Völlig losgelöst

Kennen Sie noch „Major Tom“ von Peter Schilling?

Ich erinnere mich noch gut, wie das Lied 1982 (das Jahr mußte ich nachgucken) herauskam. Da war ich acht Jahre alt, aber dennoch kann ich mich erinnern, dass es bei meinem Vater und natürlich den beiden Brüdern total beliebt war und ausgesprochen häufig gespielt wurde.

Kam es nur so oft im Radio und wurde ständig aufgedreht? Oder hatte sich mein Vater die Schallplatte gekauft? Ich kann mich nicht erinnern, ich müßte Herrn Vater mal fragen. Vielleicht bilde ich mir auch nur ein, dass es so oft lief ?

Wie auch immer, auch bei Schnäuzelchen ist es Bestandteil einer gerne gespielten Playlist, die außerdem noch so tolle Sachen wie „Bodo mit dem Bagger“ oder „Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehn“ enthält. Großes Kino also für die Kindelein.

Gestern fahren wir so zum Handballtraining in die Nachbarstadt und plötzlich beginnt das Prinzeßchen lautstark „völlig losgelöst“ zu singen. Die Melodie war recht frei interpretiert, aber erkennbar, die Textstücke reichlich durcheinander geraten.

Dann kommt die hübsche kleine Zeile „und grüßt mir meine Frau“ – und Erdbeerstuhurm!

Jawohl, sie haben richtig gelesen, Erdbeersturm. Das Prinzeßchen unterbricht sich, irritiert. „Gell, Mama, es gibt keinen Erdbeersturm!?!?“

In den Schlaf galoppieren

wird das Prinzeßchen ab sofort. Es ist wirklich kaum zu glauben, das Kind ist in die Höhe geschossen, ich weiß ja nicht, welches Nahrungsmittel da als Dünger gedient hat. Jedenfalls haben sämtliche Schlafanzüge Hochwasser.

Da sie sich vom Christkind ja sowieso einen neuen Schlafanzug „mit Ponys, in Rosa!“ gewünscht hat, war es also an der Zeit, ein Probeexemplar zu nähen, da mir die zu nähende Größe nicht klar war. Doch wozu gibt es den Blog, in dem steht, welche Größe ich für ihre Pullover im Sommer nähte – die nun auch schon wieder etwas knäpplich waren.

Also wurde in der Stoffkiste gewühlt und zwei Jerseys gefunden, identisches Motiv, aber zwei unterschiedliche Farben. Vom Dunkelblauen war noch mehr da, der kam also nur für die Hose in Frage.

Anschließend spielte ich Schnittmustertetris – eine halbe Stunde lang verschob ich die Schnitteile auf dem hellblauen Stoff und schaffte es tatsächlich, alle Teile des Raglanshirts auszuschneiden.

Heute abend ist der Schlafanzug dann fertig, er besteht aus einem klimperkleinen Raglanshirt in 122 (Größe perfekt auf Zuwachs) und einer Hose Paul in 116/122 (leider nicht ganz so perfekt, ich hoffe, dass der unbekannte Dünger nicht so schnell wieder anschlägt).

Und obwohl Quiltfru am heutigen Creadienstag auch etwas für  Sie hat, stelle ich den Schlafanzug auch noch schnell bei HandmadeOnTuesday und Dienstagsdinge ein, denn unsere Zielgruppen sind ja doch ein wenig unterschiedlich.

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Caswell Quilt 11 und 12 und mehr

Eigentlich sind die beiden Bilder  gefühlte tausend Jahre fertig. Ich war nur zu dusselig sie am letzten Montag einzustellen. Inzwischen habe ich so viele Ufos fertig, da wird es Zeit. Hier einmal Caswell Nr. 11 und 12:

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Ja, und dann hatte ich Euch ja schon einmal von Inklingo von Linda Franz erzählt. Ich hatte mal ein paar Versucherle gewagt. Drucken auf Stoff, Dreiecke, Rauten, Quadrate. Da ich immer gern etwas Neues ausprobiere, musste ich das nun auch probieren, zumal es kostenlos war. Die Stoffe, die ich für das Versucherle genommen habe, waren eigentlich von der Farbe her nicht so mein Ding. Daher gerade recht. Wenn es schief ging, dann konnten sie ohne viel Bramborium in die Tonne. Aber das Drucken ging prima. Die vorgeschnittenen Teile haben in der Folge einen ganz schönen Teil Deutschlands und sogar Englands bereist, denn ich habe sie überall mit hingenommen. Prima, wenn man weiß, dass man warten muss. Da können die rastlosen Hände was tun und man wird nicht so ungeduldig. Als ich genügend Sterne zusammen hatte, habe ich einen dazu passenden Stoff gekauft, genäht, gequiltet und fertig war der Tischläufer. Eigentlich wollte ich ihn ja verschenken, aber das hat meine Mann kategorisch abgelehnt. Nun schaut selbst, ob er Recht hatte das zu tun.

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So, nun noch schnell zu Creadienstag, Hot und Dienstagsdinge.

Auch im Eßzimmer geht’s weiter

Es ist ja nun schon bestimmt zwei Wochen her, dass Herr C. Das neue Eßzimmer verputzte. Danach war erst mal meine Wenigkeit dran, denn der Quarzgrund müßte wieder gestrichen werden. Dafür brauchte ich zwei Stunden, nach denen mir der Arm abfaulte, gefühlt zumindest. Das Ergebnis war… rot. 

Am nächsten Nachmittag trat Herr C. Wieder in Aktion und ratzfatz sah es hell und freundlich aus. Und wirkt unheimlich groß!

Die alte Vorhangschiene blieb unverputzt, da hatte Herr C. Uns falsch verstanden. Heute Nachmittag kam er schnell vorbei und nun ist das Ding auch optisch weg. Wir planen nämlich Vorhangstangen. 

Auf dem Weg nach Weihnachten

Jeden Tag muss unser Schlechtwetterauslauf abgeäppelt werden. Seit er vergrößert wurde ist das noch mehr Arbeit als vorher. Dafür ist in der Laufbox deutlich weniger zu tun, so dass es jetzt reicht, diese nur alle zwei Tage zu misten. Vorher war auch dieses einmal am Tag notwendig. Die Arbeit ist also nicht mehr geworden, sie hat sich nur verändert.

Allerdings auch nur, wenn es trocken ist. Denn ohne Niederschläge welcher Art auch immer kann ich den Pferden das Heu auf dem Auslauf füttern. Es wird schön entlang der Miste und an der Rückseite des Heuunterstandes aufgeschüttelt und kommt noch zusätzlich in die selbstgebaute, inzwischen schon reichlich zusammengenagte Heuraufe. Mit dieser Menge kommen die Pferde gut über den Tag beziehungsweise die Nacht. Da sie nur zum Schlafen in die Laufbox gehen, denn sie sind rechte Frischluftfanatiker, bleibt diese sauber.

(Wenn es regnet, muss das Heu im Trockenen liegen, daher dann nur Raufe und Stall. Dann gibt’s weniger Dreck draußen, dafür mehr drinnen.)

Egal, darauf wollte ich ja gar nicht hinaus. Würde auch nicht zum Titel des heutigen Posts passen.

Da stand ich also heute nachmittag mit Bollengabel und Mistkarre auf dem Auslauf und schaufelte Pferdeäpfel, während ich nebenher noch der Reitbeteiligung des Nachwuchsdressurpferdes Reitunterricht gab.

Auf einmal kommt Junior angedackelt. „Mama, darf ich Dir helfen?“ Selbstverständlich darf der junge Mann, er marschiert ab und kehrt mit Bollengabel und Schubkarre wieder, um ebenfalls fleißig Pferdeäpfel zu schaufeln.

Eine gute Viertelstunde später, der Auslauf sieht schon recht gut aus, bricht es dann aus ihm hervor: „Jetzt bin ich schon ziemlich gut auf dem Weg nach Weihnachten, oder?“

Mir fehlt so ein bißchen das Verständnis, also frage ich vorsichtig nach, wie er das denn nun meinen würde. „Ja, also – die Frau U. (seine Lehrerin, er besucht die zweite Klasse) hat gesagt, dass wir in der Zeit vor Weihnachten besonders brav sein sollen und am Besten jeden Tag unserer Mama helfen sollen.“

 

Eigentlich wollte ich…

ein Paar Handwärmer nähen. Bei Shabby Fabrics hatte ich nämlich eine niedliche, einfache Anleitung gesehen. Die wollte ich nacharbeiten. Schön warmen Flanell mit winterlichem Motiv hatte ich, brauchte ich also nur noch die Füllung. Also bin ich geschwind losgezogen und habe einen Sack Dinkelspelz besorgt. Die kleinen Dingelchen waren ratz fatz genäht und gefüllt. Dann startete ich einen Probelauf. Rein mit einem Wärmer in die Mikrowelle, 30 Sekunden eingestellt und beobachtet was geschieht. Es fing leise an zu knistern, zu müffeln und dann auch noch zu qualmen. Aber zackig die Mikro ausgestellt. Drinnen lag nun ein ziemlich verkohlter Wärmer. So ein Mist. Dann tat ich das, was ich vorher hätte tun sollen, nämlich im Netz nachlesen, ob das mit Spelz überhaupt funktioniert. (Wer lesen kann, hat eindeutig mehr vom Leben.)  Gott sei Dank hat es nicht gebrannt! Also bin ich wieder losgezogen und habe Dinkelkörner gekauft. Ein neues Teilchen genäht und wieder einen Probelauf gestartet. Dieses Mal mit Erfolg. Hier seht Ihr nun das Ergebnis. Ich finde sie total niedlich und sie halten die Wärme wirklich.dsc08350-1

Tja, jetzt hatte ich aber einen ganzen Sack voller Dinkelspelz. Was fange ich denn nun damit an. Da kam mir die zündende Idee. Ich hatte doch Anfang Oktober, anläßlich unserer Exkursion (meine Schwester und ich) nach St. Marie aux Mines (ein großes europäisches Quiltfestival) , von einer spanischen Ausstellerin eine Anleitung für einen  Kranz mit Herzen erstanden. Rasch ein paar Weihnachtsstoffe aus dem schier unerschöpflichen Vorrat herausgesucht und Herzchen genäht. Diese dann mit Spelz gefüllt und auf einem Drahtring befestigt. Und schon war ein Weihnachtskranz fertig. Es wird sicher nicht der letzte Kranz sein. Man kann nämlich auch Frühlingsstoffe dafür verwenden. Das müsste auch hervorragend aussehen.

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Verlinkt mit:creadienstag, HoT und Dienstagsdinge und mit Herzensangelegenheiten