach einiger Zeit ließen wir die beiden zusammen und es erfolgte ausgiebiges Beschnuppern. Wenige Sekunden nach diesem Foto gab es dann das große Quietschen, Zwergi bekam eine Breitseite gegen die Rippen – und die Rangfolge war geklärt.
Die Schwarze findet das Ganze jetzt schon uninteressant, das gute Gras ist doch viel wichtiger. Zwergi weiß noch nicht so ganz, was sie von der Sache halten soll…
Wieder etwas später klappte das mit dem gemeinsamen Grasen schon ganz gut. Jetzt bleiben die beiden über Nacht dort zusammen – und morgen hoffen wir dann, dass die Routine der Schwarzen beim Einladen und Hängerfahren auf das Junggemüse abfärbt…

Happy Birthday!

Seit sie ein halbes Jahr alt ist, gehört sie zur Familie. Immer leistungsbereit, immer freundlich, immer neugierig. Das einzige meiner Pferde bis heute, von dem ich sage, dass es gerne aufs Turnier ging. Da gab es so viel zu sehen und außerdem hat sie sich immer gerne präsentiert. So ein bißchen ein Rampensau-Gen hat sie da wohl. Das zeigt sich auch jetzt noch, wenn sie mal wieder zeigen darf, was sie alles kann. Einmal im Galopp zu viel Druck am äußeren Knie gemacht? Sofort dreht sie in die Pirouette ein, ob der Reiter obendrauf das kann oder nicht. Und wenn die Gelenke mal warm sind, zischt sie auch freiwillig in der Trabverstärkung um die Bahn, obwohl man doch eigentlich nur noch locker am längeren Zügel in die Tiefe traben will. Ein wahres Traumpferd – ich sage immer, wenn ihre Tochter nur halb so wird, bin ich schon glücklich.

Alles Gute zum 24. Geburtstag, bestes Pferd der Welt!

(So als Nachtrag: Nein, wir waren NICHT im Feld. Nur an einer Ecke. Wenn man genau hinsieht, erkennt man auch, dass an der Stelle nicht wirklich was wächst. Und am unteren Rand des Fotos beginnt schon der Feldweg…)

Die Saboteurin

Ich wollte gestern Reitstunden geben. Da der Reitplatz staubt, stellte ich meinen Stuhl auf den Auslauf, der Wind blies nämlich von diesem weg. So kann ich unbehelligt Unterricht geben, dachte ich.

Dann kam meine alte Dame. Erst stellte sie sich vor mich, direkt in mein Blickfeld. Augen auf halbmast, Schlafzimmerblick.

Ich fing an, sie zu streicheln. Großer „Fehler“. Sie rückte näher und begann, sich zu „revanchieren“

Und rückte dann noch ein bisschen näher. Ihr Kopf auf meinem Kopf. Genussvoll. Und ziemlich lange. So ein Kopf ist ganz schön schwer. Macht aber nichts, wir zwei genießen das.

Zwergi

Zweimal wöchentlich ist ja nun für Zwergi „Arbeiten“ angesagt. Wobei der Begriff eigentlich nicht den Kern der Sache trifft.

Wir lassen ein paar Runden freilaufen, um die Stimmung festzustellen. In der Regel ist das sehr entspannt und es wird nur gemütlich getrabt. Selten mal galoppiert.

Es sei denn, ich wage es, zur Futterzeit aufzutauchen. Dann reagiert Madame ausgesprochen ungehalten und es wird sich erst mal bockend und wiehernd verausgabt.

Dennoch machen wir langsame Fortschritte. Inzwischen habe ich den Zügel am Kappzaum. Auf der linken Hand funktionieren die Übergänge aus dem Schritt zum Halt schon gut. Meist steht sie still, nur manchmal weicht die Hinterhand nach außen aus.

Beim Führen von rechts hatten wir anfänglich Diskussionen. Geht ja gar nicht, dass der Zweibeiner an der „falschen“ Seite geht.

Bei den ersten Versuchen riß sie sich los und bockte davon. Beim zweiten Mal ruderte sie immer mit ihrem Kopf in meine Richtung, was meiner Brille nicht gut tat. Zum Glück kann Schnäuzelchen löten, sodass das Nasenpad nun wieder sitzt. Ab sofort gehe ich mit Kontaktlinsen zum Jungpferdeausbildung. Eh vernünftiger.

Beim dritten Übungstag – gestern – war auch das Vergangenheit, sie marschierte auch von rechts geführt prima mit und die ersten Übergänge zum Halt gelangen auch gut.

Übrigens dauern unsere Einheiten in der Regel um und bei 20 Minuten. Zehn Minuten fürs Warm- und Ablaufen, zehn Minuten für die eigentliche Handarbeit.

Sonntagsschnipsel

Wieder ein Wetterchen zum Eier legen.

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Auf-Stock-setzen der Weigelie beendet.

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Nach meinen drei Clematis gesucht. Alle drei komplett zurückgefroren. An den Etiketten steht „ausreichende Winterhärte bei normalem Winter“. Ausreichend hört sich ehrlich gesagt nicht vielversprechend an. Und nach welchem Maßstab bemißt sich heute ein normaler Winter? Und was hatten wir??

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Dem THW gegen Magdeburg die Daumen gedrückt und dabei das unterbrochene Projekt Hexagondecke wieder aufgegriffen.

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Zwergi wieder ein Viertelstündchen an der Longe gehabt. Zur Halle hin und zurück heute ohne Probleme. Die ersten paar Runden an der Longe noch mit Bocken, dann brav um mich rum. Und danach erstmalig ein paar Runden entspannten Schrittes in der Halle außenrum geführt. Dazu hatte sie bislang zu wenig Ruhe.

Das war das dritte Mal an der Longe.

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Sonnig, 14 Grad, kein Niederschlag.

Ran ans Gestrüpp

Traumhaftes Wetterchen heute. Echt wahr. Die Pferde pennten in der Sonne.

Vormittags durften sie freispringen. Der Räuber soll das jetzt lernen und wenn man sich schon die Arbeit macht, alles aufzubauen, kann auch gleich alles springen, was darf. In dem Fall die Schwarze und das Buschpferd, die beide kaum zu bremsen waren. Das letzte Mal springen ist schon recht lange her – und ja, es gibt tatsächlich Pferde, die das leidenschaftlich gern machen.

Nachmittags ging’s dann noch ein Stündchen an‘s Gestrüpp. Die Buddleja bekam ihren jährlichen Schnitt verpasst. Es ist immer wieder faszinierend, wie sie dann in einem Sommer wieder ihre ursprüngliche Größe erreicht.

Tja – dann die Weigelie… seit sie gepflanzt wurde, wurde sie nicht geschnitten. Die Blüten wurden weniger und weniger. Also ran an den Speck und auf Stock gesetzt. Ein übles Loch ist jetzt in der Hecke. Die Forsythie daneben wäre eigentlich genauso fällig – aber nicht dieses Jahr. Das ist mir dann zu viel Loch. Und schließlich brauchen die Vögel ja einen Busch, in dem sie sitzen und zetern können. Tun sie normal in der Weigelie. Die machen enormen Krach dabei. Jetzt müssen sie halt eins weiter ziehen.

Ganz fertig ist sie noch nicht – aber morgen ist auch noch ein Tag.
Mich gruselt jetzt schon beim Gedanken, dass das alles noch weg muss…
Theo fand den neuen Unterschlupf im Garten recht interessant.

Sonnig, frühmorgens neblig, 16 Grad, kein Niederschlag

Es wird ernst

Heute war Zwergi das zweite Mal in der kleinen Halle. Zwischen den beiden Terminen lagen zehn Tage.

War der Weg zur Halle letztes Mal noch reichlich unheimlich, ging das heute eigentlich schon recht gut. Der Misthaufen war noch nicht hochgeschoben und der restliche Weg wurde durch – O Schreck! – eine Pfütze versperrt.

Mit ein wenig gutem Zureden marschierte sie dann aber problemlos durch und auch die noch folgenden Matsch- und Wasserstellen auf dem Weg zur Halle waren unproblematisch.

In der Halle zeigte sie sich dann heute deutlich selbstbewußter als noch das letzte Mal. Quiekend und ausschlagend bockte sie um mich herum. Bis auf einmal blieb sie dabei aber problemlos auf der Zirkellinie um mich herum, also alles völlig normal für so ein Junggemüse. Nach zehn Minuten war dann auch genug gelaufen und wir machten uns auf den Weg zurück in den Stall.

Da nun neben dem Weg ein Gabelstapler stand – neeeein, der war da vorher bestimmt noch nicht! – versuchte sie mir zunächst klarzumachen, dass man an dem nicht vorbeikönne und der bessere Weg direkt über den Misthaufen führe. Immerhin ließ sie sich zum Stehenbleiben und Gucken überreden.

Wie – der bewegt sich ja gar nicht?

Ist gut, der frißt keine kleinen Pferdemädels – ich geh dann mal weiter.

War da irgendwas?!?

Echt wahr, ich hab mich nur über sie amüsiert …