Nichts mehr gewöhnt

Offensichtlich habe ich meinen Garten in der letzten Zeit ein wenig vernachlässigt. Oder wie erklärt es sich, dass ich nach eineinhalb Stunden platt wie eine Flunder bin?

Im Frühbeetkasten wächst es munter vor sich hin. Zumindest auf der einen Seite, wo ich Rucola gesät hatte. Ich glaube, da ist bald mal ein wenig Ernten fällig. Nur der Feldsalat will nicht so wirklich. An manchen Stellen ist er gar nicht aufgegangen, obwohl es neues Saatgut war. Das finde ich nun weniger schön.

Neben dem Frühbeet stand einer meiner ausrangierten Pferde-Tränkbottiche. Möhren fühlen sich darin offensichtlich recht wohl. Leider stand der Pott zu sehr unter dem Dach des Holzunterstands – die Möhren wären bestimmt größer ausgefallen, hätten sie mehr Wasser bekommen. Nun sind sie geerntet und die restliche Erde landete im Hochbeet.

Daraufhin war das Tomatenbeet dran. Unglaublich, wie viele grüne Tomaten da noch dran hingen! Da für das Wochenende Frost angesagt ist, wurde es nun allerhöchste Zeit, sie zu ernten und zum Nachreifen ins Haus zu bringen. Zwei Schubkarren Tomatengrün habe ich entsorgt, das Beet daraufhin schön durchgehackt und vom Unkraut – vornehmlich Löwenzahn – befreit. Irgendetwas sollte ich mir auch noch mit dem Salbei einfallen lassen. Ein riesiger Busch ist das geworden!

Ein paar Topftomaten hatte ich ja auch gehabt, was ich aber vermutlich nicht wiederholen werde. Und neben diesen Töpfen stand auch ein Pott mit Zitronenmelisse. Überraschung! Hatte ich im Frühsommer noch das Gefühl gehabt, die Melisse habe den Winter so gar nicht überlebt – ist sie nun wieder da. Zwar nicht besonders üppig – aber immerhin. Das freut mich sehr, denn Tee aus frischer Melisse ist etwas furchtbar Leckeres und obendrein hätte Schnäuzelchen neulich zum Kochen mal welche gebraucht…

Dann schritt ich noch am Wohnzimmerbeet zur Tat. Stauden abschneiden. Puh – was da unter den hohen Stauden (Phlox, Sonnenhut, Astern) so an Unkraut zum Vorschein kam – mich gruselt es. Zwei Dahlien habe ich auch schon aus der Erde geholt, obwohl es mir immer sehr schwer fällt, das zu tun, so lange sie noch schön blühen. Es sind zwei niedrige Dahlien, die eine rot, die andere hat mir dieses Jahr keine Blüten gegönnt.

Donnerstag (25.10.), bedeckt, ein wenig Sonne, 13°C

Da köchelt was…

Ungefähr zwei Kilo sonnengereifte Tomaten aus dem Tomatenbeet nämlich. Zusammen mit einer Oschi-Zwiebel, auch aus dem Garten, zwei Zehen Knoblauch (der ist gekauft), Salz, Pfeffer, Zucker, Pfefferminz, Basilikum, Majoran. Das ganze schimpft sich italienische Tomatensuppe und soll uns morgen zum Mittagessen munden. Vorher muß das Ganze dann noch durchpassiert werden – das macht morgen das technische Utensil, das ich von Muttern geschenkt bekam.

Mjam. Ich freu mich schon drauf.