Ein fauler Turniertag

Wie? Faul und Turnier – wie geht das zusammen?

Na, ganz einfach: indem man reiten läßt!

Denn heute war die Reitbeteiligung des Springpferdes dran. Ich musste mich nur in ein fertig gepacktes Auto setzen, alles vorher hatte sie schon erledigt.

Auf dem Turnier konnte ich jede Menge zusehen und ratschen, denn das Mädel (eigentlich firmiert sie schon unter junge Frau, aber irgendwie sind meine Reiterinnen alle „die Mädels“) erledigte auch hier alles selbstständig.

Nur beim Abreiten hatte ich ein Auge drauf und es gab ab und an ein paar Tipps von mir, aber viel war nicht notwendig.

Und das Ergebnis war erst große Klasse: Mit 7,1 sicherten sich die beiden einen zweiten Platz in ihrer zweiten gemeinsamen Dressurreiter-A. Und ließen einige hinter sich, deren Pferde dem Modell des „Dressurpferdes“ viel mehr entsprachen als unser Schlaks von Springpferd.

Ich bin richtig stolz auf die Beiden!

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Mitten in der Nacht…

Um vier klingelte der Wecker. Ich wachte einige Minuten davor auf, um festzustellen, daß sich das Prinzeßchen eingeschlichen hatte. Also brachte ich sie erst mal in ihr Bett, zog mich an, bekam irgendwie die Kontaktlinsen in die Augen und raus ging es. Gerichtet hatte ich alles schon am Vorabend, ich mußte nur noch anhängen, einladen, Pferd richten und verladen, losfahren.

Dummerweise war ich ganz alleine, weil sich diesmal so gar niemand fand, der mitfuhr. Nicht die beste Voraussetzung, aber das Buschpferd ist an und für sich ja problemlos.

Haben Sie schon mal versucht, um halb fünf im Dunklen ein dunkelbraunes Pferd auf der Koppel einzufangen? Das Dressurpferd und das Buschpferd standen natürlich beisammen; als ich auftauchte, schickte das Buschpferd sich gleich an, davonzutraben. Aber ich bin ja schlau – ich hatte einen Fallapfel dabei und biß da mal schnell rein. Igitt, saures Zeug – aber Pferd hörte es und beschloß, sich einfangen zu lassen :D

Schnell geputzt, verladen, auf gehts. Ungefähr eine Stunde Fahrt, ich war der erste Depp am Turnierplatz. Erst mal orientieren, Hänger umparken – ist nix, wenn man vor dem Einweiser da ist – dann Sachen aus dem Auto und ausgeladen. Oh Mist, Stollenkistchen vergessen. Der Nachbar bot gleich seine Kurzen an. Seien aber nur noch sieben. Kein Problem, ich brauch‘ bloß vier, da hinten barhuf.

Dann die Strecke mit Pferd abgegangen, wie erwartet höchstes Geglotze beim Trakehner Graben und äußerste Unwilligkeit, sich dem Ding zu nähern. Na prima. Irgendwie bekam ich sie dann doch halbwegs in die Nähe. Sprung vier wollte sie auch erst nicht ran, da war das Wasser in Sichtweite und da plantschten grad welche durch, so was mag sie nicht. Als wir dann durchs Wasser waren, war auch der Vierer uninteressant.

Ansonsten schienen alle ungefährlich, nur das weiße Gatter hatte ihr mal wieder zu viel Blumenschmuck.

Dann abreiten. Vier, fünf Probesprünge. Schön, daß ihr das jetzt reicht, früher mußte ich eher fünfzehn machen, bis der Gang drin war und sie wollte.

Dann war ich dran. Baumstamm kein Problem, auf zwei mußte ich etwas antreiben, bis sie ihren Rhythmus hatte, aber dann super. Einen Buckel runter, großer Linksbogen auf drei, Baumstamm mit Tannenkruscht drauf, alles gut. Dann obengenannte Vier, ein Aufsprung über einen Baum, kein Thema, drüber. Rechtsherum, Pflichttor, fünf ohne Probleme, sechs ebenso.

Und dann kam der Trakehner, ich erwischte die Wendung darauf hin nicht besonders gut, Gerade auf den Sprung hin ist was anders. Mantraartiges „Guck nach vorne“ – das Roß steht. Bah. Noch mal angeritten, diesmal richtig in den Sattel gesessen und Druck gemacht – zack, klappt. Durch den Druck  hatten wir dann etwas viel Tempo und erwischten die Rechtswendung aufs Wasser nur mit Ach und krach (da war ein begrenzender Zaun zwischen oberem und unterem Teil der Strecke), anstatt ins Wasser zu galoppieren, _sprang_ sie mal wieder, ich saß dadurch nicht gerade stabil und dann war da schon der Baum-Aussprung, aber irgendwie haben wir uns drüber gerettet.

Neun ein kleiner Aufsprung, zehn ein weißes Rennbahnrick, dann elf – das weiße Gatter mit den Blumen, alles kein Problem. Die Kondition ließ leicht nach, aber ich habe schon schlimmer geschnauft. Dann ein Holzstoß, rauf auf den Hügel und über eine Baum runter, noch die Mauer und wir waren im Ziel.

Grundnote war 6,8 – der Herr Richter bescheinigte mir anfangs gutes Tempo, ordentliche Zügelführung, zwischendrin immer wieder Unstimmigkeiten, so am Wasser und daß ich den „Möchtegerngraben“ halt nicht optimal angeritten sei. Gab natürlich Abzüge und Zeitfehler durch den Steher, die schlußendlich zu restlichen 4,8 Punkten führten.

Hey – wir haben das erste Mal einen Graben geschafft! Ist das nicht klasse?!?!

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Geländeskizze

Fix und Fertig aber Happy

Hach, ich bin fix und alle, aber total happy und so begeistert, dass ich noch nicht mal auf der Heimfahrt eingeschlafen bin.

Wir durften die Strecke zu Pferd abgehen und schon da zeigte sich, dass das Springpferd recht entspannt drauf war. Nur die Futterkrippe – an der wir letztes Jahr ausschieden und die Käseecke mußte ich zwei Mal zeigen, der Rest war problemlos. Ins Wasser wollte sie zunächst nicht, dann berührte ihr Huf zufällig das Wasser – und als hätte es ‚Klick‘ gemacht (Das ist ja nur Wasser) marschierte sie rein.

Beim Abspringen alles gut, schön angezogen und ohne Zögern. Ich habe deutlich weniger Probesprünge gemacht als sonst üblich und hatte ein gutes Gefühl dabei.

Und dann gings los. Problemlos über den Blumentrog, dann erst mal eine ziemlich lange Strecke Galopp etwas bergauf, dann das Gatter („Schau auf die Fahnen – schau auf die Fahnen“), leichtes Hinundhergeschwanke auf 3, ein Rick, das wir schon kannten vom letzten Jahr und ich glaube auch vom Winterlehrgang. Vier war ein weißblauer Maibaum, da zögerte sie auch ein bißchen, sprang aber problemlos, um vor dem Wasser stark! runterzubremsen und dann mit einem RIESENgaloppsprung hineinzumarschieren und durch.

Durch das Wasser hatten wir ziemlich Schwung verloren und den bekam ich auch so schnell nicht wieder, dementsprechend war auch die Futterkrippe nicht so wirklich schön („schau aufs Windrad“ – das reinste Mantra), aber drüber und da war ich dann schon total glücklich. Das Nächste war eine Mauer, völlig ohne zu Zögern, dann ein weißer Garteneinsprung, wirkte eher wie ein ganz normaler Sprung und war total Miniklein… Dann gabs ne Schlangenlinie zu reiten durch ein Pflichttor, in einer Wendung rutschte sie hinten ein wenig – hatte keine Hufschuhe drauf, weil sie eine Macke am Ballen hat – aber sonst alles gut. Die Lokomotive als nächstes, sie springt ohne zu zögern, da hätten wir auch den Größeren nebendran problemlos anreiten können, dieser war schon irgendwie niedlich. Dann die Bürste, schon bekannt – und was hatte ich vor der letztes Jahr noch Respekt.

Und dann kam sie, die Käseecke. Irgendwie auch kein Problem mehr ;) Vor der hatte ich ja schon Sorge gehabt.

Note war 7,2 und bis 7,3 wurde platziert.

Ich bin super happy, jetzt schon das zweite mal ohne Steher durch, so kann’s weiter gehen.

Als ich durchs Ziel ritt, kam mir der Gedanke „Warum habe ich das nicht schon ein paar Jahre vorher probiert“ *grins*

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Turniertag

Heute ging es mal wieder zu nachtschlafender Zeit los. Um 6:00 Uhr stand ich im Stall, um dem Springpferd die Mähne einzuflechten. Was ein ziemliches Unterfangen war, denn diese Mähne ist sehr dick.

Dann noch das Sattelzeug und sämtliches andere Zubehör ins Auto gepackt, und um kurz nach 7:00 Uhr fuhren wir ab. Erst gab es noch Theater, weil das Springpferd beschloss, es wolle heute nicht in den Anhänger einsteigen. Frau Mutter winkte deutlich mit dem Besen, und schließlich stieg sie doch ein.

Eine gute halbe Stunde dauerte die Fahrt zum Turnierplatz. Dort gab es erst mal einen Kaffee beziehungsweise eine große Tasse Kakao. Was für ein Luxus, so etwas bekommt man normalerweise auf Turnieren nicht!

Immerhin gibt es inzwischen überall auch Tee. Wenn ich zurückdenke an die ersten Jahre meiner Turnierreiterei, so war das anders. Damals hatte ich immer eine Thermoskanne voll Tee dabei. Es gab nur Kaffee und sonst nichts.

Doch zurück zu heute. Das Roß war gut gelaunt, so gut wie nicht nervös, sprang auf dem Abreiteplatz wunderbar. In der Prüfung hatten wir dann einen feuchten Grasplatz. Für ein unbeschlagenes Pferd nicht so toll. Dementsprechend rutschte sie auch ein paar Mal weg und Zeitfehler machten wir auch, weil sie sich nicht traute, vorwärts zu galoppieren. Ein Rutscher passierte leider direkt vor dem Sprung, so daß hier die Stange fiel.

Obwohl unsere Note mit 6,8 gut ausfiel – ohne die Fehler wären wir damit Vierte gewesen – reichte es heute leider nicht für eine Schleife. Dafür hat ein Fotograf schöne Bilder von uns geschossen. Eines zeige ich euch nun.

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Samstagsbilanz

  • morgens auf dem Turnier einen sechsten Platz im Stilspringen eingeheimst – trotz einer gefallenen Stange
  • eine große Portion Eis aus der Eisdiele geholt und verputzt *schleck*, danach ein wenig geschlafen, daneben ein friedlich spielender Junior
  • einen ganzen Korb Äpfel verarbeitet – zwei Glas Apfelmus und viereinhalb Glas Apfel-Honig-Marmelade. Ich glaube, diesmal ist mir der Zimt ein wenig ausgerutscht… Mal sehen, was Schnäuzelchen spricht
Samstag (18.08.), sonnig und heiß

Dressurreiter auf Abwegen

„Wenn ich schon nicht nach Hannover aufs Trakehner Bundesturnier kann, reite ich wenigstens bei unserem vereinseigenen Springturnier mit!“, so ungefähr lautete die etwas frustrierte Entscheidung.

Am Sonntag stand also wieder mal ein A*-Stilspringen auf dem Plan. Der Tag fing schon toll an, denn Lubianken verweigerte den Einstieg in den Hänger. Nach ein paar Versuchen wurde uns das zu blöd – Buddy geholt, reingestellt. Zack, war Lubi auch drin. Diesesmal aber mußte Buddy wieder raus.

Dann merkte ich nach dem Losfahren, dass ich den Helm vergessen hatte. Also umdrehen, ohne Helm geht ja gar nicht. Zum Glück waren wir noch nicht weit weg, aber lästig war es allemal.

Der Rest ließ sich erst mal prima an. Das Wetter spielte mit, aber am Vortag hatte es ziemlich geregnet. Dementsprechend sahen die Abreiteplätze aus. Und das mit unbeschlagenem Pferd, Lubi eierte wie nur was. Folglich konnte ich sie kaum abspringen, weil wir nicht genug Schwung bekamen. Zumindest war abspringen über A*-Höhe (95cm) nicht drin, wir haben dann nach vier Hüpferli abgebrochen und uns darauf verlassen, dass die schon springt.

Dann hatte ich meine Handschuhe nicht dabei – die waren immer in der Hutschachtel. Nur dass ich die auf einem Springturnier ja nicht dabei hatte. Zum Glück lieh mir eine Bekannte die ihren. Sie hatte vorher eine 7,7 geritten und meinte nur „Die bringen Glück!

Drei Reiter vor mir fiel eine Reiterin ihrem Pferd direkt vor die Hufe. Der Schimmel mühte sich zwar ab, sie nicht zu treffen, aber die junge Frau blieb liegen. Alles schrie nach den Sanitätern und die Prüfung wurde natürlich unterbrochen.

Eine knappe Dreiviertelstunde ging das dann, inclusive Krankenwagen auf dem Reitplatz und Hubschrauber auf dem Parkplatz. Wahrscheinlich fand das nur mein Junior klasse. Ich überlegte ernsthaft, ob ich das Pferd aufräumen sollte, ob und wie mich dieser Unfall beeinflußt. Aber dann entschied ich, dass wir das ja eignentlich können und die Sicherheit kehrte wieder.

Dann gings irgendwann in den Parcours. Sieben Hindernisse, acht Sprünge. Lubi bekam wieder ihren Tunnelblick und legte los, das Ganze machte richtig Spaß. Das Resultat war dann eine 7,3 ohne Abzüge – und ein siebter Platz. Einfach genial, Lubis erstes Schleifchen und mein erstes Springschleifchen seit fast zwanzig Jahren.

Meine Bekannte durfte sich dann „Die Handschuhe hätte ich gerne öfter mal!“ anhören…